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Pflegeheimkosten können steuerrechtlich geltend gemacht werden

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Weist eine Person eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe III gegenüber dem Finanzamt nach, so kann sie nach § 33 EStG die Aufwendungen für die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Das Finanzamt kann für die Pflegeheimkosten einen Tagessatz von 50 Euro zugrunde legen.

Die Pflegekosten, die über den von der Pflege- und Krankenversicherung erstatteten Betrag hinausgehen, sind zu berücksichtigen und können damit bei der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden.

Dieses entschied das Finanzgericht Düsseldorf in seinem Urteil vom 21.02.2012 – 10 K 2502/10 E – Diesem Urteil liegt der Fall eines Klägers zugrunde, der aufgrund einer Gehirnblutung pflegebedürftig mit Pflegestufe III und einem Schwerbehindtengrad von 100% geworden war.

Aufgrund des schweren Pflegefalls zogen die Klägerin und ihr Ehemann in ein Seniorenwohnheim ein. Das monatliche Entgelt betrug 2.527 Euro für die Miete, 400 Euro für die Verpflegung und 605 Euro für die Betreuung. Zusätzlich schloss die Klägerin einen Pflegevertrag ab.

Die Klägerin machte nun im Rahmen der Einkommenssteuererklärung diese Pflegekosten als außergewöhnliche Belastung geltend. Das Finanzamt berücksichtigte für die Unterbringung in der Senioreneinrichtung einen Tagessatz von 50 Euro abzüglich einer Haushaltsersparnis von 7.680 Euro pro Jahr sowie die nicht von der Pflege- und Krankenversicherung erstatteten Pflegekosten in voller Höhe. Der Kläger wollte nun aber einen höheren Betrag berücksichtigt wissen und klagte gegen das Finanzamt nun vor dem Finanzgericht.

Entscheidung des Finanzgerichts zu Pflegeheimkosten

Das Finanzgericht hat die Aufwendungen der Klägerin für ihre Unterbringung in einer Wohneinrichtung für Senioren nach § 33 EStG als außergewöhnliche Belastung grundsätzlich berücksichtigt. Es ist aber bei der Höhe der berücksichtigungsfähigen Aufwendungen der Auffassung des Finanzamtes gefolgt.

Es führte aus, dass im Rahmen der Einkommenssteuererklärung, die Pflegekosten, die über den von der Pflege- und Krankenversicherung erstatteten Beträge hinausgingen, als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden können.

Das Finanzgericht Düsseldorf stellte weiterhin fest, dass das Finanzamt für Unterkunft und Verpflegung einen Tagessatz von 50 Euro (pro Monat durchschnittlich 1.500 Euro) zugrunde legen könne und diese nicht zu beanstanden sei.

Was bedeutet das für pflegende Angehörige?

Pflegende Angehörige sollten bei der Einkommenssteuerklärung der Gepflegten drauf achten, die Kosten für die Unterbringung in einer Senioreneinrichtung nach Abzug der Erstattungen von Kranken- und Pflegeversicherungen als außergewöhliche Belastungen geltend zu machen. Lehnt das Finanzamt dieses ab, sollten Sie einen Steuerberater einschalten.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.04.2015 aktualisiert.

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