Seelischer Druck durch Angehörige – nehmen Sie nicht alles hin

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In keiner Familie herrscht ständig eine heile Welt vor. Besonders wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig geworden ist, können viele Situationen im Alltag sehr angespannt sein. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern. Bleiben Sie freundlich, aber auch konsequent, denn alles müssen Sie sich auf keinen Fall gefallen lassen.

Angespannte Situationen

Viele Dinge im Pflegealltag können zu sehr angespannten Momenten führen. Sobald ein Mensch sich zu stark vom seelischen Druck bedroht fühlt, flüchtet er psychologisch betrachtet auf die sogenannte Bauchebene. Hier herrschen die Instinkte vor. Die Seele ist auf Verteidigung programmiert, um die eigenen Interessen zu schützen.

Wer einmal auf dieser Ebene angekommen ist, der ist meist aggressiv und weder für Mitgefühl noch für Logik empfänglich. Sie, aber auch Ihr Angehöriger, laufen dann Gefahr, in solchen Momenten bei der Pflege nicht mehr richtig zu kooperieren. Eventuell ernten Sie böse Worte oder Sie selbst bestrafen Ihren Angehörigen dann mit Schweigen. Nehmen Sie solche Situationen bitte nicht hin, sondern steuern Sie dagegen an! Am besten gelingt dies mit einem, hier vereinfacht dargestellten, Modell aus der Psychologie.

Signalisieren Sie Verständnis

Als Pflegekraft müssen Sie in der Regel etwas unternehmen und daher auch zuerst über Ihren eigenen Schatten springen. Ein Mensch auf der Bauchebene kann nicht mit Argumenten beruhigt oder "zur Vernunft gebracht" werden. Er muss zunächst von seiner Abwehrhaltung befreit und auf die sogenannte Herzebene geholt werden. Hier herrschen dann Emotionen wie Mitgefühl und auch Verständnis vor.

In der Psychologie fand man heraus, dass dies am besten funktioniert, indem man ohne Vorwürfe seinem Gegenüber zunächst einmal schlicht Verständnis signalisiert. Sie sollen natürlich nicht alles von Ihrem Angehörigen hinnehmen, doch für einen weiteren Schritt muss zunächst diese Entschärfung der Situation stattfinden.

Verdeutlichen Sie die eigene Situation

Nachdem Sie Ihren Angehörigen auf der Herzebene erreicht haben, dürfen Sie einen Schritt weitergehen und nun auf der Kopfebene mit ihm sprechen. Nun geht es darum, ihm ruhig aber bestimmt mitzuteilen, dass die Situation auch für Sie nicht leicht ist. Bringen Sie dabei ruhig einige Beispiele aus dem gemeinsamen Alltag ein, damit der Stress, denn Sie erleben, nicht nur theoretisch bleibt, sondern für Ihren Angehörigen ganz plastisch wird.

Nachdem Sie Ihre Argumente in Ruhe vorgebracht haben, sollte die Situation für beide deutlich sein. Sagen Sie Ihrem Angehörigen nun, dass Sie ihm gerne helfen, da er Ihnen viel bedeutet, dass Sie aber auf keinen Fall alles von ihm hinnehmen werden, denn damit schaden Sie sich beiden.

Erlauben Sie sich selbst, konsequent zu sein

Einigen Sie sich anschließend nach Möglichkeit gemeinsam auf kleine Tricks, um in Zukunft angespannte Situationen zu umgehen. Sie könnten beispielsweise ein Signalwort, wie "Stopp", vereinbaren. Sobald ein Moment entsteht, in dem sich seelischer Druck aufbaut, kann dieses Wort benutzt werden, um die Situation sofort einzufrieren und zu besprechen. So wird die Spannung beseitigt, noch bevor jemand auf die Bauchebene flieht. Derartige Signale sollten Sie dann jedoch auch auf jeden Fall ernst nehmen! Bleiben Sie konsequent, damit sowohl für Sie, als auch für Ihren Angehörigen klare Muster geschaffen werden können.

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Stress

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