Private Pflegeversicherung: Die Angebote der Lebensversicherer

Erhalten Sie in unserem Online-Pflegekurs Unterstützung, Information und persönlicher Beratung von Experten.

Trotz gesetzlicher Pflegeversicherung sind viele Pflegebedürftige nur Taschengeldempfänger. Denn der “Pflichttarif” bietet lediglich eine Grundversorgung. Er deckt im Ernstfall nur einen Teil der tatsächlichen Kosten ab. Eine zusätzliche private Pflegevorsorge ist daher angebracht. In diesem Beitrag lesen Sie, welche privaten Pflegepolicen die privaten Lebensversicherer anbieten.

Welche privaten Pflegepolicen bieten die Lebensversicherer an?

Pflegerenten-Zusatzpolicen

Kostenbelastungen im Pflegefall lassen sich mit einer Pflegerenten-Zusatzversicherung auffangen. Sie wird als Zusatzversicherung zu einer traditionellen Kapitallebens-, Risikolebens- oder privaten Rentenpolice angeboten.

Im Pflegefall gibt es aus der Police – unabhängig von den tatsächlichen Pflegekosten – eine fest vereinbarte monatliche Pflegerente, deren Höhe vom jeweiligen Grad der Pflegebedürftigkeit abhängt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Betreuung zu Hause durch Fachkräfte oder Angehörige erfolgt oder in einem Heim stattfindet.

Voraussetzung für die Rentenzahlung: Der Versicherte muss infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls so hilflos werden, dass er für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden täglichen Verrichtungen auf die Hilfe einer anderen Person angewiesen ist.

Wenn der Pflegebedürftige für einen Monat oder länger in stationäre Behandlung geht, ruht die Rentenzahlung oft. Gleiches gilt auch bei Pflege außerhalb Deutschlands, sofern nichts anderes vereinbart ist.

Die monatliche Pflegerente kann dabei bei den meisten Gesellschaften bei Kapitallebensversicherungen bis zu 36 Prozent der jeweiligen Grundversicherungssumme betragen. Bei einer Kapitallebensversicherung mit einer Versicherungssumme von 50.000 Euro sind das z. B. 18.000 Euro Pflegerente im Jahr bzw. 1.500 Euro im Monat.

Pflegerenten-Zusatzpolicen haben allerdings einen entscheidenden Haken: Die vereinbarte Pflegerente fließt nicht bei allen Unternehmen sofort. Erst wenn der Versicherte ein halbes Jahr pflegebedürftig ist, beginnt die Rentenzahlung.

Außerdem muss der Versicherte bei vielen Versicherern meist erst eine Wartezeit von drei Jahren erfüllen. Wenn die Pflegerente einmal genehmigt ist, zahlt der Kunde keine Beiträge mehr.

Selbstständige Pflegerentenversicherung

Auch eine selbstständige Pflegerentenversicherung ergänzt die gesetzliche Pflegeversicherung durch eine der Rentenversicherung ähnliche Rentenzahlung.

Bei der selbstständigen Pflegerentenversicherung lässt sich bei einigen Versicherern zusätzlich eine Altersrente vereinbaren, die ab einem festgesetzten Alter (z. B. dem 80. oder 85 Lebensjahr) die Pflegerente ablöst.

Daneben lässt sich auch eine Todesfallleistung einschließen, die je nach Versicherer unterschiedlich gestaltet sein kann. Einige Versicherer zahlen dann ein Sterbegeld aus, das je nach Tarif zwei oder drei Jahresrenten der Pflegefallstufe III abzüglich der bereits gezahlten Pflege- oder Altersrenten betragen kann.

Generell wird jedoch bei einer Pflegerentenversicherung eine monatliche Rente vereinbart, die bezahlt wird, wenn während der Versicherungsdauer der Pflegefall eintritt.

Gleichzeitig entfällt beim Bezug einer Pflegerente aus der Police die Pflicht zur Beitragszahlung. Die Pflegerente wird meist in Abhängigkeit von der durch die gesetzliche Pflegeversicherung festgelegten Pflegestufen gezahlt.

