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So erreichen Sie eine gerechte Pflegestufe bei Demenz

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Demenzerkrankte verhalten sich nicht immer logisch. Deshalb kann es passieren, dass sie durch ihr Verhalten Hilfeleistungen erschweren und die Pflegezeit sich verlängert. Nicht immer wird dies adäquat bei der Einstufung der Pflegestufe bei Demenz berücksichtigt. Erfahren Sie hier, worauf Sie achten müssen, wenn der Gutachter es nicht tut.

Der Gesetzgeber hat den Hilfebedarf, der für eine Pflegestufe wichtig ist, nach dem Zeitaufwand ausgelegt, der für die Hilfestellungen und Pflege notwendig ist. Zudem ist es für die Einstufung ausschlaggebend, welche Hilfen im Laufe eines Tages für diese definierten Verrichtungen notwendig sind.

Der Bescheid der Pflegekasse über die Pflegestufe eines demenzerkrankten Angehörigen kann für den Pflegenden oftmalsenttäuschend sein.
Ist ein Gutachter bei der Feststellung des Hilfebedarfs der Ansicht, dass der Demenzerkrankte noch selbstständig die Grundpflege durchführen kann, sind für ihn andere Hilfestellungen, wie etwa in der Hauswirtschaft, nicht mehr interessant. In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf Sie einen Gutachter bei der Einstufung Ihres demenzerkrankten Angehörigen unbedingt hinweisen sollten.

Was muss ein Gutachter für die Bestimmung der Pflegestufe wissen?

Wenn der Gutachter des MDK zu Ihrem Angehörigen kommt, um den Pflegebedarf zu ermitteln, nimmt er eine Pflegezeitbemessung für die Verrichtungen der Grundpflege vor. Dazu teilt er die Hilfeleistungen in so genannte Hilfeformen ein. Eine Hilfeform ist die Vollübernahme. Das heißt, Sie übernehmen die vollständige Verrichtung, und Ihr Angehöriger bleibt bei allem passiv.

Für diese Hilfeform gibt es sogenannte Orientierungswerte, in denen der zu berücksichtigende Zeitbedarf für die Pflegestufe festgelegt ist.

Wenn Sie aber eine andere Hilfeform nutzen, z. B. die Anleitung, benötigen Sie sehr wahrscheinlich mehr Zeit für die Pflege, als für die Vollübernahme.
Denn bei der Anleitung übernehmen Sie die Verrichtung nicht vollständig, sondern leiten Ihren Angehörigen zur eigenen Ausführung an. Das kann aufgrund der Demenzerkrankung natürlich etwas dauern.

Darüber hinaus muss der Gutachter auch das Verhalten Ihres Angehörigen, das die Pflegedauer verlängert, berücksichtigen. Beispiele für solche Verhaltensweisen finden Sie in der nachfolgenden Übersicht:

Übersicht: Beispiele für die Pflege verlängerndes Verhalten von Demenzerkrankten.
Ihr Angehöriger wehrt Ihre Hilfe ab oder sperrt sich gegen Ihre Hilfe, so dass Sie ihm z. B. gut zureden müssen, bevor Sie ihm weiterhin helfen können.
Ihr Angehöriger verlässt während der Hilfeleistung den Ort des Geschehens, z. B. während des Waschens das Bad, so dass Sie ihn zurückführen oder zur Rückkehr für die Beendigung der Hilfe / Verrichtung überreden müssen.
Sie müssen Ihren Angehörigen laufend motivieren, Verrichtungen selbst auszuführen.
Ihr Angehöriger beschmiert das Umfeld, z. B. Toilette, Bett, Waschbecken, Wand mit Kot.
Sie müssen Ihren Angehörigen während des gesamten Tages zum Trinken und / oder Essen anleiten, auffordern, erinnern und punktuelle Hilfestellungen bei der Aufnahme von Nahrung und Getränken leisten.
Sie müssen Ihren Angehörigen wegen der Demenzerkrankung zu Arzt- oder Therapiebesuchen oder anderen Behandlungen, die mindestens 1-mal pro Woche und auf Dauer (mindestens 6 Monate) erfolgen, begleiten.

Auch kleine Hilfen sind wichtig

Bei der Pflegeeinstufung kommt es auf jede Minute an. Trotzdem vergessen pflegende Angehörige gerade die kleinen Hilfen, die täglich mehrfach anfallen, anzugeben.

So zählt bei der mundgerechten Zubereitung z. B. auch das Öffnen von Getränkeflaschen und das Eingießen des Getränks, das Öffnen von Joghurtbechern und das Schälen und Kleinschneiden von Obst.

Auch die Vor- und Nachbereitung einer Pflegetätigkeit zählt zum zeitlichen Aufwand der Verrichtung. Müssen Sie beispielsweise die Kleidung für Ihren Angehörigen herauslegen und das Anziehen in der richtigen Reihenfolge beaufsichtigen, muss dies vom Gutachter bei der Pflegeeinstufung gewertet werden.

Fazit

Für die Pflegeeinstufung zählt jede Minute. Es kann jedoch schnell passieren, dass die Gutachter des Medizinischen Diensts der Krankenversicherung (MDK) oder von Medicproof (Privatversicherte) die Besonderheiten in der Pflege Ihres Angehörigen übersehen. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie die Verhaltensweisen Ihres Angehörigen, die Sie bei der Pflege behindern, genau beschreiben und vergessen Sie nicht, auch die kleinen, alltäglichen Hilfen bei der Begutachtung Ihres Angehörigen anzugeben.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 13.01.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Pflegestufen

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