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Tipps bei Diabetes: Darauf sollten Sie bei der Insulininjektion achten

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In Deutschland leben etwa 1,9 Millionen insulinpflichtige Diabetiker. Manche Diabetiker spritzen fest angeordnete Einheiten, andere errechnen die Menge des zu spritzenden Insulins jeweils zu den Mahlzeiten. Es gilt, Fehler bei der Injektion auszuschließen, um die Blutzuckerwerte stabil zu halten. Lesen Sie hier, worauf es bei der korrekten Insulininjektion ankommt.

Ob das gespritzte Insulin die komplette Wirkung entfalten kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören Auswahl und Zustand der Injektionsstelle, der korrekte Umgang mit dem Pen und die richtige Nadellänge. Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. VDBD hat einen Leitfaden mit Praxis-Hinweisen entwickelt, um Fehler bei der Insulinapplikation auszuschließen. Hier finden Sie die wichtigsten Punkte.

1. Welche Länge sollte die Pen-Nadel haben?

Die Pen-Nadel muss lang genug sein, um das Insulin in das Unterhautfettgewebe zu befördern. Sie darf aber nicht zu lang sein, da das Insulin sonst im Muskel landet. Es reicht eine Nadellänge von vier bis sechs Millimeter, keinesfalls länger als acht Millimeter. Auch bei Übergewichtigen ist die oberste Hautschicht nur etwa 1,5 bis 2 mm dick.

Das Insulin soll unter der Haut im Fettgewebe platziert werden, nicht im darunter liegenden Muskel. Dieser ist stärker durchblutet als das Unterhautfettgewebe. Das Insulin wird schneller resorbiert und auch schneller wieder abgebaut. Es kommt zu Blutzuckerschwankungen.

Tipp: Lassen Sie sich von einer Diabetes-Beraterin empfehlen, welche Nadel für Sie oder Ihren Angehörigen die richtige ist. Fast alle Pflegedienste, Internisten- oder Diabetologenpraxen verfügen über entsprechend ausgebildetes Fachpersonal.

2. Injektionstechnik – schräg oder grade? Ist das Bilden der Hautfalte erforderlich?

Der Winkel der Injektion und das Bilden der Hautfalte hängt ab von der Nadellänge und Dicke des Fettgewebes. Bei der Verwendung von vier und fünf Millimeter langen Nadeln können normal- und übergewichtige Menschen gerade im 90° Winkel in den Bauch einstechen. Bei der Verwendung von 8mm Nadeln und im Oberschenkel sollte die Injektion im 45°Winkel erfolgen.

Sehr schlanke Menschen sollten sowohl am Oberschenkel als auch am Bauch locker mit Daumen und Zeigefinger eine Falte bilden und dort mit einer kurzen Nadel einstechen. So vermeiden Sie, dass das Insulin im Muskel landet.

TIPP: Lassen Sie sich die für Sie geeignete Injektionstechnik von einer Diabetes-Beraterin zeigen!

3. Auswahl der Injektionsstelle – Ist regelmäßiger Wechsel erforderlich?

Um Veränderungen im Unterhautgewebe zu verhindern, muss bei jeder Injektion der Ort gewechselt werden. Wenn Sie bevorzugt in den Bauch injizieren, teilen Sie diesen gedanklich in mehrere Bereich ein. Am einfachsten zu merken ist es, wenn Sie um den Bauchnadel herum rotieren. Bei Injektionen in den Oberschenkel sollten Sie sich ebenfalls ein entsprechendes, leicht zu merkendes Schema überlegen. Wechseln Sie beispielsweise jeden Tag das Bein.

Ein Injektionsschema für den Bauch könnte folgendermaßen aussehen: Morgens oberhalb, mittags rechts, abends unterhalb, zur Nacht links des Nabels. Oder Sie teilen den Bauchbereich in Wochentage ein und kreisen innerhalb einer Woche einmal rund um den Nabel. Mehrere Injektionen täglich können Sie zusätzlich in Fingerbreite lokalisieren: Morgens einen Finger, mittags zwei Finger, abends drei Finger breit vom Nabel entfernt.

