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Mobilitätsförderung – 3 Schritte, die die Welt verändern

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Mobilitätsförderung ist die Grundlage sämtlicher Prophylaxen. Je mobiler ein Mensch, desto geringer das Risiko, an Folgeerscheinungen von Bewegungsarmut wie Dekubitus, Thrombose, Pneumonie etc. zu erkranken. Doch wie kann Mobilität gefördert werden? Lesen Sie hier den Unterschied zwischen Mobilisierung und Mobilitätsförderung.

Mobilitätsförderung – Grundlage aller Prophylaxen

Die Förderung von Mobilität und Eigenbewegung ist die Grundlage sämtlicher Prophylaxen. Je mehr ein Mensch selbst bestimmen kann, wie und wo er sitzen, liegen oder gehen möchte, desto geringer sind die Risiken von Folgeerkrankungen. Die Pflegewissenschaftlerin Frau Prof. Angelika Abt-Zegelin beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit den Möglichkeiten der Mobilitätsförderung.

Dabei gebraucht sie nicht den geläufigen Begriff Immobilität, sondern die Bezeichnung Ortsfixierung. Ortsfixierung besagt, dass Menschen nicht in der Lage sind, ihre Position oder den Ort, an dem sie sich befinden, selbständig zu wechseln. Auch Menschen, die in den Rollstuhl „mobilisiert“ werden, zählen dazu.

Bedeutung der Mobilitätsförderung in der professionellen Pflege

Selbst Vertreter der professionellen Pflege haben die Bedeutung des Erhalts und der Förderung der Mobilität erkannt. Aus diesem Grunde wurde an das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege DNQP der Auftrag vergeben, einen Expertenstandard zum diesem Thema zu entwickeln.

Das DNQP entwickelt mit Unterstützung und finanzieller Förderung des Deutschen Pflegerates und des Bundesgesundheitsministeriums bundesweit gültige Standards für die Pflege. Diese sind Bestandteil der Überprüfungen von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen durch den Medizinischen Dienst und die Heimaufsicht.

Mobilitätsförderung versus Mobilisierung

Mobilisierung bedeutet in der Pflege meist, dass Pflegebedürftige vom Bett in den Sessel oder Rollstuhl umgesetzt werden. Dies erfolgt häufig passiv unter Krafteinsatz der Pflegeperson. In professionellen Pflegeberichten liest man oft „… wurde nach der Pflege in den Rollstuhl mobilisiert“.

Doch was passiert dann? Schläft die pflegebedürftige Person dort weiter? Welchen Zweck hat das Umsetzen in den Rollstuhl? Wird die persönliche Bewegungsfähigkeit gefördert? Wäre die geschwächte Person vielleicht tatsächlich besser im Bett aufgehoben, weil sie sich dort selbst drehen und bewegen kann? Im Rollstuhl hingegen rutscht sie hinunter und schafft es nicht, sich selbst zurecht zu setzen.

3 Schritte, die die Welt verändern

Unter diesem Motto entwickelte die Professorin Abt-Zegelin das kleine, einfache aber geradezu geniale Programm der 3 Schritte. Das beinhaltet ganz einfach, dass Sie mit Ihren Pflegebedürftigen bei sowieso täglich erfolgenden Transfers die letzten 3 Schritte zu gehen. Dies kostet zunächst einen geringen Mehraufwand, ist aber ein wichtiger Anfang.

So funktioniert das 3-Schritte-Programm

Stellen Sie den Rollstuhl etwa 3 Schritte vom Bett oder Sessel entfernt. Stehen Sie vor Ihrem Angehörigen mit dem Rücken zum Ziel. Fassen Sie Ihren Angehörigen an beiden Händen und helfen Sie ihm, sich hinzustellen. Lassen Sie ihm einen Moment Zeit, sich richtig aufzurichten und zu konzentrieren. Und dann gehen Sie gemeinsam los, wobei Sie rückwärts vorgehen! 3 Schritte sind schnell geschafft, das Ziel ist erreicht.

Vermutlich werden Sie zu Anfang Kommentare hören wie „ach Kind, laufen kann ich schon lange nicht mehr“ oder „was hast du für Ideen“. Häufig ist es so, dass Pflegebedürftige zu Beginn des Trainingsprogramms auf das Bett oder den Sessel fallen lassen und jammern, wie schwer das war. Gewöhnen Sie es sich trotzdem an, den Rollstuhl stets in einer kleinen Distanz zum Ziel abzustellen und diese 3 Schritte mit Ihrem Angehörigen zu gehen. Trauen Sie Ihrem Angehörigen zu, dass er diese Herausforderung bewältigt und ermutigen Sie ihn! Der Satz: „Von alleine wird es nur schlechter“ gilt hier!

Aus 3 Schritten werden 4, 5, 6…

Bei täglichem, mehrfachem Training stellen sich bald Erfolge ein. Aus 3 Schritten werden 4 oder mehr. Die Muskelkraft und Bewegungsfähigkeit steigt. Auch Selbstbewusstsein, Motivation und Sicherheit des Pflegebedürftigen steigen. Es entwickeln sich neue Perspektiven. Ein Stück Selbstbestimmung kehrt langsam wieder in den Alltag zurück.

Auf Dauer vereinfacht sich der Pflegealltag. Gleichzeitig schonen Sie Ihren eigenen Rücken. Beobachtungen zeigen, dass Angehörige bei der Pflege und bei Transfers – zum Beispiel vom Bett in den Rollstuhl – oft sehr viel mehr Kraft einsetzen als nötig. Der Transfer ist häufig mehr ein „Herübertragen“ als ein beiderseits aktiver Ortswechsel. Dies wird mit der Zeit leichter, da die pflegebedürftige Person ihre eigenen, zunehmenden Kräfte einsetzen kann.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 07.11.2014 aktualisiert.

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