OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schmerzassessment bei Menschen mit Demenz

Erhalten Sie in unserem Online-Pflegekurs Unterstützung, Information und persönlicher Beratung von Experten.

Auch wenn der Volksmund Gegenteiliges behauptet – ältere Menschen äußern Schmerzen eher zurückhaltend. Das gilt besonders bei vorliegender Demenz. Doch wie lassen sich Schmerzen bei diesen Patienten dann erfassen?

Kognitive Beeinträchtigung und Schmerzen

Nach wie vor ist nur unzureichend geklärt, wie demenzielle Erkrankungen die Schmerzwahrnehmung bei akuten und chronischen Schmerzen beeinflussen.
Offenbar bleibt die Schmerzschwelle, also die Reizstärke, ab der ein Reiz als Schmerz erlebt wird bei einer Alzheimer-Demenz weitgehend unverändert. Deutlich erhöht ist hingegen die Schmerztoleranzschwelle, ab der ein Schmerz als nicht mehr tolerabel empfunden wird.

Die vegetativen Schmerzreaktionen wie Blutdrucksteigerung und Erhöhung der Herzfrequenz sind teilweise erheblich vermindert. Dagegen nimmt die Schmerztoleranzschwelle bei Menschen ohne Demenz mit zunehmendem Alter eher ab. Eigene Untersuchungen bei multimorbiden, geriatrischen Patienten bestätigen zunächst die bei Jüngeren bekannten Unterschiede chronischer gegenüber akuten Schmerzen.

Besonders bei chronischen Schmerzen sind Assessments wichtig

Chronische Schmerzen sind multilokulärer, die Schmerzbeschreibung ist vielfältiger, sie gehen häufiger mit depressiven Symptomen und Schlafstörungen einher und es werden stärkere Analgetika eingesetzt, wobei während der Behandlung nur eine geringere Reduktion der
Schmerzintensität erreicht wird.

Kommen kognitive Beeinträchtigungen hinzu, fällt es den Patienten schwerer bei akuten Schmerzen eindeutig einen umschriebenen Schmerzort zu benennen (diffuse Schmerzlokalisation). Insgesamt können ältere Schmerzpatienten den Charakter ihrer Schmerzen schlechter beschreiben. Hingegen erscheint die Schmerzintensität (sensorische Dimension) unabhängig von der Schwere der Demenz zu sein.

Grundregeln für das Schmerzassessment bei demenziell Erkrankten

Vielfach sind alle notwendigen Informationen durch Eigen- und Fremdanamnese zu erfahren, wenn das Schmerzassessment den sprachlichen, sensorischen und kognitiven Gegebenheiten des Betroffenen angepasst wird. Am besten eignen sich daher Fragen, die mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden können, sich auf die momentane Situation beziehen und die in der dem Patienten vertrauten (Umgangs-) Sprache gestellt werden. Werden die Fragen sowohl in einer Ruhe- als auch in einer Aktivitätssituation gestellt,
ergeben sich zusätzliche Informationen über die Bewegungsabhängigkeit der Schmerzen.

Vermeiden sollte man aber das Fragen nach Schmerzen in den letzten Tagen oder in den letzten Wochen, da Defizite im Bereich des Kurzzeitgedächtnisses typisch für eine Demenz sind. Auch die Differenzierung von durchschnittlichem, maximalem oder minimalem Schmerzniveau fällt bereits Menschen mit nur geringen kognitiven Einschränkungen meist schwer.Unter Berücksichtigung dieser Punkte kann man selbst von Menschen mit mittelschwerer Demenz, die noch kommunikationsfähig sind, valide Auskünfte über ihre aktuelle Schmerzsituation erhalten.

Wir klären Sie auf, was im Pflegefall zu tun ist! Jetzt informieren!

Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 06.03.2015 aktualisiert.

Schlagwörter: ,

Kategorien: Demenz, Schmerzen

Bewerten Sie diesen Artikel

Schmerzassessment bei Menschen mit Demenz
5 Sternen.


Pflege Newsletter

– 100 % kostenlos
– jederzeit kündbar
– keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte

Fachbegriffe erklärt

Das Glossar erläutert alle wichtigen Fachbegriffe zur Pflege auf einfache und verständliche Art. Zum Glossar

Inhalte der Online-Pflegekurse

Informieren Sie sich hier über die Inhalte der Online-Pflegekurse für die Pflege Angehöriger. Jetzt informieren

Mehr zum Thema

Ganzheitliche Behandlung bei Arthrose durch Schmerz-Controlling

Schmerzen können Arthrose-Patienten heftig zu schaffen machen. Die Betroffenen mögen sich kaum noch bewegen, doch konstante Schonung wirkt sich wiederum verstärkend auf den Schmerz… Artikel lesen ›

Praktische Tipps gegen Übelkeit

Wenn Sie die Ursache Ihrer bestehenden Übelkeit kennen und diese harmlos ist, können Sie sie meist selbst behandeln. Es stehen etliche Mittel und Maßnahmen… Artikel lesen ›

Palliativmedizin

Patienten in der Palliativmedizin sind nicht mehr heilbar. An oberster Stelle stehen in der verbleibenden Lebenszeit die Wünsche, Ziele und das Befinden des Patienten.… Artikel lesen ›

Häufig gestellte Fragen

Wird man von Morphium abhängig?

Was kann man gegen permanentes Schreien von Demenzkranken tun?

Ähnliche Kurse

Ganzheitliche Behandlung bei Arthrose durch Schmerz-Controlling

Praktische Tipps gegen Übelkeit

Palliativmedizin

Palliative Care: Möglichkeiten, den letzten Weg zu bereiten

Alterssuizid: Eine Folge unzulänglicher Schmerztherapie?

Demenz

Demenz ist Oberbegriff für Erkrankungen des Gehirns, die vorwiegend im Alter auftritt. Sie beeinträchtigt unter anderem das Gedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache, Motorik, Orientierung, aber auch die Gemütslage und die sozialen Fähigkeiten.

Alle Beiträge zum Thema ›

OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.