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So vermeiden Sie Erkrankungen der Mundschleimhaut

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Infektionen der Mundschleimhaut oder Zunge sind unangenehm, schmerzhaft und können gefährliche Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Besonders gefährdet sind Schwerkranke und Pflegebedürftige, die kaum essen und trinken oder vermehrt durch den offenen Mund atmen. Lesen Sie hier, wie Sie einen Mundsoor vermeiden, aber auch erkennen und behandeln können.

In der Mundhöhle besteht bei gesunden Menschen ein Gleichgewicht verschiedenster Bakterien und Pilze (Mundflora). Diese kontrollieren sich gegenseitig in ihrem Wachstum, sodass keins davon überhand nimmt. Zusätzlich reinigt der Speichel die Mundhöhle.

Wird dieses Gleichgewicht gestört, kommt es leicht zu einer Soorpilz-Infektion. Der häufigste Keim heißt Candida albicans, ein Hefepilz. Er siedelt sich mit Vorliebe auf einer vorgeschädigten Mundschleimhaut an. Ein Mundsoor ist unangenehm und schmerzhaft. Wird die Ursache nicht beseitigt, kann er sich „festsetzen“ und in die Speiseröhre oder Atemwege absteigen.

Welches sind die Haupt-Risikofaktoren?

Die Gefahr einer Soorpilzinfektion in der Mundhöhle besteht besonders bei folgenden Situationen:

Mundtrockenheit

Wird keine Nahrung durch den Mund aufgenommen, trocknet die Mundschleimhaut aus. Durch den mangelnden Speichelfluss kommt es zu Bildung von „Borken“, besonders unter dem Gaumen, auf der Zunge oder in den Wangentaschen. Dasselbe kann entstehen bei Menschen, die überwiegend durch den offenen Mund atmen. Dies ist häufig der Fall bei Pflegebedürftigen mit Atemnot, mit nasal (durch die Nase) eingeführten Sonden oder auch bei Menschen, die im Sterben liegen.

Störung der Mundflora

Bei Antibiotikatherapie, Abwehrschwäche, Chemotherapie oder einseitiger Ernährung ist das Risiko erhöht. Zucker beispielsweise erhöht die Pilzinfektionsgefahr. Auch Zahnbehandlungen (z. B. das Entfernen von Zähnen bei Schwerpflegebedürftigen) stellen eine Gefährdung dar. Durch die Schmerzen und Wunden im Mund kann die Mundhöhle häufig nicht richtig gespült oder gereinigt werden.

Wie erkennt man einen Mundsoor?

Die Zunge ist weißlich belegt und die Struktur wirkt vertieft. Das heißt, es sind tiefe Furchen sichtbar. Die Mundschleimhaut ist sehr empfindlich und fängt leicht an zu bluten. Auf den Lippen befinden sich kleine, weiße Stippchen, die sich nicht abwischen lassen. Die Mundwinkel sind rissig. Es besteht unangenehmer Mundgeruch.

Was können Sie tun, um eine Infektion zu verhindern?

  • Achten Sie auf einen sauberen Mund und feuchte Schleimhäute!
  • Reinigen Sie den Mund des Pflegebedürftigen von Speiseresten oder Schleim.
    Lassen Sie ihn regelmäßig den Mund spülen. Ist das nicht möglich, wischen Sie den Mund vorsichtig aus. Dazu befeuchten Sie eine Kompresse mit Tee oder einem anderem Getränk, das Ihr Angehöriger gerne mag. Wickeln Sie sich die Kompresse um den Finger und fahren vorsichtig über den Gaumen und durch die Wangentaschen. Die Zunge können Sie mit einer Zahnbürste oder einem Zungenreiniger (gibt’s im Drogeriemarkt) von Belägen befreien.
  • Putzen Sie regelmäßig die Zähne.
    Auch wenn nur noch einzelne vorhanden sind, sollten diese gut gereinigt werden. Sie können sonst zu einem wahren Bakterienherd werden. Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste und milde Zahnpasta. Es ist nicht schlimm, wenn Ihr Angehöriger nicht ausspuckt und die Reste verschluckt.
  • Achten Sie auf geschmeidige Lippen.
    Dazu eignen sich Lippensalben oder -cremes aus der Tube. Geben Sie etwas Creme auf Ihren Handrücken und tragen Sie diese dann mit dem Finger oder einem Wattestäbchen auf die Lippen des Pflegebedürftigen auf. Sie sollten es vermeiden, mit der Spitze der Tube die Lippen zu berühren. Sind Keime vorhanden, übertragen Sie diese auf die Öffnung der Tube und verteilen sie bei jeder Verwendung erneut auf den Lippen. Aus demselben Grund sollten Sie Lippenpflege aus der Tube einem Pflegestift vorziehen.
  • Halten Sie die Mundschleimhaut feucht.
    Wenn Ihr Angehöriger nicht trinken kann, verwenden Sie dazu ebenfalls eine angefeuchtete Kompresse. Tränken Sie diese mit einer Flüssigkeit, die ihr Angehöriger gerne mag. Sie können auch spezielle Mundpflegestäbchen verwenden. Diese sind mit einer Lösung getränkt und schmecken nach Zitrone. Fragen Sie in Ihrer Apotheke danach. Wenn Ihr Angehöriger an der Kompresse oder dem Stäbchen saugt, wissen Sie, dass Sie seinen Geschmack getroffen haben. Sie können in den Kunststoffverpackungen von kleinen Pralinen (lila Herzen u. a.) Getränke einfrieren, die Ihr Angehöriger gerne mag. Es können Tee, Säfte, aber auch Cola, Wein oder Bier sein. Geben Sie ihm diese Mini-Eiswürfel zum Lutschen.
  • Regen Sie den Speichelfluss an!
  • Lassen Sie Ihren Angehörigen regelmäßig kauen.
    Dies kann Kaugummi, aber auch Brotrinde oder harte Wurst u. ä. sein. Sorgen Sie dabei für eine aufrechte Sitzposition. Sie können auch etwas Joghurt, Apfelmus, weiches Kartoffelpüree o. a. in eine aufgefaltete Kompresse einschlagen und Ihrem Angehörigen in den Mund legen. Dies animiert zum Saugen und regt gleichzeitig die Geschmackssinne an.

Wie bekämpft man einen Mundsoor?

Informieren Sie den Hausarzt. Dieser wird Ihrem Angehörigen ein lokales Antimykotikum (Medikament gegen Pilzbefall, z. B. Ampho-Moronal) für den Mund verschreiben. Dies wird nach der Mundpflege mit einer beiliegenden Pipette vorsichtig in den Mund gegeben. Die Suspension sollte im ganzen Mund verteilt werden, also auch in die Wangentaschen und unter die Zunge.

Ihre Pflege war erfolgreich, wenn

  • die Mundschleimhaut feucht-rot ist
  • die Mundhöhle frei von Schleim oder Speiseresten ist
  • die Zunge frei von Belägen ist
  • die Lippen und Mundwinkel intakt und frei von Belägen oder Einrissen sind

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.04.2015 aktualisiert.

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