Neues Jahr – neue Leistungen: Mehr Unterstützung für Pflegebedürftige und Angehörige

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Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz ändert sich zum 01. Januar 2017 nicht nur die Definition von Pflegebedürftigkeit und die Einführung neuer Pflegegrade. Vor allem für pflegende Angehörige sind auch die erhöhten finanziellen Leistungen, die von der Pflegekasse bezahlt werden, besonders wichtig.

Münzen und StifteFoto: © stevepb | Pixabay.com

Die finanziellen Leistungen der Pflegekasse steigen in nahezu allen Unterstützungsformen. Eine besondere Rolle spielt dabei der Pflegegrad 1. Personen in diesem Pflegegrad werden vor allem Pflegebedürftige sein, die vorher gar keine Leistungen erhalten haben. Pflegebedürftige in den Pflegegraden 2 bis 5 erhalten darüber hinaus weitere finanzielle Unterstützung.

Leistungen bei Pflegegrad 1

Bei Pflegegrad 1 kann der Pflegebedürftige und seine Angehörigen mit folgenden Leistungen rechnen:

  • Pflegeberatung zu Hause oder in einem Pflegestützpunkt
  • finanzielle Zuschüsse in Höhe von 214 Euro, wenn der Pflegebedürftige in einer ambulant betreuten Wohngruppe lebt
  • Versorgung mit Pflegehilfsmitteln in Höhe von 40 Euro
  • finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes in Höhe von 4000 Euro pro Maßnahme
  • kostenlose Teilnahme an Pflegekursen für Angehörige
  • Der einheitliche Entlastungsbetrag kann in Höhe von 125 Euro für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsangebote in Anspruch genommen werden. Dieser kann – nur beim Pflegegrad I – auch für die Sachleistung durch den Pflegedienst (Grundpflege) eingesetzt werden.

Wird der Pflegebedürftige in einer vollstationären Einrichtung gepflegt, wird ein zuschuss von 125 Euro bezahlt.
Die genannten Leistungen gelten darüber hinaus auch für alle anderen Pflegegrade.

Für die Pflegegrade 2 bis 5 gelten zusätzlich die folgenden Leistungen.

Pflegesachleistung

Mit Pflegesachleistungen ist vor allem häusliche Pflege durch oder mit einem ambulanten Pflegedienst gemeint. Dafür stellt die Pflegekasse

  • mit Pflegegrad 2 = 689 Euro,
  • mit Pflegegrad 3 = 1.298 Euro,
  • mit Pflegegrad 4 = 1.612 Euro und
  • mit Pflegegrad 5 = 1.995 Euro

zur Verfügung.

Bekannt ist, dass 40 % des Sachleistungsbetrages auch für Angebote zur Unterstützung im Alltag verwendet werden können (Umwandlungsanspruch). Neu ist, dass der Versicherte entscheiden kann, ob er niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsleistungen mit dem Umwandlungsanspruch oder mit dem einheitlichen Entlastungsbetrag finanzieren möchte.

Pflegegeld

Pflegegeld ist eine Barleistung der Pflegekasse für den Pflegebedürftigen. Meist wird dieses Geld an die pflegende Person weitergegeben. Dafür stellt die Pflegekasse

  • mit Pflegegrad 2 = 316 Euro,
  • mit Pflegegrad 3 = 545 Euro,
  • mit Pflegegrad 4 = 728 Euro und
  • mit Pflegegrad 5 = 901 Euro

zur Verfügung.

Verhinderungspflege

Ist die eigentliche Pflegeperson verhindert, zahlt die Pflegekasse weiterhin 1.612 Euro im Kalenderjahr für maximal 42 Kalendertage für eine Ersatzpflegekraft. Auch ist weiterhin ein Übertrag der halben Kurzzeitpflege auf die Verhinderungspflege möglich.

Während einer Verhinderungspflege wird das Pflegegeld für bis zu sechs Wochen je Kalenderjahr fortgezahlt.

Kurzzeitpflege

Ist die eigentliche Pflegeperson verhindert oder muss nach einem Krankenhausaufenthalt bspw. die Wohnung des Pflegebedürftigen umgebaut werden, besteht die Möglichkeit einer kurzzeitigen Unterbringung des Pflegebedürftigen in einer stationären Einrichtung. Der Zeitraum dafür ist auf maximal 8 Wochen mit einer Leistungshöhe von 1.612 Euro begrenzt. Die Leistungshöhe kann mit dem Betrag der Verhinderungspflege verdoppelt werden.

Während einer Kurzzeitpflege wird das Pflegegeld für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr hälftig weitergezahlt.

Vollstationäre Pflege

Lebt der Pflegebedürftige vollstationär bspw. in einem Pflegeheim, beteiligt sich die Pflegekasse an den entstehenden Kosten.

  • Mit Pflegegrad 2 = 770 Euro
  • Mit Pflegegrad 3 = 1.262 Euro
  • Mit Pflegegrad 4 = 1.775 Euro
  • Mit Pflegegrad 5 = 2.005 Euro

Darüber hinaus gibt es innerhalb einer Einrichtung einen einheitlichen Eigenanteil. Das heißt, die Höhe des Eigenanteils hängt nicht mehr von der Höhe des Pflegegrades ab.

Tages- und Nachtpflege

Die Tages- und Nachtpflege ist ein teilstationäres Angebot. Der Pflegebedürftige kann bspw. tagsüber in einer stationären Einrichtung betreut werden und zum Abend wieder in den eigenen vier Wänden schlafen. Für die Tages- und Nachtpflege stellt die Pflegekasse

  • mit Pflegegrad 2 = 689 Euro,
  • mit Pflegegrad 3 = 1.298 Euro,
  • mit Pflegegrad 4 = 1.612 Euro und
  • mit Pflegegrad 5 = 1.995 Euro

zur Verfügung.

Einheitlicher Entlastungsbetrag

Pflegebedürftige die zu Hause gepflegt werden, haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich. Der Betrag dient der Erstattung von Aufwendungen für

  • Leistungen der Tages- oder Nachtpflege,
  • Leistungen der Kurzzeitpflege,
  • Leistungen der ambulanten Pflegedienste, jedoch nicht für die Leistungen aus dem Bereich der Grundpflege und
  • niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote.

Werden die 125 Euro monatlich nicht abgerufen, summieren sich diese über das Kalenderjahr. Der verbleibende Betrag kann dann in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden.

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 12.12.2016 aktualisiert.

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