OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Vergesslichkeit oder schon Demenz?

Erhalten Sie in unserem Online-Pflegekurs Unterstützung, Information und persönlicher Beratung von Experten.

Wo ist mein Schlüssel? Was wollte ich noch in diesem Zimmer? Darüber haben wir gesprochen? Ach ja, das hatte ich ganz vergessen. Kennen Sie solche Situationen von sich oder nahestehenden Personen? Wenn sich diese Vorkommnisse häufen, meldet sich mit zunehmenden Alter eine leise Stimme, die fragt: „Fängt Demenz so an?“ Die Antwort: In den meisten Fällen handelt es sich um ganz normale Vergesslichkeit und nicht um Demenz.

Vergesslichkeit begleitet uns unabhängig vom Alter ein Leben lang. Schon in jüngeren Jahren ist Vergesslichkeit ein Thema. 1/3 der 20-30 Jährigen hält sich für vergesslich, bei den über 70 Jährigen sind es sogar 80%. Jüngere Menschen halten ihre Vergesslichkeit für eine Folge von Stress oder seelischen Problemen. Je älter wir dann werden, desto häufiger wird das Alter als Grund für die Vergesslichkeit genannt.

Damit wächst automatisch die Angst, an Demenz zu erkranken. Doch lassen Sie sich beruhigen: Das Demenzrisiko steigt zwar mit zunehmendem Alter. Aber viele kognitive Leistungen werden auch erst im höheren Lebensalter entwickelt. Die einzig erwiesene Veränderung von Hirnleistungsfunktionen im Alter ist eine Verlangsamung.

1. Sinne: Das Seh- und das Hörvermögen werden schwächer.
Folge: Die Aufnahme neuer Informationen ist erschwert.

2. Motorik: Die Bewegungs- und Reaktionsgeschwindigkeit lässt nach.
Folge: Für die Bewegung muss mehr Konzentration aufgebracht werden. Außenreize werden weniger wahrgenommen.

3. Denken: Die Verarbeitungsgeschwindigkeit lässt nach.
Folge: Neue Informationen werden langsamer aufgenommen und verarbeitet.

Die Gedächtnisleistungen/geistigen Fähigkeiten lassen nicht direkt nach, sondern werden zum Ausgleich körperlicher Verluste benötigt.

1. Sprache: Vokabular, Verständnis und Ausdruck verbessern sich. Durch die Zunahme des Wortschatzes stehen einer älteren Person mehr Worte zur Verfügung, mit denen sie sich ausdrücken kann. Ebenso werden Texte und Äußerungen besser verstanden.

2. Tätigkeitsbezogene Erfahrung: Spezielle Fähigkeiten entwickeln sich weiter und werden zu regelrechtem Expertenwissen. Das Verständnis für Zusammenhänge wächst. Je älter wir werden, desto mehr Verknüpfungen entstehen zwischen den gespeicherten Informationen. Die Vermeidung unnötiger Umwege vereinfacht komplizierte Abläufe.

Eine Untersuchung bei Sekretärinnen hat ergeben, dass die jüngeren Frauen Texte schneller lesen konnten. Die älteren konnten dafür gleichzeitig besser im Text weiter voraus lesen. Die Schreibgeschwindigkeit beider Gruppen hielt sich die Waage.

3. Soziale Fähigkeiten: Der Wunsch zum Ausgleich/zur Vermittlung wird stärker. Das hängt damit zusammen, dass ein besseres Verständnis für Zusammenhänge und zunehmende Erfahrung dazu führen, dass verschiedene Meinungen besser nebeneinander stehen gelassen werden können. Die Bereitschaft, Erfahrungen und Kenntnisse zur Verfügung zu stellen, wächst, so dass jüngere Menschen von diesem Wissen profitieren können.Die fluide Intelligenz (von Lernerfahrungen weitgehend unabhängige Intelligenz, die zum Lösen neuer Probleme benötigt wird) nimmt ab dem 40. Lebensjahr ab.

Die kristallisierte Intelligenz (Summe aller Lernerfahrungen) ist zwischen dem 70. und 80. Lebensjahr am höchsten. Lernen ist bis ins hohe Alter hinein möglich!

