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Mein Opa ist jetzt Ritter – Kindern die Parkinson-Krankheit erklären

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Die Erkrankung eines Familienmitglieds betrifft die ganze Familie. Kinder spüren Veränderungen sehr genau. Sind Krankheiten Tabu-Themen, wird dies bei Kindern Verunsicherung auslösen. Kinder können auch schwierige Sachverhalte anhand von Bildern gut verstehen und damit unbefangen umgehen. Lesen Sie hier, wie Sie Kindern die Parkinson-Erkrankung und die Veränderung der Großeltern erklären können.

Kinder haben ein sehr gutes Gespür, wenn sich mit geliebten Menschen etwas verändert. Chronische Erkrankungen bedeuten dauerhafte Veränderungen für die Beziehung zwischen Enkeln und Großeltern. Es ist wichtig, für Kinder eine passende, altersgerechte Erklärung zu finden. Können Enkelkinder nicht verstehen, was mit den Großeltern passiert, löst dies Verunsicherung, Ängste oder sogar Schuldgefühle aus.

Viele Erkrankungen sind für Kinder zunächst nicht offensichtlich oder verständlich. Oma oder Opa bluten nicht, tragen keinen Verband oder Gips und es tut ihnen häufig nichts weh. Sie haben kein Fieber und frieren auch nicht. Dies sind typische, einleuchtende Bilder mit denen Kinder Krankheit verbinden.

Parkinson kann nichts der für Kinder verständlichen Symptome vermitteln. Opa zittert, ohne dass ihm kalt ist. Er lacht nicht richtig, obwohl er etwas komisch findet. Er spricht ganz leise, obwohl er kein Geheimnis erzählen will. Um Parkinson zu verstehen, benötigen Kinder andere Bilder als die von Pflastern, Verbänden oder Fieber.

Eine hervorragende Idee, diese Erkrankung Kindern im Vor- und Grundschulalter zu erklären, liefern Dagmar H. Mueller und Verena Ballhaus in ihrem Bilderbuch: Opa sagt, er ist jetzt Ritter, Annette Betz Verlag, ISBN 978-3-219-11317-4.

Parkinsonkrankheit mit einer Ritterrüstung vergleichen

Die Parkinsonkrankheit wird verglichen mit einem unsichtbaren, schweren Ritterpanzer, den Erkrankte gezwungenermaßen tragen müssen. Der kleine Jonathan stellt die Erklärungen seiner Mutter über die Parkinsonerkrankung anschaulich dar. Er findet selbst eigene Erklärungen, wie er diese auf den Alltag mit seinem Opa übertragen kann. Auch der erkrankte Großvater erzählt aus seinem Ritterleben. Dieser Vergleich wird mit warmherzigen, eindrücklichen Bildern illustriert.

Die krankheitsbedingten Veränderungen und Einschränkungen werden anhand des Ritterbildes fantasievoll dargestellt. Ein gelungenes Buch, das Kindern ab etwa 5 Jahren die Tragweite und Symptome der Parkinsonerkrankung nahebringt.

So lässt sich Kindern die Parkinsonerkrankung mithilfe einer Ritterrüstung erklären

Beobachten Sie Kinder einmal beim Rollenspiel. Sie versetzen sich ganz in ihre Rolle hinein und übertragen diese auf Alltagssituationen. Spielt ein Kind einen Hund, verlangt es, gefüttert oder gestreichelt zu werden. Versuche, ein kleines Mädchen zum Aufräumen zu bewegen, das gerade eine Prinzessin mit 5 Dienerinnen ist, sind zum Scheitern verurteilt. Über diese Vorstellungskraft sind schon 4- bis 5-jährige in der Lage, das Ritterleben eines Parkinson-Erkrankten zu begreifen und in ihrer Fantasie auf den Alltag zu übertragen.

Sämtliche Kardinalsymptome der Parkinsonerkrankung lassen sich anhand des Bildes der schweren, bewegungshemmenden Ritterrüstung kindgerecht herleiten. Versetzen sich Kinder in die Vorstellung hinein, werden sie selbst weitere Erklärungen für die Veränderung des Parkinsonerkrankten finden.

