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Tipps zur Mobilitätsförderung: Aktivierung bei der Körperpflege im Bett

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Mobilitätsförderung ist kein spezielles Übungsprogramm, sondern eher eine Grundhaltung in der Pflege. Das Ziel lautet, möglichst viele wiederkehrende Gelegenheiten zur aktiven Teilnahme am Geschehen für Pflegebedürftige zu schaffen. Dies bewirkt die Anregung der körperlichen wie geistigen Aktivität. Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Angehörigen bei der täglichen Körperpflege aktivieren können.

Schaffen Sie selbsterklärende Gelegenheiten

Mobilitätsförderung bedeutet zunächst, Gelegenheiten zu schaffen, bei denen Ihr Angehöriger aktiv sein kann. Pflegebedürftige können viele Dinge noch selbst tun, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Körperliche und geistige Aktivierung gehören zusammen und bedingen sich gegenseitig.

Menschen mit fortgeschrittener Demenz können viele Aufforderungen nicht verstehen oder umsetzen. Schaffen Sie Situationen, die sich selbst erklären. Es erfolgt automatisch eine Anregung zu Aktivitäten. Handlungen werden erinnert, die dann meist automatisch selbständig durchgeführt werden. Setzen Sie eine pflegebedürftige, an Demenz erkrankte Person an ein Waschbecken, lassen Sie Wasser laufen und geben Sie ihr ein Stück Seife in die Hand.  Vermutlich wird sie sich ohne Aufforderung die Hände einseifen.

Im Gegensatz dazu würde die Aufforderung „Wasch Dir die Hände“ wahrscheinlich nicht verstanden werden. Nach mehrmaliger Wiederholung und Aufforderung entsteht meist eine angespannte Situation für alle Beteiligten. Ärger und Frustration bauen sich auf. Durch selbstverständliche, in den Pflegealltag hineingenommene Möglichkeiten zur Selbständigkeit steigt die Aktivität Pflegebedürftiger automatisch. Anregung und Mobilitätsförderung gehen dabei Hand in Hand.

Ändern Sie die Perspektive

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Pflegebedürftiger sehen kann, was passiert. Viele Pflegebedürftige werden im Krankenhaus oder Pflegeheim komplett flach liegend gewaschen, häufig von 2 Pflegepersonen gleichzeitig. Da bleibt nicht viel Raum für aktive Beteiligung.

Stellen Sie sich vor, Sie selbst liegen im Bett und sehen nicht viel mehr als die Raumdecke über Ihrem Kopf. Es wird Ihnen angekündigt: „Sie werden jetzt gewaschen“. Kommandos wie „Augen schließen“ erfolgen. Zwei Personen waschen und trocknen Sie gleichzeitig ab. Vermutlich werden Sie versuchen, so wenig wie möglich dabei zu stören und hoffen, dass Sie „schnell fertig“ sind. Da bedarf es schon einer Menge Mut und Durchsetzungsvermögen, um dabei selbst am eigenen Körper aktiv werden zu können.

Jede aktive Teilnahme ist ein Schritt in die richtige Richtung

Wenn Ihr Angehöriger im Bett gewaschen wird, ziehen Sie ihn im Bett zunächst hoch in Richtung Kopfende. Auch dabei kann seine aktive Mithilfe erfolgen: Fordern Sie ihn auf, mit beiden Händen den Bettbügel („Galgen“) zu greifen und die Beine anzustellen. Unterstützen Sie ihn gegebenenfalls dabei. So wird es für Sie selbst automatisch leichter. Am besten geht es, wenn Sie sich hinter das Kopfende stellen und von hinten unter die Achseln Ihres Angehörigen greifen. Zählen Sie bis drei und ziehen Sie ihn hoch, während Ihr Angehöriger sich mit den Beinen abstößt. Häufig entwickeln Pflegebedürftige überraschend dabei so viel Schwung, dass sie sich den Kopf am Bettende stoßen.

Wasser regt die Sinne und den Körper an

Stellen Sie das Kopfteil des Bettes so hoch wie möglich. Es ist optimal, wenn Ihr Angehöriger bequem aufrecht sitzt. Ist eine Körperhälfte schwächer und er kippt zur Seite, unterstützen Sie die Seite mit einem zusammengerollten Handtuch oder einem kleinen Kissen. Wichtig ist, dass die pflegebedürftige Person sich auf das Geschehen konzentrieren kann. Sie sollte nicht abgelenkt werden, weil sie fürchten muss, zur Seite zu kippen.

Entkleiden Sie den Oberkörper, legen Sie ein großes Handtuch über die Beine und stellen Sie Ihrem Angehörigen die Waschschüssel auf den Schoß oder zwischen die Beine. Viele bettlägerige Menschen haben schon länger nicht mehr selbst ihre Hände ins Wasser halten können. Tauchen Sie die Hände in das Wasser.

Geben Sie ihm Gelegenheit, sich die Hände zu waschen. Reichen Sie ihm einen Waschlappen oder ein Stück Seife, je nachdem, wie er es von früher gewohnt ist. Vermutlich wird er beginnen, sich selbst das Gesicht oder die Arme zu waschen. Sie können auch seine Hand mit dem übergezogenen Lappen nehmen und zum Gesicht oder dem Oberkörper führen. Irgendeine Aktivität wird folgen.

Allein der Kommentar „Das ist aber schön“ oder „Das Wasser ist zu heiß“ zeigt Ihnen, dass die pflegebedürftige Person am Geschehen beteiligt ist. Die Körperpflege wird zu einer gemeinsamen, beidseitig aktiven Tätigkeit. Reichen Sie ihr ein Handtuch, sie wird automatisch beginnen, sich abzutrocknen.

Körperpflege darf ruhig ein bisschen anstrengend sein

Jede Anstrengung bedeutet Muskeltätigkeit. Nicht oder wenig beanspruchte Muskeln verkümmern. Wirken Sie dem entgegen. Um Ihrem Angehörigen den Rücken waschen, können Sie das Bett flach stellen und ihn auf die Seite drehen. Sie können aber auch die Bettgitter des Pflegebettes beidseits hochstellen und ihn auffordern, die Arme auszustrecken und sich nach vorne zu ziehen. Wenn Sie das Kopfende jetzt etwas flacher stellen, kommen Sie gut an den Rücken heran. Rubbeln Sie ruhig kräftig, das regt die Atmung und Durchblutung an.

Seien Sie nicht entmutigt, wenn Ihre Aktivierungsideen nicht sofort mit Begeisterung aufgenommen werden oder nicht gleich wie gewünscht gelingen. Auch Pflegebedürftige müssen sich erst daran gewöhnen, dass altbekannte Routinen durchbrochen werden. Beginnen Sie langsam und in kleinen Schritten. Es werden sich Erfolge einstellen.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 06.11.2014 aktualisiert.

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