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Mobilität fördern beim Transfer – im Stand sieht die Welt anders aus!

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Sitzen kommt vor dem Stehen, Stehen kommt vor dem Gehen. Um laufen zu können, muss man zunächst sicher stehen können. Der Mathematiker Georg Christoph Lichtenberg erkannte im 18. Jahrhundert: Ich habe es sehr deutlich bemerkt, dass ich eine andere Meinung habe, wenn ich liege und eine andere, wenn ich stehe. Lesen Sie hier, wie Pflegebedürftige auf eigenen Beinen stehen können.

Auch Menschen, die überwiegend liegen oder sitzen, sollten wenn irgend möglich, täglich wenigstens kurz auf eigenen Füßen stehen. Es fördert die Wahrnehmung, das eigene Gewicht, Beine und Füße zu spüren. Auch der Kreislauf wird in Schwung gebracht. Die Perspektive ist im Stand eine andere als im Liegen. Die Welt und das Zimmer sieht plötzlich anders aus. Auch ist es für pflegende Angehörige eine große Hilfe, wenn Pflegebedürftige beim Transfer aus dem Bett in den Rollstuhl kurz stehen können.

Vor dem Stehen kommt das Sitzen

Es ist ein Unterschied, ob ein Mensch im Bett mit aufgerichtetem Oberkörper oder frei auf der Bettkante sitzt. Beim freien Sitzen befinden sich die Füße auf einer tieferen Ebene. Der Kreislauf wird angekurbelt, das Herz muss mehr pumpen. Gleichzeitig wird die sitzende Person angeregt, ihren Rücken aufzurichten und das Gleichgewicht auszubalancieren. Fahren Sie das Pflegebett ganz hinunter und setzen Sie die pflegebedürftige Person auf die Bettkante. Achten Sie darauf, dass die Fußsohlen komplett Kontakt zum Boden haben. Stellen Sie die Füße hüftbreit auseinander. Das gibt zusätzlich Sicherheit und stärkt das Gleichgewicht. Die Knie sollten sich auf der gleichen Höhe wie das Gesäß befinden oder etwas tiefer.

Stellen Sie sich vor Ihren Angehörigen und legen Sie ihm von vorn Ihre Hände auf die Schultern. Schaukeln Sie den Oberkörper Ihres Angehörigen vorsichtig zu den Seiten und vor und zurück. So wird das Gleichgewicht und die den Oberkörper aufrichtende Muskulatur trainiert. Sie können sich auch auf die Bettkante neben Ihren Angehörigen setzen, Ihren Arm um seine Schultern legen und gemeinsam "schunkeln". Mit Musik macht das Ganze noch mehr Spaß.

Festen Boden unter den Füßen

Achten Sie darauf, dass Ihr Angehöriger den Bodenkontakt nicht verliert. Es fördert die Wahrnehmung, die eigenen Füße und einen Teil des Körpergewichts auf festem Boden zu spüren. Eine überwiegend im Bett oder Pflegerollstuhl sitzende oder liegende Person verliert das Gespür für die eigenen Füße und ihr Körpergewicht.

Schonen Sie Ihren Rücken und die Gelenke Ihrer Angehörigen

Um Ihren Angehörigen in den Stand zu befördern, achten Sie zunächst auf festen Sitz. Stellen Sie sich dazu vor Ihren Angehörigen. Stellen Sie Ihre Füße gegen die Ihres Angehörigen und Ihre Knie gegen seine. So verhindern Sie, dass die Knie einknicken oder die Füße nach vorne wegrutschen. Gleichzeitig unterstützen Sie so die grade, aufrechte Haltung der Beine.

Fahren Sie das Bett langsam hoch. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Angehöriger dabei die Bodenhaftung nicht verliert. Ziehen Sie ihn dazu mit dem Gesäß auf dem Bett etwas nach vorn, sodass das Gewicht auf den Füßen langsam zunimmt.

So schonen Sie auch Ihren eigenen Rücken, da Sie nicht das Gewicht Ihres Angehörigen von unten hochheben müssen. Auch ein Sessel mit elektrischer Aufstehhilfe erfüllt die gleiche Funktion.

Stehen mit Rückhalt

Fahren Sie das Bett so hoch, dass es die Höhe eines Stehhockers hat. Zum freien Stand braucht sich Ihr Angehöriger nur noch vom Bett abstoßen. Gerade bei Problemen mit Knie- oder Hüftgelenken schonen Sie diese auf diese Weise. Es wird keine Energie verbraucht, um das Körpergewicht mit schmerzenden, angegriffenen Gelenken aus der Beugestellung nach oben zu stemmen. Durch das Hochfahren des Bettes belastet nur ein Teil des Gewichtes die Gelenke. Wollen Sie Ihren Angehörigen in einen Rollstuhl umsetzen, stellen Sie diesen zuvor neben das Bett. Ihr Angehöriger braucht sich nur noch um 90° drehen und kann sich setzen.

Ihre Aufgabe besteht bei dieser Form des Transfers mehr im Führen und Unterstützen der Bewegung und weniger im anstrengenden Heben.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 11.03.2014 aktualisiert.

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Kategorien: Mobilitätsförderung

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