OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Sturz eines älteren Menschen – die wichtigsten Maßnahmen

Erhalten Sie in unserem Online-Pflegekurs Unterstützung, Information und persönlicher Beratung von Experten.

Laut Statistik stürzt mehr als ein Drittel der älteren Menschen über 65 und etwa die Hälfte der über 80jährigen. Stürze gehören zum Leben, genauso wie das Wiederaufstehen. Schwerwiegende Folgen von Stürzen müssen schnellstmöglich erkannt und weitere Folgeschäden vermieden werden. Wenn ein älterer Mensch stürzt – wie verhalten Sie sich?

Das oberste Gebot lautet: Bewahren Sie Ruhe!

 

Die gestürzte Person liegt ja bereits auf dem Boden und kann nicht tiefer fallen. Das bedeutet, die Situation kann sich ab jetzt nur noch verbessern. Wahrscheinlich ist die gestürzte Person selbst aufgeregt und mit den Nerven am Ende. Vielleicht hat sie bereits einige Zeit auf dem Boden gelegen und versucht, durch Klopfen oder Rufen auf sich aufmerksam zu machen. Ihr Eintreffen ist wohl der schönste Anblick des Tages.

Sie haben jetzt Zeit! Sie sind vor Ort, Ihr Angehöriger braucht keine Angst mehr zu haben. Aufgeregtheit oder hektischer Aktionismus bringt keinen Erfolg. Gerade, wenn Sie es alleine nicht schaffen, Ihrem Angehörigen nicht aufzuhelfen, nützt Panik niemandem.

In den seltensten Fällen liegt eine akut lebensbedrohliche Verletzung vor. Überprüfen Sie, ob Ihr Angehöriger ansprechbar ist und atmet. Bei Bewusstlosigkeit oder Atemstillstand gelten natürlich die lebensrettenden Sofortmaßnahmen.

Sorgen Sie zunächst für eine bequeme Lage der gestürzten Person!

 

Ist die gestürzte Person ansprechbar und atmet, haben Sie also Zeit! Legen Sie Ihren Angehörigen bequem zurecht. Legen Sie ein Kissen unter den Kopf, decken Sie ihn zu, wenn er friert. Schaffen Sie Platz, damit Sie gut an ihn herankommen. So bereiten Sie alles zum Aufstehen vor. Gleichzeitig kann Ihr Angehöriger sich erholen und Kräfte sammeln. Ist die gestürzte Person größer oder schwerer als sie, brauchen Sie sowieso Hilfe, um ihr aufzuhelfen. Vielleicht schafft sie es nach einer Ruhepause sogar selbst, mit ihrer Unterstützung aufzustehen.

Versorgen Sie Verletzungen!

 

Sie können bei einer gestürzten Person, die auf dem Boden liegt, sehr viel besser nach Verletzungen oder Hämatomen schauen als bei einer sitzenden. Schauen Sie nach offensichtlichen, blutenden Verletzungen und versorgen Sie diese zunächst.

Bereiten Sie das Aufstehen vor!

 

Achten Sie auf das Schuhwerk. Trägt die gestürzte Person Strümpfe, streifen Sie diese ab oder ziehen Sie ihr feste Schuhe an. Barfuß rutscht man nicht so schnell aus wie auf Socken! Fragen Sie Ihren Angehörigen, ob er sich hinknien kann. Ist dies möglich, stellen Sie einen stabilen Stuhl oder Rollstuhl mit angezogenen Bremsen in seine Nähe, an dem er sich hochziehen und aufrichten kann.

Klappt es nicht, überlegen Sie, ob Sie es schaffen, Ihren Angehörigen alleine hochzuheben. Wenn es geht, richten Sie Ihren Angehörigen mit dem Oberkörper zum Sitzen auf. Bitten Sie ihn, die Knie anzuwinkeln. Stellen Sie sich hinter ihn. Greifen Sie von hinten unter seine Achseln. Ziehen Sie ihn hoch und setzen sie ihn auf den bereitgestellten Stuhl.

Ist es Ihnen alleine nicht möglich, rufen Sie eine 2. Person, einen Nachbarn oder anderen Angehörigen usw. zur Hilfe. Zu zweit richten Sie die gestürzte Person von vorne auf. Greifen Sie dabei beide von vorne jeweils unter eine Achsel und stellen Sie jeder einen Fuß vor einen Fuß des Gestürzten. So verhindern Sie, dass er gleich wieder wegrutscht. Ziehen Sie ihn hoch und setzen Sie ihn auf die bereitstehende Sitzgelegenheit.

Achten Sie auf Schmerzen!

 

Äußert die gestürzte Person bei bestimmten Berührungen starke Schmerzen oder kann sich kaum rühren, warten Sie. Sie haben immer noch Zeit, Ihr Angehöriger liegt auf dem Boden sicher! Vielleicht ist es noch der Schreck, der in den Gliedern sitzt. Bitten Sie ihn, sich zu bewegen, soweit es ihm möglich ist. Starten Sie einen zweiten Versuch. Ist auch dieser nicht möglich, wählen Sie den Notruf 112, die Feuerwehr. Es besteht der ernstzunehmende Verdacht auf einen Knochenbruch. Vor allem Rippenbrüche sind äußerlich nicht zu erkennen.

