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Therapie und Hilfsmittel bei Stuhlinkontinenz

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Die Ursachen einer Stuhlinkontinenz können sehr unterschiedlich sein, daher muss zunächst geklärt werden, woher die Enddarmschwäche kommt. Soweit es möglich ist, sollte die Grunderkrankung behandelt werden. Zum anderen soll Ihr Leben lebenswert bleiben, solange Sie Ihren Darm nicht vollständig kontrollieren können. Clevere Produkte helfen Ihnen dabei.

Hilfe bei leichter Stuhlinkontinenz oder vor einer Operation

Bis die Darmschwäche behoben ist, kann Ihnen der Arzt eine Reihe von Hilfsmitteln verordnen, die es Ihnen ermöglichen, ein relativ normales Leben zu führen, das auch ein soziales Miteinander beinhaltet. Hilfreich sind zum Beispiel Inkontinenzvorlagen und passende Netzhosen, Inkontinenzhosen und Analtampons. Letztere sind eine besonders sichere und zugleich unsichtbare Vorkehrung, mit denen der After verschlossen wird, sodass der Darminhalt gar nicht erst austreten kann. Sie sind in verschiedenen Formen und Größen erhältlich, sodass Ihre persönliche Situation berücksichtigt werden kann.

Verbindliche Grundbehandlungen bei Schließmuskelschwäche

Zunächst wird Ihr Arzt dafür sorgen, dass Sie regelmäßig Stuhlgang in einer normalen Zusammensetzung haben. Sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung werden der Darm und besonders der Schließmuskel gereizt und/oder überdehnt. Mithilfe von Medikamenten kann der Stuhl eingedickt oder aufgeweicht werden, sodass die Entleerung des Darms schmerzfrei stattfinden kann. Auch Beckenbodengymnastik ist eine erprobte Behandlungsmethode, mit der Sie als erste Maßnahme schon viel erreichen können, daher ist sie ein Muss. Bei leichten Formen der Stuhlinkontinenz reichen regelmäßige Übungen oft schon aus, um den Schließmuskel zu stärken. Bei fortgeschrittenen Stuhlinkontinenzproblemen ist die Beckenbodengymnastik ebenfalls eine wesentliche Grundlage für weitere Behandlungsschritte.

Stuhlinkontinenz durch geschädigte Nerven

Wenn Ihr Darm nicht mehr in der Lage ist, den Stuhl wegen einer Nervenschädigung kontrolliert abzugeben, kann der Arzt einen kleinen Schrittmacher in den Darm einpflanzen. Ist er eingeschaltet, zieht er den Schließmuskel durch Stimulierung der noch funktionierenden Nervenenden zusammen. Zur Entleerung des Darms schaltet man den Schrittmacher einfach aus. Nervenschädigungen am Schließmuskel kommen bei Patienten mit Multipler Sklerose, Demenz, Parkinson, Schlaganfall, Querschnittslähmung, Bandscheibenvorfall und nach entfernten Tumoren vor. Einige Medikamente können ebenfalls die Nerven schädigen.

So kann eine heftige Schließmuskelschwäche operiert werden

Wenn diese Methode nicht helfen kann, weil alle Nerven zerstört sind, kommt eine Operation in Frage, die den Schließmuskel ersetzt. Dafür wird entweder ein Stück Muskel aus dem Oberschenkel entnommen oder es kommt ein künstlicher Muskel zum Einsatz. Diese beiden Operationsmethoden sind allerdings sehr aufwändig und nicht einfach durchzuführen. Wenn diese Maßnahmen nicht mehr möglich sind, kann der Arzt Ihren Darmausgang verlegen, d.h. Sie bekommen einen künstlichen Darmausgang.

Letzte Möglichkeit: ein künstlicher Darmausgang

Sich für einen künstlichen Darmausgang (Stoma) zu entscheiden, fällt den meisten Betroffenen nicht leicht. Hier sollten Sie abwägen, wie stark die Lebensqualität durch die Stuhlinkontinenz belastet ist und ob tatsächlich eine Verbesserung durch eine Stomaanlage erfolgen kann. Lassen Sie sich vor der Operation unbedingt ausführlich über die Möglichkeiten, aber auch über die Nachteile eines künstlichen Darmausgangs informieren.

Sollten Sie sich für eine Stomaanlage entscheiden, werden Sie im Anschluss an die Operation nochmals von einem Stoma-Therapeuten umfassend beraten. Von diesem lernen Sie dann, wie Sie mit dem künstlichen Darmausgang umgehen sollten und wie die Darmentleerung funktioniert. Mithilfe moderner Produkte und einer sorgfältigen Pflege können Sie heute mit einem Stoma ein normales Leben führen.

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Kategorien: Inkontinenz

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