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Umgang mit an Demenz Erkrankten im mittleren Stadium: Verhaltensauffälligkeiten (Teil 3)

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Bei der Pflege von Dementen stehen Sie täglich vor neuen Herausforderungen, die aber auch nette Anekdoten hervorbringen. Sicher werden Sie auch so manches Mal in Situationen kommen, bei denen Ihnen als Pflegenden die Haare zu Berge stehen.

Als ich eines Tages zu Frau B. ins Zimmer kam und ich meine Pflege bei ihr begann, sagte sie plötzlich zu mir: "Haben sie meinen Pullover an?“ Ich war komplett perplex und antworte auf die absurde Situation reflexartig: "Nein, Frau B. das ist doch meiner.“

Frau B. ließ sich davon aber nicht überzeugen und behauptete mit Nachdruck: "Das ist doch mein Pullover, den sie anhaben. Ich weiß doch wie mein Pullover aussieht.“ Nachdem ich sie ganz bestürzt anschaute sprudelte es dann mit einer noblen Geste aus ihr heraus: "Egal, er steht ihnen wirklich gut. Meinetwegen dürfen sie ihn anbehalten.“

Größtenteils lässt das Mitteilungsbedürfnis stark nach, das heißt, der Demente redet sehr wenig und wenn, dann manchmal fabulierend oder in unbeholfener Wortwahl. Auch gesundheitliche Defizite, wie Schmerzen etwa, können nicht mehr geäußert werden. Hieraus ergibt sich die größte Verantwortung für Pflegende, größte Aufmerksamkeit auf das Wohlbefinden zu richten, um hier Defizite aufzuspüren.

Es versteht sich von selbst, dass die Pflegedokumentation sich bei Dementen erheblich um das ganze Verhaltensspektrum erweitert, da schon Belanglosigkeiten in diesem Stadium äußerste Bedeutung haben können.

Oftmals treten situationsbedingte Fehleinschätzungen auf. Einen Fall kann ich schildern, um dies deutlich zu machen: Zur Mittagszeit im Speiseraum eines Seniorenheimes entdeckte ich eine Bewohnerin im genannten Krankheitsstadium der Demenz, die sichtlich unruhig auf ihrem Stuhl herumrutschte und nervös an der Serviette nestelte, Gläser und Besteck "verlagerte“.

Auf Nachfrage, ob ihr etwas fehlte oder sie zur Toilette müsse, antwortete sie weinerlich und völlig aufgelöst: "Ich habe mein Portemonnaie nicht dabei!“ Als man ihr zu verstehen gab, dass dies doch gar nicht schlimm wäre, entgegnete sie: "Ja aber ich kann doch gar nicht bezahlen!“ Was war der Grund? Die Person dachte, sie wäre in einer Gaststätte und könnte ihr Essen und ihre Getränke nicht bezahlen! Als man ihr erklärte, ihr Sohn wäre schon dort gewesen und hätte alles bezahlt und das hätte sich somit erledigt, war sie beruhigt – ja man sah förmlich, dass ihr ein Stein vom Herzen fiel.

Sollten Sie also Verhaltensauffälligkeiten im Benehmen eines Dementen vermuten, haken Sie nach und lösen Sie die Situation mittels Validation, um ihn von unnötigen seelischen Qualen zu befreien.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 12.03.2014 aktualisiert.

Schlagwörter:

Kategorien: Umgang mit Demenzerkrankten

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