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Pneumonie: So verhindern Sie eine Bett-Lungenentzündung

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Jährlich erkranken etwa 800.000 Menschen an einer Lungenentzündung. Insbesondere alte, kranke und pflegebedürftige Menschen sind gefährdet. Jeder dritte Erkrankte verstirbt an der Pneumonie. Tipps für die richtige Pneumonieprophylaxe.

Was ist eine Pneumonie?

Eine Pneumonie ist eine akute Entzündung der Lunge. Verursacht wird diese durch Bakterien, Pilze oder Viren. Die Lungenbläschen (Alveolen) verkleben, der Gasaustausch Sauerstoff-Kohlendioxid wird erschwert. Das sogenannte Flimmerepithel in den Bronchien, das für die Reinigung der Atemwege zuständig ist, verklebt ebenfalls. Es kann die Atemwege nicht mehr reinigen.

Wie äußert sich eine Pneumonie?

Erkrankte haben meist plötzlichen Schüttelfrost und hohes Fieber. Es kommt zu Husten und Atemnot, häufig auch Schmerzen beim Atmen in der Brust. Der Husten ist zu Anfang trocken. Im weiteren Verlauf wird Schleim abgehustet, der gelb, grünlich, braun oder rostfarben sein kann.

Betroffene atmen durch die Luftnot und den Sauerstoffmangel sehr schnell und angestrengt. Tiefes Einatmen und Husten bereiten Schmerzen. Es kommt zu einer Schonatmung, bei der erkrankte Menschen vorsichtig und flach atmen. Durch den Sauerstoffmangel können sich Lippen und Fingernägel bläulich verfärben.

Welche Umstände fördern die Entstehung einer Pneumonie?

Allgemeine Abwehrschwäche ist ein Risiko. Diese kann bedingt sein durch Mangelernährung, Krebserkrankungen, bestehende Infektionen, Operationen u. a.

Auch Schluckstörungen sind ein Gefährdungsfaktor: Verschlucken kann Aspiration verursachen, also die „Einatmung“ von Flüssigkeit, Nahrungsmitteln oder Gegenständen.

Ebenso fördert schlechte Lungenbelüftung die Entstehung einer Pneumonie. Diese entsteht z. B. bei Bettlägerigkeit, durch Schonatmung bei Schmerzen, Lähmungen, Bewusstseinseintrübung oder bereits bestehende Lungenerkrankungen.

Befinden sich Keime auf der Zunge, der Mundschleimhaut, den Zähnen oder im Rachen, können diese tiefer „wandern“. Dies kann verursacht werden durch unzureichende Mundpflege, Austrocknung der Schleimhäute, vereiterte Zähne oder Infektionen im Mund (Soor).

Was können Sie zur Pnemonieprophylaxe tun?

  • Lüften Sie!
    Decken Sie Ihren Angehörigen gut zu und öffnen Sie das Fenster. Atmen Sie tief ein und aus, es tut Ihnen selbst auch gut. Animieren Sie Ihren Angehörigen, mit Ihnen zu atmen. Machen Sie daraus ein regelmäßiges Ritual, z. B. vor und nach jeder Mahlzeit, vor dem Waschen usw.
  • Singen Sie mit Ihrem Angehörigen!
    Um singen zu können, muss man richtig atmen. Luft versetzt die Stimmbänder in Schwingung, um Töne zu erzeugen. Somit wird die Lungenbelüftung verbessert.
  • Achten Sie auf eine gute Mundpflege!
    Mund, Zunge, Wangentaschen und Gaumen sollten frei von Belägen und Speiseresten sein. Die Schleimhaut sollte rot und gut durchblutet sein.
  • Versuchen Sie, Aspiration zu vermeiden!
    Achten Sie auf gutes Kauen und Entleeren des Mundes. Üben Sie regelmäßig mit dem Pflegebedürftigen zu husten und „trocken“ zu schlucken.
  • Führen Sie einfache Atemübungen durch!
    Beim Aufblasen eines Luftballons, „Blubbern“ mit einem Strohhalm im Wasserglas, Wegpusten von Wattebäuschen oder Kerzenauspusten vertieft sich automatisch die Atmung. Trainieren können Sie die Atemleistung auch mit einem einfachen Gerät, dem Triflo. Über ein Mundstück heben sich beim Einatmen Kugeln in 3 Kunststoffröhren. Je nach Stärke der Einatmung steigen diese unterschiedlich hoch. Sie und Ihr Angehöriger können so selbst die Atemleistung kontrollieren. Solch ein Gerät kostet etwa 15 Euro. Sie bekommen es in Apotheken, in Sanitätshäusern oder in verschiedenen Online-Versandhandlungen.
  • Üben Sie Kontaktatmung!
    Legen Sie dem Pflegebedürftigen Ihre Hände auf den Brustkorb, den Bauch oder an die Flanken. Fordern Sie ihn auf, gezielt in Richtung Ihrer Hände zu atmen und diese über seine Atembewegung „wegzudrücken“. Ist Ihr Angehöriger dazu in der Lage, kann er dies auch selbst trainieren.
  • Ausatmen gegen Widerstand!
    Der Pflegebedürftige atmet normal ein und durch den fast geschlossenen Mund wieder aus. Dieser Widerstand kann durch den Laut „ffff“ hörbar gemacht werden. Dies stärkt die Atemmuskulatur. Gleichzeitig werden tiefe Lungenbezirke belüftet und Sekret gelöst.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 23.04.2015 aktualisiert.

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