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Psychische Erkrankungen: Wann werden Sie als schwerbehindert anerkannt?

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Auch psychische Erkrankungen und Beschwerden können im Rahmen des Schwerbehindertenverfahrens als Schwerbehinderung anerkannt werden. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden und welcher Grad der Behinderung wird für eine psychische Erkrankung vergeben? Hierüber soll der folgende Artikel Auskunft geben.

In den Industrienationen leiden immer mehr Menschen unter psychischen Erkrankungen. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Depressionen, Angst- und Zwangserkrankungen sowie Psychosen, wie Schizophrenie, und bipolare Störungen. Die Beurteilung dieser Krankheiten erfolgt nach der versorgungsmedizinischen Verordnung und der GdB-Tabelle.

Die Beurteilung der Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben und bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben richtet sich neben den psychopathologischen Beeinträchtigungen nach dem Ausmaß der anhaltenden Funktions- bzw. Aktivitätsstörungen sowie der möglicherweise eingeschränkten Teilhabe an den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Inwieweit diese Teilhabe eingeschränkt ist, richtet sich unter anderem nach der GdB Tabelle.

Für psychische Erkrankungen in dem Bereich von Depressionen, Angsterkrankungen und Zwangserkrankungen sieht die Tabelle folgende Werte vor:

Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Folgen psychischer Traumata

  • 0-20: leichtere psychovegetative oder psychische Störungen
  • 30-40: stärker behindernde Störungen mit wesentlicher Einschränkung der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit (z. B. ausgeprägte depressive, hypochondrische, asthenische oder phobische Störungen, Entwicklungen mit Krankheitswert, somatoforme Störungen)
  • 50-70: schwere Störungen (z. B. schwere Zwangskrankheit) mit mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten
  • 80-100: schwere Störungen mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten

Die Höhe des GdB richtet sich nun nach der Ausprägung der psychischen Erkrankung. Leichte depressive Anpassungsstörungen sind demnach mit einem Einzel-GdB von 10-20 zu bewerten. Eine Anpassungsstörung liegt vor: bei anhaltenden Gefühlen der Traurigkeit, Bedrückung, Unzulänglichkeit, Versteinerung, Unsicherheit und Unfähigkeit. Es liegt eine eingeschränkte Bewältigung des Alltages vor.

Bei einer mittelgradigen rezidivierenden Depressionen kann mit einem Wert von 30 gerechnet werden. Hierbei liegt eine depressive Stimmung, Antriebsstörungen, Verlust von Interessen, Konzentrationsstörungen, Schuldgefühle, vermehrte/verminderte Nahrungsaufnahme und Suizidalität vor.

Bei einer schweren Depression mit mittelgradigen Anpassungsschwierigkeiten kann mit einem Wert von 50 gerechnet werden. Zu den Symptomen einer schweren Depression gehören sozialer Rückzug bis hin zur Sozialphobie, Schlafstörungen, morgendliches Erwachen, das Morgentief, schwere depressive Verstimmung und Suizidalität vor. In diesem Bereich sind auch stärkere Zwangserkrankungen, Panikattacken und starke Angstzustände einzuordnen.

Da in der Verwaltungspraxis psychische Erkrankungen von den Versorgungsämtern häufig zu niedrig eingestuft werden, sollten Betroffene und ihre Angehörigen die Bescheide daraufhin überprüfen, ob das Versorgungsamt die Erkrankung richtig eingestuft hat.

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Kategorien: Schwerbehindertenausweis

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