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Pflegekasse: Leistungen bei früher Demenz

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Menschen mit einer beginnenden Demenz besitzen oft noch die Fähigkeit, viele Verrichtungen des Alltags eigenständig oder mit ein wenig Anleitung und Unterstützung selbst zu erledigen. Ob Sie aber Leistungen aus der gesetzlichen Pflegekasse bekommen können, wenn Sie z. B. eine kurzfristige Betreuung Ihres erkrankten Familienmitgliedes finanzieren möchten, lesen Sie hier.

Pflegeleistungen schon bei beginnender Demenz?

Eines Vorweg: Ja, auch Menschen mit Demenz können Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten – selbst wenn Sie sich noch weitestgehend selbst versorgen können.

Diese Leistung, im Volksmund „Pflegestufe 0“ genannt, richten sich speziell an Menschen mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz und mit einem erhöhten Betreuungsbedarf. Diese haben neben einem Betreuungsbetrag auch Pflegegeld (123 Euro) oder Sachleistungen (231 Euro) ohne die Einstufung in eine Pflegestufe zu erhalten.

Dies trifft unter anderem auch auf Menschen mit einer Demenz zu. Sie brauchen gerade zu Beginn ihrer Erkrankung vielleicht keine Hilfe bei der Körperpflege, allerdings benötigen Sie Hilfe bei der Strukturierung ihres Tagesablaufs. Vielleicht müssen Sie aber auch beaufsichtigt werden, weil sie sich oder andere sonst gefährden würden. Liegen bestimmte Voraussetzungen vor (s. u.), können Betroffene also zusätzliche Betreuungsleistungen bei ihrer Pflegekasse beantragen.

Betreuungsleistungen sind zweckgebunden

Pro Monat gibt es dann im Grundbetrag 104€ und im erhöhten Betrag 208€. Allerdings handelt es sich um ein zweckgebundenes Geld.
Die Pflegekasse zahlt das Geld nicht vorab in bar aus, sondern erstattet dem Antragsteller im Rahmen der ihm zu Verfügung gestellten Leistungen den Betrag zurück, der durch die Inanspruchnahme eines anerkannten Dienstes für Beaufsichtigung und Betreuung entstanden ist.

Betreuungsleistungen gelten auch bei Pflegestufen I bis III

Übrigens kann diese Leistung auch dann beantragt und bezogen werden, wenn auch schon die Voraussetzungen der Pflegestufen I bis III erfüllt sind. Da es sich bei den zusätzlichen Betreuungsleistungen um begleitende Hilfen handelt sind diese den anderen Pflegestufen nicht vorgeschaltet. Somit sind sie auch dann noch abrufbar, wenn die Demenzerkrankung schon weiter fortgeschritten ist.

Erfüllt Ihr Familienmitglied mit Demenz die Kriterien für zusätzliche Betreuungsleistungen?

Fähigkeitseinschränkungen Ja Nein
1. Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereichs (Weglauftendenz).
2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen.
3. Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potentiell gefährdenden Substanzen.
4. Tatsächlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation.
5. In Zusammenhang mit speziellen Situationen unangebrachtes Verhalten.
6. Unfähigkeit, die eigenen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen.
7. Unfähigkeit, zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung.
8. Störung der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigung des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen, die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben).
9. Störungen des Tag- und Nacht-Rhytmus
10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren.
11. Verkennen von Alltagssituationen und unangemessenes Reagieren in Alltagssituationen.
12. Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliertes emotionales Verhalten.
13. Niedergeschlagenheit, Verzagtheit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.

Für den Grundbetrag müssen mindestens zwei Fähigkeitseinschränkungen aus dem Bereich 1.-9. gegeben sein. Für den erhöhter Betrag müssen neben mindestens zwei Fähigkeitseinschränkungen aus dem Bereich 1.-9 zusätzlich ein Kriterium aus 1.-5. oder 9. oder 11 gegeben sein.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 08.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Demenz

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