Pflegebahr: Nützlich oder unsinnig?

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Mit der Einrichtung der staatlich geförderten privaten Pflegezusatzversicherung soll für eine etwaige Pflegebedürftigkeit im Alter vorgesorgt werden. Während die Bundesregierung die private Zusatzvorsorge für den Pflegefall positiv bewertet, sehen Verbraucherexperten den so genannten “Pflege-Bahr” jedoch zunehmend kritisch.

Seit Januar gibt es die staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung

Wer eine als "Pflege-Bahr" bezeichnete private Pflegezusatzversicherung abschließt, erhält jährlich einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 60 Euro. Der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen privaten Zusatzversicherung ist, dass auch bereits kranke und ältere Menschen für den Pflegefall vorsorgen können.

Herkömmliche private Pflegezusatzversicherung lehnen kranke und ältere Kunden oft ab beziehungsweise lassen eine entsprechende Gesundheitsprüfung durchführen. Bei bestehenden Erkrankungen oder sonstigen Risiken wie Alter oder bereits bestehender Gebrechlichkeit, können Leistungen ausgeschlossen werden.

Den Zuschuss in Höhe von 60 Euro jährlich erhält derjenige, der eine Pflegezusatzversicherung abschließt, in der eine Pflege-Tagegeldversicherung integriert ist.

Zusätzlich muss deren Beitrag bei mindestens 120 Euro im Jahr liegen und der Vertrag muss monatliche Leistungen in Höhe von mindestens 600 Euro in der Pflegestufe III vorsehen. Während die Bundesregierung die private Zusatzvorsorge für den Pflegefall positiv bewertet, sehen Verbraucherexperten den so genannten "Pflege-Bahr" jedoch zunehmend kritisch.

Lohnt sich also der Abschluss einer staatlich geförderten privaten Pflegezusatzversicherung überhaupt? Und wenn ja, ist dies für alle Personengruppen sinnvoll oder lediglich für einen bestimmten Personenkreis? Diese oder andere Fragen wird sich im Rahmen der Presseberichterstattung zahlreicher Medien nahezu jeder bereits gestellt haben.

Die Stiftung Warentest hat mehrere Anbieter von staatlich geförderten privaten Pflegezusatzversicherungen untersucht

Hierbei stellte sich heraus, dass keine der getesteten Versicherungen zur alleinigen Vorsorge für eine Absicherung im Pflegefall ausreicht. Maximal boten die von der Stiftung Warentest untersuchten Versicherungstarife eine Leistung von bis zu 700 Euro im Monat. Gerade bei der Pflegestufe III sind jedoch vielfach Kosten in Höhe von bis zu 1800 Euro monatlich zu finanzieren. Hier entsteht eine deutliche Finanzierungslücke. In der Pflegestufe III zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung 1550 Euro. Allein ein Platz im Pflegeheim kostet jedoch durchschnittlich nahezu das Doppelte.

Auch bei Demenz reicht der Zuschuss der privaten Zusatzversicherung nicht aus, um einen Tagespflegeplatz zu finanzieren. Zudem können im Pflegefall die Versicherten erst nach einer Wartezeit von bis zu fünf Jahren die Leistungen in Anspruch nehmen. Zudem entfällt eine Beitragszahlung zur staatlich geförderten privaten Zusatzversicherung im Pflegefall nicht. Das bedeutet, auch im Pflegefall muss weiter bezahlt werden.

Die Verbraucherzentralen sehen deshalb den so genannten "Pflege-Bahr" allenfalls für junge Menschen, die eine schwere Krankheit haben oder aber für bereits alte Menschen, die keine andere Versicherungen erhalten, als geeignet an. Für alle anderen Personenkreise seien nach Ansicht der Stiftung Warentest die staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung nicht geeignet. Insbesondere die Kostenexplosionen durch die zunehmende Anzahl pflegebedürftiger Personen dürften zukünftig den Leistungsumfang der privaten Pflegezusatzversicherung zusätzlich schmälern.

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 25.03.2014 aktualisiert.

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