Mit dieser Checkliste können Sie überprüfen, ob hinter der Vergesslichkeit eine Demenz stecken könnte. In den meisten Fällen wird sich sicherlich herausstellen, dass die Angaben in der linken Spalte zutreffen und es somit kaum Hinweise für eine beginnende Demenz gibt. Finden Betroffene oder Angehörige jedoch heraus, dass Aspekte aus der rechten Spalte zutreffen, sollte möglichst schnell ein Facharzt aufgesucht werden. Die Übersicht kann helfen, den eigenen Verdacht zu begründen und im Gespräch mit dem Mediziner den Faden nicht zu verlieren.

Normale Altersvergesslichkeit Demenz
Beginn im Alter >60 Jahren Beginn im Alter <60 Jahren
Die Vergesslichkeit ist vorübergehend. Die Vergesslichkeit bleibt und wird stetig schlimmer.
Die Schwierigkeiten (Verlegen von Brille, Schlüssel etc., Vergessen von Namen) kommen ab und zu vor. Das Verlegen oder Vergessen häuft sich, insbesondere bei wichtigen Gegenständen, auf die man normalerweise gut achtet (z. B. Geldkarte, Portemonnaie).
Durch Nachdenken oder Konzentration fällt dem Betroffenen das Vergessene meist wieder ein. Komplette Erlebnisbereiche und Gedächtnisinhalte werden vergessen und kehren trotz intensiven Nachdenkens auch später nicht zurück.
Man kann sich durch bestimmte Merkhilfen (z.B. Notizzettel) helfen. Merkzettel oder Gedächtnisstützen helfen immer weniger.
Nach mündlichen oder schriftlichen Anleitungen können Tätigkeiten sicher durchgeführt werden. Handlungen nach mündlichen oder schriftlichen Anleitungen sind immer weniger möglich.

Wir klären Sie auf, was im Pflegefall zu tun ist! Jetzt informieren!

Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 01.12.2014 aktualisiert.

Schlagwörter:

Kategorien: Demenz Symptome

Bewerten Sie diesen Artikel

Vergesslichkeit oder schon Demenz?
5 Sternen.


Demenz

Pflege Newsletter

– 100 % kostenlos
– jederzeit kündbar
– keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte

Auf welche Leistungen habe ich Anspruch? Wie stelle ich einen Antrag bei meiner Pflegekasse? Wie wird ein Pflegegrad ermittelt?

Kostenlose Online-Beratung!


Fachbegriffe erklärt

Das Glossar erläutert alle wichtigen Fachbegriffe zur Pflege auf einfache und verständliche Art. Zum Glossar

Inhalte der Online-Pflegekurse

Informieren Sie sich hier über die Inhalte der Online-Pflegekurse für die Pflege Angehöriger. Jetzt informieren

Mehr zum Thema

Praktische Tipps gegen Übelkeit

Wenn Sie die Ursache Ihrer bestehenden Übelkeit kennen und diese harmlos ist, können Sie sie meist selbst behandeln. Es stehen etliche Mittel und Maßnahmen… Artikel lesen ›

Der Umgang mit Harninkontinenz bei Demenz

Harninkontinenz bedeutet nicht nur für Ihren dementen Angehörigen eine Belastung, sondern auch für Sie als Pflegeperson. Während Sie mit dem Gedächtnisverlust und anderen Symptomen… Artikel lesen ›

Entscheidungsschwierigkeiten: Typisches Symptom für Alzheimer-Demenz

Entscheidungsschwierigkeiten sind ein klassisches Symptom bei Alzheimer-Demenz. So wird es für den Demenzkranken immer schwieriger, zwei Dinge gegeneinander abzuwägen. Dies liegt unter anderem auch… Artikel lesen ›

Häufig gestellte Fragen

Was kann man gegen permanentes Schreien von Demenzkranken tun?

Ähnliche Kurse

Praktische Tipps gegen Übelkeit

Der Umgang mit Harninkontinenz bei Demenz

Entscheidungsschwierigkeiten: Typisches Symptom für Alzheimer-Demenz

Wenn der Alltag durch Koordinationsprobleme zur unüberwindbaren Hürde wird

Alzheimer-Demenz: Veränderungen in den zwischenmenschlichen Beziehungen

Demenz Symptome

Das erste Symptom einer Demenz ist häufig das Nachlassen des Kurzeitgedächtnisses. Doch im Laufe der Erkrankung können noch viele weitere Symptome hinzukommen. In den folgenden Artikeln können Sie sich über die häufigsten Symptome, ihre Behandlungsmöglichkeiten sowie den Umgang im Alltag mit den auftretenden Problemen belesen.

Alle Beiträge zum Thema ›

OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.