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Therapie bei Multipler Sklerose: Schubtherapie und Langzeitbehandlung

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Rund 130.000 Menschen sind in Deutschland an MS erkrankt. Heilung gibt es derzeit noch nicht. In den letzten 20 Jahren ist intensiv geforscht worden. Es stehen medikamentöse Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, um den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen und die Zahl und Schwere der Schübe zu lindern. Lernen Sie hier die Basis- und die Schubtherapie kennen.

Die medikamentöse, wissenschaftliche fundierte Therapie der MS besteht aus 2 Säulen:

  • Therapie der akuten Schübe
  • Basis-Therapie: Langzeitbehandlung, um das Immunsystem positiv zu beeinflussen

Hinzu kommen die Therapie der Symptome als 3. Säule und die Rehabilitationsmaßnahmen. Näheres darüber können Sie in meinem Artikel Therapie bei MS: Symptom-Therapie und Rehabilitation nachlesen. Alternative Therapieverfahren wie Bienengift, Sauerstoffüberdruck-Therapie oder Amalgan-Entfernung sind wissenschaftlich nicht gesichert. Zum Teil können sie erhebliche gefährliche Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen hervorrufen.

Die 3 Therapiesäulen werden in Kombination miteinander angewandt. Berücksichtigt werden das Stadium der Erkrankung, der Verlauf, die vorherrschenden Symptome, Alter, Geschlecht, weitere Erkrankungen und die persönliche Situation des Betroffenen.

1. Schubtherapie

Kortison-Stoß-Therapie: Bei der Therapie eines akuten MS-Schubes wird hochdosiert Kortison über die Vene verabreicht. Kortison ist ein körpereigenes Hormon der Nebennierenrinde. Unter Anderem hemmt es entzündliche Prozesse im Körper. Zu diesem Zweck wird es bei der MS-Therapie eingesetzt als Kortison-Stoß-Therapie.

An 3 Tagen hintereinander wird morgens eine Kortison-Infusion verabreicht. Bei ungenügender Wirkung kann die Therapie auf 5 Tage verlängert werden. Haben sich innerhalb von 2 Wochen die Symptome nicht ausreichend zurückgebildet, kann die Therapie über eine Dauer von bis zu 5 Tagen wiederholt werden.

Plasmapherese – Blutwäsche: Bleibt der 2. Therapie-Versuch ebenfalls erfolglos, wird in besonders schweren Fällen (starke Lähmungserscheinungen oder Sehnerventzündungen mit Gefahr der Erblindung) eine Plasmapherese durchgeführt. Die Plasmapherese ist in etwa vergleichbar mit der Dialyse-Behandlung von Menschen mit schwersten Nierenschädigungen. Dabei werden flüssige Anteile (Plasma) und feste Bestandteile (rote und weiße Blutkörperchen u. a.) des Blutes getrennt und von den schädigenden Bestandteilen befreit

2. Basistherapie – Immunprophylaktische Therapie

Die Immunprophylaktische Therapie greift in das körpereigene Immunsystem ein und hemmt die Autoimmunprozesse. Ein Autoimmunprozess ist eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe. Körpereigenes Gewebe wird als zu bekämpfender Fremdkörper eingeordnet. Die eingesetzten Medikamente sollen diese Attacke des Immunsystems gegen den eigenen Körper abschwächen.

Somit hat die Langzeittherapie der MS das Ziel, Schwere und Häufigkeit von Schüben zu mindern und das Fortschreiten der Behinderungen zu verzögern. die Langzeittherapie sollte so früh wie möglich einsetzen, optimalerweise gleich bei Auftreten des ersten Schubes. So kann der Krankheitsverlauf deutlich positiv beeinflusst werden.

Langzeitbehandlung

Folgende Wirkstoffe gehören in die Gruppe der Langzeittherapeutika bei MS:

  • Beta-Interferon: Botenstoffe, die natürlich im Körper vorkommen und regulierend in das Immunsystem eingreifen.
    Sie hemmen Entzündungsprozesse und schließen die Blut-Hirn-Schranke. Die Blut-Hirn-Schranke verhindert, dass schädliche Stoffe aus dem Blut in das Gehirn gelangen. Der Wirkstoff wird je nach Medikament in den Muskel oder unter die Haut gespritzt.
    Nebenwirkungen sind grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Es können Reaktionen an der Einstichstelle auftreten, Depressionen können zunehmen.

  • Glatiramerazetat: Eiweißmolekül mit Ähnlichkeit zu dem Myelin (Schutzschicht der Nervenzellen).
    Es blockiert aggressive Immunzellen, schützt das Myelin und regt die Bildung von Faktoren an, die das Nervenwachstum fördern. Dieser Wirkstoff muss täglich unter die Haut gespritzt werden.
    Als Nebenwirkungen treten häufig Reaktionen an der Einstichstelle auf. Manche Betroffene reagieren einmalig innerhalb kurzer Zeit nach der Injektion mit Atemnot, Herzrasen, Druckgefühl oder Schweißausbrüchen. Die Symptome klingen spätestens innerhalb von 30 Minuten wieder ab und treten in der Regel nicht mehr auf.

  • Immunglobuline: Gemisch aus Antikörpern, das aus Blutspenden gewonnen wird.
    Immunglobuline haben modulierende Auswirkungen auf das Immunsystem. Es gibt kaum Nebenwirkungen. Bei betroffenen jungen Frauen sind die Immunglobuline das einzige Medikament, das während Schwangerschaft und Stillzeit zur Reduzierung der Schübe eingesetzt werden kann. Immunglobuline werden als Infusion verabreicht. Krankenkassen müssen diese Therapie nicht bezahlen und übernehmen sie in den seltensten Fällen.
  • Eskalationstherapie: Bleiben die gewünschten Erfolge der Therapie aus oder ist die Krankheitsaktivität sehr hoch, kann vorübergehend eine ausgeweitete Therapie angewandt werden. Nach Stabilisierung der Situation wird wieder zur Basis-Therapie zurückgekehrt.

    Die verwendeten Medikamente sind zumeist Chemo-Therapeutika, so wie sie in der Krebsbehandlung eingesetzt werden. Die Nebenwirkungen können erheblich sein. Erschöpfung, Kopfschmerzen, Knochenmarksschädigung, Infektionen, Leberschädigungen zählen dazu.

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Kategorien: Multiple Sklerose

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