In einer starren, schweren Rüstung kann man nicht gut laufen. Ritter gehen in ihrer Rüstung steif und langsam. Gangblockaden und Freezing entstehen, wenn die Rüstung manchmal zu eng ist und Opa auch noch am Boden festfriert. Er ist dann ein "Eiszeitritter".

Erkrankte stürzen häufig, weil es so schwierig ist, sich in einer Rüstung fortzubewegen. Sie können sich nicht schnell umdrehen, weil sie durch den Panzer eingeschränkt sind. Da Opa ein "Zitter-Ritter" ist, kann er die Hände nicht ruhig halten. Wird er nervös, zittert er immer stärker. Kinder haben es sicher selbst schon erlebt, dass sie anfangen zu zittern, wenn sie sehr aufgeregt sind.

Haben Kinder das Bild für die Erkrankung verstanden, werden sie sicher selbst weitere Erklärungen für sonstige Parkinsonsymptome aus der Vorstellung des Ritterbildes entwickeln.

Veränderungen in Mimik und Sprache lassen sich durch das Bild der Rüstung für Kinder nachvollziehbar darstellen. Durch das Visier eines Kopfpanzers werden gesprochene Worte verständlicherweise leise und undeutlich, auch ist es sehr schwierig, mit einer Kopfhaube zu lächeln.

Depressionen werden vor dem Hintergrund einer aufgezwungenen Rüstung für Kinder begreifbar. Es kann Menschen sehr traurig machen, wenn sie gezwungen werden, eine schwere Rüstung zu tragen, obwohl sie dies gar nicht wollen.

Selbst Schluckstörungen und Inkontinenz lassen sich über das Ritterbild herleiten. Es ist schwierig, eine Rüstung schnell zu öffnen, wenn man zur Toilette muss. Mund und Hals sind ebenfalls im engen Panzer gefangen. So ist es für Kinder einleuchtend, dass Betroffene nicht so einfach schlucken können.

Auch wenn es erforderlich wird, Erkrankten das Essen anzureichen, können Kinder dies als ein Handicap durch die unsichtbare Rüstung verstehen. Es ist sehr schwer, mit einem Arm, der in einer Metallrüstung steckt, den Mund zu treffen, der in einem Kopfpanzer steckt.

Die Notwendigkeit der besonderen Umsicht und der Anpassung des Wohnraums kann Kindern begreiflich gemacht werden. Ritter können nicht in einer normalen Wohnung leben. Sie benötigen eine Burg mit besonderen Gegebenheiten. Sie stolpern schnell über Teppiche oder herumliegende Gegenstände. Sie brauchen Möglichkeiten zum Festhalten und eine besondere Toilette oder Dusche.

Bei Besuchen der erkrankten Angehörigen werden Enkelkinder vermutlich besonderen Eifer an den Tag legen, Platz zu schaffen und ihre Spielsachen aus dem Weg zu räumen. Haben Kinder ein Bild verstanden und verinnerlicht, sind sie in der Lage, dies im Alltag umzusetzen.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind, wenn neue Symptome auftreten oder sich der Zustand des Parkinson-Erkrankten verschlechtert.

Suchen Sie weitere Parallelen zu dem Bild, das das Kind für die Krankheit verstanden hat. Vermutlich wird Ihr Kind Ihnen selbst fantasievolle Erklärungen anbieten können, die sich aus der Vorstellung des Ritterlebens ergeben. Auch sind Kinder in der Lage, meist sehr viel unbefangener mit den krankheitsbedingten Einschränkungen und Schwierigkeiten umzugehen als Erwachsene. Wenn Opa jetzt ein Ritterleben führen muss, kann natürlich nicht alles sein wie vorher.

Das Wichtigste ist: Kinder begreifen, dass der geliebte Angehörige immer noch derselbe Mensch ist, auch wenn sich Dinge im Leben verändert haben.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 13.03.2014 aktualisiert.

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Kategorien: Parkinson

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