So bekommen Sie Pflegegeld, wenn Sie demente Angehörige pflegen

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Die Lage für Sie als Angehörigen eines Pflegebedürftigen mit Demenz hat sich gebessert. Ihnen steht ebenso ein Pflegegeld zu, das Sie erhalten, wenn Sie die Pflege übernehmen. Je nach Pflegestufen fällt es unterschiedlich hoch aus.

Diagnose Demenz stellen

Bevor Sie allerdings das Pflegegeld erhalten, muss bei Ihrem Angehörigen Demenz diagnostiziert worden sein. Fällt Ihnen auf, dass Ihr Verwandter in der letzten Zeit vergesslich geworden ist, Gegenstände in der Wohnung nicht wiederfindet oder sich nur schlecht konzentrieren kann, sollten Sie ihn ermuntern, einen Arzt aufzusuchen.

In vielen Fällen weigern sich die Betroffenen allerdings, ihre Krankheit anzuerkennen und reagieren dementsprechend negativ auf einen solchen Vorschlag. Gehen Sie dann in wiederholten Gesprächen behutsam auf die Sorgen Ihres Angehörigen ein. Weigert er sich weiterhin, einen Arzt aufzusuchen, könnten Sie den behandelnden Arzt bitten, einen Hausbesuch zu machen. Stellt sich heraus, dass es sich um Demenz handelt, reagieren sie entsprechend.

Besuch durch den MDK

Kümmern Sie sich um Ihren Angehörigen, können Sie Pflegegeld beantragen. Allerdings muss dafür mindestens die Einstufung in die sogenannte Pflegestufe 0 erfolgen. Dies erfolgt durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Ein Mitarbeiter wird sich bei Ihnen melden und einen Termin vereinbaren, bei dem er Sie und den Pflegebedürftigen besucht. Anhand eines Fragenkatalogs wird er ermitteln, in wie weit die Einstufung gerechtfertigt ist.

Kompetenz im Alltag

Wichtig ist für ihn, zu erfahren, ob Ihr Angehöriger noch in der Lage ist, alleine täglich seine Ernährung und Körperpflege durchzuführen und mobil ist, ohne sich oder andere zu gefährden. Besonders bei Demenz gibt es im Alltag immer wieder gefährliche Situationen. So kann Ihr Angehöriger nach dem Kochen vergessen, den Herd auszuschalten, sich bei einem Spaziergang verlaufen oder sich im Winter bei niedrigen Temperaturen nicht warm genug anziehen.

Ergänzungen durch den Angehörigen

Nicht nur diese Punkte werden in Betracht gezogen, sondern auch seine Stimmung, der Antrieb, die Fähigkeit, zu kommunizieren und sein Tages- und Nachtrhythmus werden beobachtet. Da Demenzerkrankte häufig den natürlichen Rhythmus verlieren, sind sie nachts unruhig und wach, während sie tagsüber ihren Schlaf nachholen. Es ist ratsam, dass Sie an diesem Gespräch teilnehmen, da Sie Angaben zum Tagesablauf machen können, an die sich Ihr Angehöriger unter Umständen nicht erinnert.

Einstufung in Pflegestufe

Zur Einteilung in die Pflegestufe reicht es aus, wenn der Gutachter den Eindruck erhält, dass Ihr Angehöriger Hilfe bei der Grundpflege, Ernährung und Führung seines Haushaltes benötigt. Da die Voraussetzungen für die Pflegestufe 1 hierzu nicht erfüllt werden müssen, wurde Pflegestufe 0 eingeführt. Je nach Ausprägung der Krankheit sind jedoch auch Einstufungen in die Pflegestufen 1 bis 3 möglich.

Hat der Gutachter vom MDK seinen Bescheid verfasst, erhalten Sie ihn mit der Post. Je nach Pflegestufe können Sie nun über das Pflegegeld verfügen, dass Sie als pflegender Angehöriger erhalten. Bei Pflegestufe 0 bekommen Sie 123 Euro; ist Ihr Verwandter in die Pflegestufe 1 eingestuft, erhalten Sie 316 Euro, in der zweiten Pflegestufe 545 Euro. In der Pflegestufe 3 bekommen Sie 728 Euro. Die angegebenen Beträge gelten für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinn von § 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen.

 

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 23.04.2015 aktualisiert.

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