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Mit diesen Kontrakturprophylaxe-Übungen reduzieren Sie Gelenkversteifung

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Versteifungen – Kontrakturen von Gelenken sind eine schmerzhafte Komplikation bei Immobilität. Diese können in Folge unterschiedlicher Erkrankungen oder bei Bewegungsmangel in Folge schwerer Pflegebedürftigkeit entstehen. Lesen Sie hier, welche einfachen Kontrakturprophylaxe-Übungen helfen, die Gelenkversteifungen zu reduzieren.

Grundsätzliche Hinweise zu den Kontrakturprophylaxe-Übungen

Erklären Sie Ihrem Angehörigen genau, welche Übungen Sie durchführen wollen. Angst und Unsicherheit führt zu Verkrampfung und Schmerzen. Sämtliche Übungen dürfen nur bis zur Schmerzgrenze oder bis zum Widerstand durch das betroffene Gelenk durchgeführt werden. Kann Ihr Angehöriger sich nicht äußern, beobachten Sie ihn genau auf Anzeichen von Schmerzen.

Versuchen Sie den Pflegebedürftigen zu motivieren, sich so häufig wie möglich selbst zu bewegen. Fördern Sie seine Eigenbewegung. Fordern Sie ihn auf, bei sämtlichen pflegerischen Maßnahmen aktiv mitzuwirken. Dies kann bedeuten, dass er selbst den Kopf oder die Arme anhebt, die Beine anzieht, sich selbst das Gesicht wäscht etc.

Sind Gelenke nach den Übungen gerötet oder überwärmt, ist dies ein Anzeichen für Überanstrengung. Reduzieren Sie die Häufigkeit der Wiederholungen und die Intensität der Übungen. Steigern Sie diese sehr langsam. Sie sollten auf jeden Fall weiter die betroffenen Gelenke regelmäßig bewegen.

Werden die Übungen gut vertragen, sollten Sie oder Ihr Angehöriger selbst diese mehrmals täglich mit 5 – 10 Wiederholungen durchführen.

Nach neusten pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen lassen sich Kontrakturen trotz bester Pflege manchmal nicht komplett verhindern. Grundsätzlich gilt: Jede durchgeführte Bewegung hilft, das Kontrakturrisiko zu senken.

Kontrakturprophylaxe-Übungen für die Füße

Erhöhen Sie das Kopfteil des Bettes leicht. Unterstützen Sie die Kniegelenke mit einer Knierolle oder einem kleinem Kissen.

Beugen und Strecken Sie den Fuß in Richtung Fußrücken bzw. Fußsohle. Kann Ihr Angehöriger aktiv mitarbeiten, lassen Sie ihn gegen Ihre eigene Muskelkraft arbeiten. Das kann bedeuten, dass Sie Ihre Hand gegen den Fußballen halten. Der Pflegebedürftige versucht, den Fuß gegen Ihren Widerstand zu strecken. Dadurch wird sowohl die Beweglichkeit der Gelenke als auch der Muskelaufbau gefördert.

Drehen Sie den Fuß im Knöchelgelenk vorsichtig nach innen und außen.

Beugen und Strecken Sie die Zehen, wenn Ihr Angehöriger diese nicht selbst „krallen“ kann. Achten Sie darauf, dass sich nach der Übung alle Zehen wieder in „Normalstellung“ befinden. Leidet Ihr Angehöriger unter Spastiken, besteht die Gefahr, dass die Zehen in gekrallter Position verbleiben.

Kontrakturprophylaxe-Übungen für Hüfte und Knie

Erhöhen Sie Sie das Kopfteil des Bettes leicht. Unterstützen Sie die Kniegelenke mit einer Knierolle oder einem kleinem Kissen.

Beugen und strecken Sie die Knie, versuchen Sie dabei, die Ferse vorsichtig in Richtung Gesäß zu ziehen.

Heben und senken Sie das gestreckte Bein Ihres Angehörigen. Wenn möglich, fordern Sie ihn auf, dieses dabei anzuspannen. Die Übung wird noch gesteigert, wenn Ihr Angehöriger auch hier versucht, gegen Ihren Widerstand zu arbeiten.

Bewegen Sie das gestreckte, angespannte Bein zur Seite.

Drehen Sie den Fuß im Knöchelgelenk nach innen und außen.

Kontrakturprophylaxe-Übungen für das Schultergelenk

Der Arm liegt eng neben dem Oberkörper auf dem Bett. Der durchgestreckte Arm wird neben den Kopf und zurückgeführt. Die Bewegung geht dabei grade nach hinten, nicht zur Seite.

Entlang der Bettdecke wird der gestreckte Arm seitlich abgespreizt und zurückgeführt.

Der Unterarm wird aufgestellt und zeigt senkrecht zur Decke. Bewegen Sie ihn zur gegenüberliegenden Schulter. Ober- und Unterarm befinden sich dabei im Ellbogengelenk immer in einem 90°-Winkel.

Der Oberarm wird abgespreizt. Der Unterarm zeigt zu Beginn senkrecht zur Decke. Führen Sie nun die Hand nach hinten neben den Kopf. Der Oberarm bleibt abgespreizt (Winken). Danach wird der Unterarm wieder zurück und weiter nach vorne auf das Bett in neben das Gesäß geführt. Der 90°-Winkel von Ober- und Unterarm bleibt während der ganzen Übung erhalten

Kontrakturprophylaxe-Übungen für den Unterarm

Unterstützen Sie den Unterarm mit einem kleinen Kissen.

Das Handgelenk wird aus der in Richtung Handrücken gestreckt und in Richtung Handfläche gebeugt.

Die flache Hand wird seitlich abwechselnd in Richtung kleiner Finger und Daumen gekippt. (Wie Winken mit der Hand, nicht mit dem Arm.)

Die Finger werden abwechselnd gespreizt und wieder zusammengeführt.

Ballen zur Faust und Öffnen der Hand.

Der Oberarm ist abgespreizt, der Unterarm weist zur Decke. Der Daumen wird abgespreizt und die Hand seitlich gedreht. Diese Bewegung ähnelt der von Julius Cäsar, der im Stadion als Zeichen seiner Zufriedenheit mit den Gladiatoren den Daumen hob bzw. senkte.

Der Unterarm wird gebeugt und gestreckt wie beim Hanteltraining.

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Kategorien: Praxis der Pflege

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