Überprüfen Sie vor jeder Injektion die gewählte Einstichstelle auf Veränderungen, Schwellungen, Hämatome etc. Stechen Sie nicht in veränderte Stellen hinein.

TIPP: Injizieren Sie schnell wirkendes Insulin bevorzugt in den Bauch. Dort ist die Resorption schneller.

4. Umgang mit dem Pen – Nadelwechsel bei jeder Injektion?

Für jede Injektion sollte eine neue Nadel verwendet werden. Notfalls können Sie auch ein zweites Mal damit stechen, aber spätestens dann muss die Pen-Kanüle entsorgt werden. Wird der Pen mit aufgeschraubter Kanüle aufbewahrt, können sich Luftbläschen in der Insulin-Patrone bilden. So kann es passieren, dass Sie zwar die benötigten Einheiten korrekt aufziehen, aber statt des kompletten Insulins einige Einheiten Luft mitinjizieren. Dies hat für das Unterhautgewebe keine weiteren Folgen, aber die Insulin-Dosis ist geringer als benötigt.

Überprüfen Sie Ihren Pen vor jeder Injektion und beim Wechsel des Pens (Einweg) oder der Patrone (Mehrweg). Schrauben Sie die Nadel auf und halten Sie den Pen so, dass die Nadel nach oben zeigt. Ziehen Sie 3 bis 4 Einheiten auf und spritzen Sie in die Luft. Wiederholen Sie den Vorgang bei Bedarf mehrmals. Erst, wenn sich an der Nadel ein Insulintropfen bildet, können Sie sicher sein, dass sich keine Luftbläschen mehr im Pen befinden.

Tipp: Entsorgen Sie gebrauchte Nadeln in einem durchstichsicheren Gefäß. Dies kann eine leere Shampooflasche sein. So verhindern Sie Stichverletzungen anderer Personen.

5. Wie lange muss die Injektion dauern?

Nach Einstechen und Herunterdrücken des Knopfes am Pen sollte die Nadel noch etwa 10 Sekunden in der Haut verbleiben. So sorgen Sie dafür, dass sich das gesamte injizierte Insulin im Gewebe verteilt. Nach beendeter Injektion darf nach Herausziehen der Kanüle kein Insulin aus der Einstichstelle austreten. Auch sollte sich kein Tropfen an der Pen-Nadel bilden. Sonst ist ein Teil des benötigten Insulin nicht im Unterhautgewebe gelandet.

TIPP: Tritt bei der Injektion einer größere Menge Insulin (30 Einheiten oder mehr) regelmäßig Insulin aus der Einstichstelle, sollten Sie die Einheiten in zwei Portionen aufteilen und an zwei Stellen spritzen.

6. Unsicherheit im Umgang mit Insulininjektionen – Wo bekommen Sie Hilfe?

Sind Sie oder Ihr Angehöriger neu von Diabetes-Tabletten auf Insulin umgestellt worden, haben Sie die Möglichkeit, sich über einen Pflegedienst Anleitung und Hilfe zu holen. Dafür benötigen Sie keine Pflegestufe. Diese Leistung wird von der Krankenkasse bezahlt, unabhängig von der Pflegekasse.

Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt und bitten Sie ihn um eine Verordnung für häusliche Pflege. Diese können Sie bei einem Pflegedienst Ihrer Wahl einreichen und für einige Wochen Anleitung und Unterstützung erhalten. Mitarbeiter des Pflegedienstes suchen Sie zu den entsprechenden Zeiten auf und üben mit Ihnen die korrekte Blutzuckermessung, Injektion und Umgang mit dem Pen. Mit diesen Fachkräften können Sie sämtliche auftauchenden Fragen besprechen.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 15.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Diabetes

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