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Nierenlebendspende – wer ist geeignet?

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Die Lebendnierenspende ist seit Mitte der 90er-Jahre ein wesentlicher Bestandteil nahezu aller Nierentransplantationsprogramme in Deutschland. Die positiven Erfahrungen und Verläufe führen dazu, dass die Indikationen weiter gefasst wurden. Aktuell bestehende Guidelines besitzen Schwächen bezüglich des Spendealters in Bezug auf die Kontraindikationen.

Rechtliche Grundlage der Nierenlebendspende

 

Die Lebendnierentransplantation ist rechtlich im Rahmen des seit 1997 in Deutschland gültigen Transplantationsgesetzes (TPG) eingebettet. Es gelten die folgenden wesentlichen Voraussetzungen für eine Lebendspende in Deutschland:

  1. Der Spender muss volljährig und einwilligungsfähig sein.
  2. Es muss eine Verwandtschaft oder enge persönliche Verbundenheit des Spenders mit dem Empfänger bestehen (§8 TPG).
  3. Eine ärztliche Nachbetreuung muss gewährleistet sein (§8 TPG).
  4. Der Patient muss in die Nachbetreuung einwilligen.

 

Im Sommer 2012 wurden im Rahmen der Novellierung des Gesetzes einige Verbesserungen u. a. für die Lebendnierenspender erreicht. Folgende Veränderungen wurden eingeführt:

  1. Der Spender besitzt nun einen 6-wöchigen Entgeltfortzahlungsanspruch gegenüber seinem Arbeitgeber.
  2. Der Spender besitzt einen eigenständigen Krankengeldanspruch gegen die Krankenkasse des Empfängers.
  3. Der Spender besitzt einen Rechtsanspruch auf medizinisch erforderliche Vor- und Nachbehandlung.
  4. Der Spender besitzt einen gesetzlichen Anspruch auf eine Rehabilitationsmaßnahme nach der Operation.
  5. Von den Spendern sind keine Zuzahlungen zu leisten.

 

Problematisch bleibt, dass Rentenbeiträge während des Bezugs von Krankengeld nicht abgeführt werden. Unklar bleibt auch, welche Krankheiten bei der Beweislastumkehr anerkannt werden. Zudem wurde nach TPG das Sechsaugenprinzip verpflichtend eingeführt.

Das heißt, dass eine unabhängige, vorher benannte Person die Daten über eine geplante Lebendnierentransplantation mitprüfen muss. Auch dies kann eine zusätzliche Sicherheit für den Patienten bedeuten.

Aufklärung des Lebendnierenspenders

 

Der dokumentierten Aufklärung des Spenders kommt nicht erst heutzutage eine Schlüsselrolle im Bereich der Vorbereitung zu. Sie beinhaltet immer die mit der Spende zusammenhängenden individuellen akuten und chronischen gesundheitlichen bzw. psychosozialen Risiken.

 

Folgende Risiken sind zu dokumentieren:

 

  1. Das postoperative Risiko beträgt rund 10% (Wundinfektion, Nachblutung, Sensibilitätsstörungen im Wundbereich, pulmonale Infekte, Pneumothorax, Thrombose oder Embolie).
  2. Die Mortalitätsrate nach Spendernephrektomie liegt in den USA bei etwa 0,03%.
  3. Langzeitrisiken bestehen im Hinblick auf eine verminderte Nierenfunktion bzw. einen arteriellen Bluthochdruck.

 

Des Weiteren sind folgende versicherungsrechtliche Aspekten zu beachten:

 

Lebendspender sind in der gesetzlichen Unfallversicherung gegen gesundheitliche Schäden, die über die gesundheitliche Beeinträchtigung aufgrund der Organentnahme bei komplikationslosem Verlauf hinausgehen und in einem ursächlichen Zusammenhang mit der Spende stehen, versichert.

Das Risiko, als Folge einer Lebendspende berufs- oder erwerbsunfähig zu werden, wird durch die gesetzliche Rentenversicherung abgedeckt. Tritt ein solcher Versicherungsfall ein, kann eine Minderung des Einkommens mit möglichem „sozialen Abstieg“ derzeit nicht abgedeckt werden.

Alle übrigen medizinischen Risiken nach einer Lebendspende sind durch die gesetzliche Krankenversicherung abgedeckt, falls der Spender gesetzlich krankenversichert ist. Bei privat Krankenversicherten sollte eine Kostenübernahmeerklärung für später auftretende Schäden (z. B. Niereninsuffizienz, Dialysepflichtigkeit) eingeholt werden.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 18.07.2014 aktualisiert.

Kategorien: Pflege

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