Überprüfen Sie, ob Bewegungseinschränkungen bestehen!

 

Sitzt die gestürzte Person sicher auf einem Stuhl, bitten Sie sie, Arme, Beine, Schultern usw. zu bewegen. Bestehen Einschränkungen über das gewohnte Maß hinaus? Sind bestimmte Bewegungen gar nicht, mit Einschränkung oder nur unter starken Schmerzen möglich? Bitten Sie sie, tief zu atmen. Bestehen atemabhängige Schmerzen im Brustkorbbereich? In diesen Fällen informieren Sie den Hausarzt oder fahren Sie mit Ihrem Angehörigen in die Ambulanz oder rufen Sie den Krankenwagen. Er sollte geröntgt und ärztlich untersucht werden.

Achten Sie auch in den folgenden Tagen auf Schmerzen, Schwellungen, Hämatome oder Bewegungseinschränkungen. Manche Symptome treten erst einige Tage später auf.

Üben Sie das Aufstehen!

 

Hinfallen kann passieren, Aufstehen gehört im Leben dazu! Üben Sie mit Ihrem Angehörigen das Aufrichten, wenn er auf dem Boden sitzt. Trainieren Sie das Umdrehen und Hinknien, wenn er auf dem Rücken liegt. Gestürzte Menschen schaffen es meistens, sich ein Stück durch die Wohnung zu robben, um einen Stuhl, das Bett oder das Sofa zu erreichen.

Probieren Sie gemeinsam aus, wie sie sich selbst hochziehen können. Besonders für alleine lebende Senioren ist es eine große Hilfe, wenn Sie wissen, wie sie sich im Falle eines Sturzes selbst helfen können. Es gibt Sicherheit, wenn sie es schon einmal ausprobiert haben und wissen, dass sie es schaffen können.

Kommen Stürze häufiger vor oder hat Ihr Angehöriger große Sturzangst oder -gefährdung, sollten Sie über die Anschaffung eines Hausnotrufgerätes nachdenken. Viele Pflegedienste und Verbände wie Johanniter, DRK u.a. bieten diesen Service an.

Wir klären Sie auf, was im Pflegefall zu tun ist! Jetzt informieren!

Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 24.10.2014 aktualisiert.

Schlagwörter:

Kategorien: Sturzvermeidung

Bewerten Sie diesen Artikel

Sturz eines älteren Menschen – die wichtigsten Maßnahmen
5 Sternen.


Praxis der Pflege

Pflege Newsletter

– 100 % kostenlos
– jederzeit kündbar
– keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte

Fachbegriffe erklärt

Das Glossar erläutert alle wichtigen Fachbegriffe zur Pflege auf einfache und verständliche Art. Zum Glossar

Inhalte der Online-Pflegekurse

Informieren Sie sich hier über die Inhalte der Online-Pflegekurse für die Pflege Angehöriger. Jetzt informieren

Mehr zum Thema

Sturzrisiko – beugen Sie vor

Ein Sturz kann für jeden Menschen ein einschneidendes Ereignis im Lebenslauf sein. Im Alter nimmt das Sturzgeschehen an Häufigkeit und Dramatik deutlich zu. Mehr… Artikel lesen ›

Hilfe, ich falle – reduzieren Sie die Sturzangst

Befragt man Menschen zum Thema Sturz, können viele eigene Erfahrungen schildern. Diese Schilderungen sind geprägt von dem inneren Erleben des Sturzes und nur wenig… Artikel lesen ›

Kopfverletzung nach einem Sturz – darauf müssen Sie unbedingt achten!

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen fallen ältere Menschen, die Hälfte der über 80-jährigen mindestens einmal im Jahr. Viele Stürze gehen glimpflich aus. Besondere Vorsicht ist allerdings… Artikel lesen ›

Häufig gestellte Fragen

Wie können nächtliche Stürze bei Toilettengängen vermieden werden?

Ähnliche Kurse

Sturzrisiko – beugen Sie vor

Hilfe, ich falle – reduzieren Sie die Sturzangst

Kopfverletzung nach einem Sturz – darauf müssen Sie unbedingt achten!

Wie können Hüftprotektoren Sturzfolgen mildern?

Sturzvermeidung

Die Sturzvermeidung oder auch Sturzprophylaxe sind hilfreiche Maßnahmen, um die Gefahr für Ihre pflegebedürftigen Angehörigen, sich zu verletzen, deutlich zu reduzieren. Hüftgelenkbrüche sind bei Stürzen von älteren Menschen nicht selten. Übungen, Wohnungsanpassungen, Hüftschutz und weitere Hilfen können können dazu beitragen, dass ernsthafte Verletzungen vermieden oder verhindert werden.

Alle Beiträge zum Thema ›

OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.