Wo und von wem der Versicherte gepflegt wird, spielt bei einer Pflegerentenversicherung keine Rolle. Lediglich während einer stationären Heilbehandlung ruht der Rentenanspruch. Die vereinbarten Leistungen aus der Pflegerentenversicherung werden so lange gezahlt, wie Pflegebedürftigkeit entsprechend einer der drei Pflegestufen besteht.

Bei der selbstständigen Pflegerentenversicherung wird von den Versicherern bei Antragstellung meist eine Gesundheitsprüfung bzw. eine ärztliche Untersuchung verlangt. Bei einigen Versicherern kann auch eine einmalige Beitragszahlung vereinbart werden.

Bei laufender Beitragszahlung entfallen die Beiträge, solange der Anspruch auf Pflegerente besteht oder ruht. Eine Abkürzung der Beitragszahlungsdauer (z. B. auf das 60. oder 65. Lebensjahr) bei entsprechender Beitragserhöhung ist möglich.

curendo.de-Tipp: Wenn Sie damit rechnen können, im Pflegefall zu Hause von Familienangehörigen gepflegt zu werden und deshalb keine Leistungskürzungen in Kauf nehmen wollen, sollten Sie sich für eine Pflegerenten-Zusatzpolice oder eine selbstständige Pflegerentenversicherung entscheiden und mindestens 750 Euro monatliche Pflegerente versichern.

Auf den ersten Blick sind diese Policen meist teurer als die entsprechenden Angebote der privaten Krankenversicherer. Dieses Bild kann sich jedoch während der Vertragslaufzeit sehr schnell ändern. Denn bei Lebensversicherungen kommt die Prämienanpassungsklausel im Gegensatz zu Krankenversicherungen nur in Notsituationen zum Zuge. Holen Sie bei Pflegerentenpolicen immer mehrere Angebote ein.

Wir klären Sie auf was im Pflegefall zu tun ist! Jetzt informieren!

Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 22.12.2014 aktualisiert.

Bewerten Sie diesen Artikel

Private Pflegeversicherung: Die Angebote der Lebensversicherer 5,00 von 5 Sternen. 1 Stimmen


Versicherung & Finanzen


Pflege Newsletter

– 100 % kostenlos
– jederzeit kündbar
– keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte


Fachbegriffe erklärt

Das Glossar erläutert alle wichtigen Fachbegriffe zur Pflege auf einfache und verständliche Art. Zum Glossar



Wir klären Sie kostenlos auf,
was im Pflegefall zu tun ist!

Jetzt informieren!

Mehr zum Thema

Pflegezusatzversicherung: Gut versorgt im Pflegefall

Im Alter gut versorgt zu sein, ist sehr wichtig. Besonders bei steigender Lebenserwartung. Doch die Kosten bei einer Pflegebedürftigkeit können schnell ins Unermessliche wachsen.… Artikel lesen ›

So vergleichen Sie private Pflegezusatzversicherungen

Die Pflegeversicherung als Pflichtversicherung reicht im Allgemeinen nicht aus, um ausreichend versorgt zu sein, wenn Sie oder ein Angehöriger zum Pflegefall werden. Es ist… Artikel lesen ›

So erkennen Sie die Unterschiede der Pflegezusatzversicherungen

Interessieren Sie sich für eine Pflegezusatzversicherung, damit Sie finanziell abgesichert sind, werden Sie wahrscheinlich von den vielen Angeboten der Versicherungsunternehmen verwirrt sein. Im Wesentlichen… Artikel lesen ›

Ähnliche Kurse

Pflegezusatzversicherung: Gut versorgt im Pflegefall

So vergleichen Sie private Pflegezusatzversicherungen

So erkennen Sie die Unterschiede der Pflegezusatzversicherungen

Lohnt es sich, eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen?

Pflegebahr: Nützlich oder unsinnig?

Private Pflegeversicherung

Jeder möchte im Pflegefall möglichst gut abgesichert sein. Deshalb stellt sich schnell die Frage, ob eine private Pflegezusatzversicherung lohnenswert wäre. Seit 2013 wird die Pflegetagegeldversicherung ("Pflege-Bahr") sogar staatlich gefördert. Damit auch Sie im Pflegefall bestens versichert sind, haben wir Ihnen einige Artikel zu dem Thema private Zusatzversicherungen zusammengetragen.

Alle Beiträge zum Thema ›

OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.