Vertretung bei der Pflege: Wann zahlt die Pflegekasse?

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Auch pflegenden Angehörigen steht “Urlaub von der Pflege” zu. Welche Alternativen haben Sie, wenn Sie eine Urlaubsvertretung für die Pflege suchen? Welche Kosten übernehmen die Pflegekassen?

Wer pflegt, wenn die Pflegeperson im Urlaub oder krank ist?

Wenn pflegende Angehörige wegen Urlaubs oder wegen einer Erkrankung ihre Angehörigen nicht pflegen können, zahlt die Pflegekasse nach § 39 SGB XI die Kosten für eine Ersatzpflegekraft. Diese wird Verhinderungspflege oder Urlaubspflege genannt.

Welche Voraussetzungen gelten bei der Verhinderungs- oder Urlaubspflege?

Damit die Pflegekasse die Kosten bei der Verhinderungs- oder Urlaubspflege übernimmt, muss die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vorher mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt haben.

Was übernimmt die Pflegekasse bei Verhinderungs- oder Urlaubspflege?

Leistet eine Fachkraft eines Pflegedienstes die sogenannte Verhinderungs- oder Urlaubspflege, übernimmt die Kasse die Kosten für die Ersatzpflege bis zu einem Betrag von 1.612 Euro (bzw. max. 2418 Euro).

Wenn die Pflege durch einen Angehörigen übernommen wird, der mit dem Pflegebedürftigen bis zum 2. Grad verwandt (z. B. Eltern, Kinder, Enkel) oder verschwägert (z. B. Schwiegereltern, Schwiegerkinder) ist oder mit ihm im gemeinsamen Haushalt (z. B. Lebensgefährte) lebt, kann die Verhinderungs- oder Urlaubspflege bis maximal zur Höhe des jeweiligen Pflegegeldes der entsprechenden Pflegestufe übernommen werden.

In Pflegestufe 0 (=mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz) sind das derzeit 123 Euro, in Pflegestufe I 244 Euro (mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz 316 Euro), in Pflegestufe II 458 Euro mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz 545 Euro) und in Pflegestufe III 728 Euro.

Wird die Verhinderungspflege durch andere Bekannte oder Freunde durchgeführt, besteht die Beschränkung auf das Pflegegeld nicht. Hier werden auf Nachweis durch eine Quittung o. ä. bis zu 1.612 Euro (bzw. max. 2418 Euro)  im Kalenderjahr übernommen.

Wie lange besteht der Anspruch auf Verhinderungs- oder Urlaubspflege?

Der Anspruch auf Verhinderungspflege besteht für maximal sechs Wochen im Jahr.

Wichtig: Eine Verhinderungs- oder Urlaubspflege müssen Sie rechtzeitig bei Ihrer Pflegekasse beantragen.

Wo kann die Verhinderung- oder Urlaubspflege geleistet werden?

Die Verhinderungspflege kann zu Hause durch die Beschäftigung eines Pflegedienstes oder einer privater Pflegepersonen geleistet werden. Die Verhinderungs- oder Urlaubspflege kann auch stundenweise in Anspruch genommen werden.

Welche Alternativen gibt es zur Verhinderungs- oder Urlaubspflege?

Alternativ kann der Pflegebedürftige für die Dauer von max. 8 Wochen in einer Pflegeeinrichtung (Pflegeheim) betreut werden. Auch hier übernimmt die Pflegekasse Kosten bis zu 3.224 Euro.

Nur für Unterkunft und Verpflegung muss der Pflegebedürftige dann aber selbst aufkommen.

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 19.02.2015 aktualisiert.

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