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Pflegende Angehörige: Mit geringer Wertschätzung umgehen

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Betrachtet man die Situation pflegender Angehöriger, so fällt es schwer, eine positive Bilanz zu ziehen. Die pflegende Tätigkeit wird kaum gesehen, kaum bezahlt und zu wenig gelobt. Wie können pflegende Angehörige mit dieser geringen Wertschätzung umgehen?

Dabei ist die Gesellschaft auf private Pflege angewiesen. Betrachtet man die demographische Entwicklung, so wird es für die Gesellschaft nicht finanzierbar sein, zukünftig alle Pflegebedürftigen institutionell zu versorgen. Dennoch sind pflegende Angehörige zurzeit und bis auf weiteres dazu genötigt, sich ihre Wertschätzung selbst zuzusprechen.

Pflegenden Angehörigen leben eine ausgebeutete Existenz
Unter den genannten Umständen erscheint es nicht verwunderlich, dass wohl die meisten Angehörigen sich der Notwendigkeit der Pflege entziehen möchten. Diejenigen, die dies doch tun, leben nicht nur mit der schwierigen Aufgabe, sondern auch damit, gesellschaftlich wenig anerkannt zu sein.

Wir leben in einer Zeit, die den Wert eines Menschen an seinem Einkommen misst. Die Pflege eines Angehörigen gilt weitestgehend als Privatsache und ist, trotz der Möglichkeit Pflegegeld zu erhalten, im Wesentlichen unentgeltlich – der gesellschaftliche Wert bleibt ungesehen.

Vereinbarkeit der Pflege und finanzieller Ausgleich
Dabei kommt noch eine zusätzliche Belastung dazu. Moderne Frauen, und meist pflegen die Frauen, sind nicht mehr überwiegend als Hausfrauen bis zum Lebensende für die Familie erwerbslos tätig. Sie sind meist erwerbstätig, wodurch die Pflege nicht nur mit der Familie, sondern zumeist auch mit der Erwerbstätigkeit vereinbart werden muss.

Inzwischen gibt es Bestrebungen, die eine solche Vereinbarkeit ermöglichen sollen. So gibt es seit der Pflegereform 2008 die „Pflegezeit“. Hierbei sind jedoch nur rechtliche Regelungen hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherung getroffen worden.

Pflege und Kranken- und Sozialversicherung
Nimmt sich eine Arbeitskraft die Pflegezeit für sechs Monate, so muss sie oder er in dieser Zeit auf das eigene Einkommen verzichten. Eine Regelung wie bei der Elternzeit, mit finanziellem Ausgleich durch Elterngeld, gibt es bei diesem Anspruch noch nicht.

Pflege von Angehören bedeutet somit viel Verzicht ohne finanziellen Ausgleich. Der Wert besteht einzig in dem Gefühl das Richtige und etwas Wichtiges zu tun. Schöpfen Sie Ihre Wertschätzung aus diesem Gefühl!

Dennoch sollten Sie sich informieren, inwiefern in der Pflegezeit für Sie weiter Kranken- und Pflegeversicherungsschutz besteht. Für die Dauer der Pflegezeit besteht die Arbeitslosenversicherung fort, da die Pflegeversicherung die Pflichtbeiträge bezahlt.

Pflege und ALG I oder Harz IV
Wer für die Pflege ganz auf seine Erwerbstätigkeit verzichten muss, kann Arbeitslosengeld I beantragen. Obwohl das Arbeitsverhältnis weiter besteht gilt der Pflegende als beschäftigungslos und kann somit ALG I beantragen. Ebenso kann Harz IV beantragt werden. Der Vorteil bei Harz IV besteht darin, dass Sie bei Bezug nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen müssen und sich somit voll auf die Pflege konzentrieren können. Informieren Sie sich bei Ihrer Arbeitsagentur.

 

Leben mit geringer Wertschätzung
Finanziell gibt es kaum eine Anerkennung für die Pflegetätigkeit. In einer sehr auf das Einkommen gerichteten Gesellschaft entspricht dies einer geringen Wertschätzung. Dennoch sollte diese geringe Wertschätzung Ihre Gefühle nicht bestimmen. Wertschätzen Sie Ihre Arbeit selbst.

Rechnen Sie doch einmal durch, was Ihre Pflege bei einem Pflegedienst kosten würde – diese Ersparnis ist Ihr Verdienst! Es entspricht einer gesellschaftlichen Ungerechtigkeit, dass Ihre Tätigkeit nicht besser honoriert wird. Doch letztlich können Sie sich nur mit Ihrer Überzeugung, etwas Richtiges und Wichtiges zu tun, hiergegen wehren. Ihre Tätigkeit ist wichtig und wertvoll!

 

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Kategorien: Entlastung Pflegender

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