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Therapie bei Demenz: Was ist die Realitätsorientierung (ROT)

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Demenz ist nicht heilbar. Der Verlauf jedoch lässt sich durch unterschiedliche medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapieformen begünstigen und aufhalten. Lesen Sie hier, was die Realitätsorientierung (ROT) beinhaltet, für wen sie sich eignet und wie sie diese zu Hause umsetzen können.

Welches Ziel hat die Realitätsorientierung (ROT)?

Menschen mit Demenz verlieren mit dem Fortschreiten der Krankheit wichtige Bezüge zur äußeren Realität. Sie wissen nicht mehr, welche Tageszeit, Datum oder Jahr gerade ist, wo sie sich befinden und wer die Personen in ihrer Umgebung sind. ROT will Orientierungshilfen zu folgenden 3 Bereichen bieten:

Soziale Orientierung: Die Betreuungsperson erläutert bei Nachfrage immer wieder, wer sie selbst ist. Sie spricht den Erkrankten mit vollem Namen an, gibt bei Bedarf Information zur Person des Erkrankten und zu Familienmitgliedern.

Zeitliche Orientierung: Es werden Informationen zur Tageszeit, den entsprechenden Mahlzeiten, Datum, Jahreszeit, Feiertage oder Festlichkeiten gegeben.

Räumliche Orientierung: Die nähere Umgebung wird erläutert, bei Bedarf die Wohnung, die Straße, Geschäfte, der Stadtteil, der Ort. Es bieten sich Spaziergänge an, bei denen die Umgebung "erkundet" und erinnert wird.

Das Realitäts-Orientierungs-Training wird häufig in Pflegeheimen eingesetzt. Es können Ideen für die häusliche Umgebung abgeleitet werden.

Für wen eignet sich ROT?

Dieses Verfahren eignet sich für Menschen mit Orientierungsstörungen im anfänglichen bis zum Beginn des mittleren Stadiums. Studien haben gezeigt, dass dieses Verfahren die kognitiven Fähigkeiten fördert. Auf die Alltagskompetenz hat die Realitätsorientierung keine Auswirkungen. Es ist wichtig, dass Erkrankte durch ROT nicht überfordert oder bevormundet werden. Die Realitätsorientierung sollte nur soweit durchgeführt werden, wie sie für den Erhaltung der Selbstständigkeit und die Lebensqualität wichtig ist.

Fragen und Hinweise sollten in normale Gespräche einfließen. Die Atmosphäre eines Quiz oder Wissensabfrage muss unbedingt vermieden werden. Dies wird von Erkrankten häufig als beschämend oder demütigend empfunden.

Wie können Sie ROT zu Hause umsetzen?

Lassen Sie Informationen in Gespräche einfließen, ohne den Erkrankten zu belehren: Mutti, es ist Mittwochnachmittag, 15 Uhr, Zeit für einen Kaffee. Wollen wir zusammen Kaffeetrinken? Schau mal in den Kühlschrank, dort habe ich uns Kuchen hingestellt.

Verwenden Sie Orientierungshilfen wie Kalender im Großdruck an gut sichtbarer Platzierung. Beschriften Sie die Türen der Zimmer oder Schränke mit entsprechenden Schildern. Es eignen sich auch Fotos der Räumlichkeiten oder Gegenstände in den Schränken.

Achten Sie darauf, dass die Schränke nicht überfüllt sind. Weniger ist mehr. Reduzieren Sie Geschirr und Besteck. Sortieren Sie Kleidung aus, die nicht mehr passt oder getragen wird.

Stellen Sie aktuelle Fotos von Angehörigen und nahestehenden Personen auf. Beschriften Sie diese mit Namen und Beziehung, zum Beispiel "Freundin Edith", "Schwiegertochter Sabine mit Sohn Peter".

Stellen Sie kleine, zur Jahreszeit passende Dekorationen auf wie den Asternstrauch, einen Adventskranz oder herbstliche Blätter mit Kastanien und Eicheln. Werden diese immer wieder weggeräumt, können Sie auch entsprechende Karten oder Fotos aufhängen. Nehmen Sie in Gesprächen immer wieder Bezug darauf. Versuchen Sie, Erinnerungen zu wecken, beispielsweise an Rezepte für besondere Weihnachtsplätzchen.

TIPP: Notieren Sie sich Rezepte oder besondere Ereignisse. Im Verlauf der Erkrankung können diese wahrscheinlich nicht mehr erinnert werden und sind für Sie verloren.

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Kategorien: Demenz

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