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Norovirus – warum ist es für Pflegebedürftige so gefährlich?

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Das Norovirus ist ein gefährlicher Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen. Es tritt vermehrt in den Herbst- und Wintermonaten auf. Das Virus ist hochgradig ansteckend und sehr widerstandsfähig. Bereits 10 bis 100 Viren reichen aus, um eine Infektion zu verursachen. Lesen Sie hier nähere Informationen zum Norovirus – Symptome, Behandlung und Vorbeugung.

Das Norovirus verursacht heftigen Brechdurchfall, der für Pflegebedürftige und geschwächte Menschen zu einem hohen Risiko werden kann. Das Virus ist resistent gegen Medikamente. Durch wässrige Durchfälle und Erbrechen besteht die Gefahr, dass der Körper viel Flüssigkeit und Elektrolyte (Salze) verliert. Dies kann bis hin zur lebensbedrohlichen Exsikkose (Austrocknung) führen. Diese muss im Krankenhaus behandelt werden.

Was ist das Norovirus?

Das Norovirus ist vermutlich ein sehr alter Erreger. Erstmalig wurde es 1968 identifiziert, als es in den USA in Norwalk, Ohio den Ausbruch von Gastroenteritis-Erkrankungen ("Magen-Darm-Grippe") an einer Grundschule verursachte. Über 100 Schüler und Lehrer erkrankten. Hinzu kamen die Infektionen von Familien und Kontaktpersonen. 1972 wurde es weiter erforscht. Es war zunächst unter dem Namen Norwalk-Like-Virus bekannt. 2007 kam es zu einem Ausbruch auf der Queen Elisabeth 2, einem der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt. Über 300 Menschen waren betroffen.

Das Virus existiert weltweit und ist sehr widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen. Es kann Temperaturen zwischen -20° und +60° C aushalten. Es überlebt auch auf Gegenständen und Lebensmitteln.

Wie wird das Virus übertragen?

In den Ausscheidungen des Erkrankten befindet sich Unmengen an Viren. Ein Gramm Stuhl enthält etwa 10 Millionen Viren, zur Ansteckung reichen bereits 10 bis 100 der Erreger. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral. Das bedeutet, die Krankheit wird vom Erbrochenen oder Stuhlgang in den Mund übertragen.

Dies kann passieren, wenn Sie den Sprühnebel einatmen, der beim Erbrechen entsteht. Auch beim Umgang mit den Ausscheidungen kann es zu Infektionen kommen. Nach dem Toilettengang befinden sich Viren am Toilettensitz, an der Klospülung, am Toilettenpapier, am Wasserkran, an der Türklinke usw. Gewissenhafte Händehygiene ist unerlässlich, um die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen.

Das Virus kann sich auch auf Lebensmitteln oder Gegenständen Befinden, die durch viele Hände gehen. Dazu gehören beispielsweise Türklinken von öffentlichen Gebäuden, Griffe von Einkaufswagen, Geldmünzen oder Computer-Tastaturen.

Wie verläuft die Erkrankung?

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 6 und 50 Stunden. Inkubationszeit ist die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung. Die Krankheit beginnt sehr plötzlich mit Durchfall und Erbrechen. Es kommt durch das vermehrte Ausscheiden von Flüssigkeit zu einem hohen Elektrolyteverlust, der zu lebensbedrohlichen Exsikkose (Austrocknung) führen kann.

Erwachsene sind vermehrt von Durchfall betroffen, Kinder von Erbrechen. Das Norovirus dringt in die Darmwand ein und vermehrt sich dort massiv. Die geschädigten Darmzellen können dem Stuhlgang keine Flüssigkeit entziehen, dadurch entsteht der Durchfall. Durch Erbrechen versucht der Körper, das Virus bereits im Magen wieder aus dem Körper zu entfernen.

Hinzu kommt ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen, leichtem Fieber und starker Abgeschlagenheit und Schwäche. die Symptome verschwinden nach ein bis drei Tagen. Erkrankte sind auch nach Abklingen der Magen-Darm-Symptome noch mindestens zwei Tage hoch ansteckend. Das Virus wird nach Genesung noch 7 bis 14 Tage über den Stuhl ausgeschieden, in manchen Fällen sogar noch über Monate. Gewissenhafte Hygiene im Umgang mit Erkrankten ist unerlässlich.

Wie wird eine Norovirus-Infektion behandelt?

Es gibt keine Medikamente gegen das Virus. Die Therapie erfolgt rein symptomatisch. In erster Linie muss der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden. Das bedeutet für Betroffene: trinken, trinken, trinken…

Die verlorenen Salze müssen durch Elektrolyt-Lösungen ersetzt werden. Diese kann Ihr Arzt verschreiben, oder Sie bekommen sie in der Apotheke.

Sie können eine Elektrolytlösung auch selbst sehr einfach herstellen:

Mischen Sie einen halben Liter abgekochtes Wasser oder stilles Mineralwasser mit einem halben Liter Kräutertee oder Saft nach Geschmack. Geben Sie einen Teelöffel Salz und acht Teelöffel Traubenzucker hinzu. Lösen Sie alles gut auf. Erkrankte sollten täglich zwei Liter dieser Lösung trinken.

Die weitere Therapie besteht aus Schonkost und körperlicher Ruhe. Zum Kostaufbau eignen sich geriebene Äpfel, Bananen, Zwieback, Toastbrot, gedünstete Möhren oder Kartoffelbrei. Treten Anzeichen von Exsikkose (Austrocknung) auf, muss die erkrankte Person schnellstens in ein Krankenhaus gebracht werden. Die verlorene Körperflüssigkeit muss durch Infusionen ersetzt werden. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, alte und geschwächte, pflegebedürftige Menschen.

Wie können Sie Ansteckungen mit dem Norovirus vermeiden?

Das A und O im Umgang mit dem Norovirus ist gewissenhafte Hygiene. Wenn eine 2. Toilette im Haus ist, sollte die erkrankte Person diese alleine benutzen. Nach jedem Toilettengang oder Erbrechen müssen die Hände gründlich gewaschen und desinfiziert werden. Besorgen Sie sich in der Apotheke ein Händedesinfektionsmittel, das auch für Viren wirkt.

Tragen Sie Einweghandschuhe im Umgang mit Erbrochenem und Stuhlgang. Erbricht der Erkrankte, sollten Sie einen Einweg-Mundschutz tragen. Diesen bekommen Sie ebenfalls in der Apotheke. Einwegsartikel müssen nach jedem Gebrauch entsorgt werden. An Einweghandschuhen, auch wenn sie nicht sichtbar verschmutzt sind, haftet eine große Zahl der Keime.

Geschirr und Besteck muss nach dem Gebrauch gründlich gereinigt werden. Lassen Sie die Spülmaschine im Intensivprogramm bei 75°C laufen. Das Virus überlebt bei Temperaturen bis +60°C!

Die Kleidung des Erkrankten sollte bei 90°C gewaschen werden. Ist dies nicht möglich, besorgen Sie sich im Drogeriemarkt ein desinfizierendes Waschmittel. Achten Sie darauf, dass auch Viren abgetötet werden.

Besorgen Sie sich ein Flächendesinfektionsmittel. Dies bekommen Sie ebenfalls im Drogeriemarkt. Wischen Sie den Nachtschrank, Türklinken, den Wasserhahn im Bad, die Toilettenbrille und -spülung regelmäßig ab. Desinfizieren Sie regelmäßig alle Gegenstände, mit denen die erkrankte Person in Berührung kommt. Denken Sie auch an die Computer-Tastatur und die Fernbedienung vom Fernseher.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Pflege

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