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Vorsicht vor zu viel rotem Fleisch – das Herzerkrankungsrisiko steigt!

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Übermäßiger Fleischverzehr trägt zu einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose bei. Wer regelmäßig viel rotes Fleisch zu sich nimmt, sorgt dafür, dass bestimmte Darmbakterien gefördert werden. Diese wirken negativ auf die Arterien und spielen damit eine ernstzunehmende Rolle bei der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen.

Ein amerikanisches Forscherteam fand kürzlich heraus, aus welchem Grund ein hoher Fleischverzehr das Risiko für Herzerkrankungen erhöht. Sie verfütterten carnitinreiches Futter an Mäuse. Carnithin kommt in nennenswerten Mengen in rotem Fleisch vor. Zudem ist es Zutat verschiedener Energy Drinks.

Test zeigt gesundheitsschädigende Wirkung von Carnithin

Die mit carnitinreichem Futter gefütterten Mäuse wiesen in der Untersuchung ein gehäuftes Auftreten von Atherosklerose auf, das heißt, ihre Arterienwände waren verdickt. Bei anderen Tieren wurde vor der Fütterung die Darmflora unterdrückt. Sie zeigten keine vermehrte Entstehung von Atherosklerose.

Beim Menschen scheint dieser Effekt sehr ähnlich zu sein, wie eine Datenanalyse zur Herzgesundheit einer Probandengruppe zeigte. Menschen mit höheren Carnithinwerten hatten mehr Herzprobleme als Menschen mit niedrigeren Werten.

Durch Darmbakterien entsteht aus L-Carnitin eine schädliche Substanz

Carnithin wird von manchen Bakterien im Darm als Energiequelle genutzt. Bei seinem Abbau entsteht das Abfallprodukt Trimethylamin (TMA), welches die Leber in Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) umwandelt. TMAO wird über den Harn wieder ausgeschieden.

Hohe Carnitin-Werte aus der Ernährung führen bei Mäusen dazu, dass sich die Arten von Bakterien im Darm verändern. Zusätzlich erhöhen sich die TMAO-Mengen um das Zehnfache. TMAO erhöht die Aufnahme von schlechtem Cholesterin und verhindert dessen Abbau durch Makrophagen in den Arterienwänden verhindert. Dadurch sammelt sich Plaque an, der oft zu Atherosklerose führt.

Auf der anderen Seite – und das dürfte der Grund für die auf dem Markt befindlichen carnithinhaltigen Nahrungsergänzungsmittel sein – ist diese Substanz in der Lage, Energie in Form von Fettsäuren in die Mitochondrien zu transportieren, wo sie verbrannt werden. Eine zusätzliche Aufnahme von Carnithin steht also in dem Ruf, mehr Energie zu liefern und mehr Fett zu verbrennen. Verschiedene Wissenschaftler sind allerdings der Ansicht, dass eine zusätzliche Carnithinaufnahme keinen ersichtlichen Vorteil bringt, da unser Körper sämtliches benötigtes Carnithin selbst produziert.

Ernährungsstil beeinflusst individuelle Zusammensetzung der Darmflora

Weitere Untersuchungen zeigten, dass Menschen, die regelmäßig Fleisch verzehren, im Vergleich zu vegetarisch oder vegan Lebenden nach der Verabreichung von Carnitin höhere TMAO-Werte aufwiesen. Dies könnte bedeuten, dass sie einen höheren Anteil an TMA-produzierenden Bakterien in ihrem Darm besitzen.

Aus früheren Studien ging bereits hervor, dass die Darmflora bei jedem Menschen eine andere Zusammensetzung aufweist. Eine der wichtigsten Ursachen hierfür ist die jeweilige Ernährungsweise. Sie hat wesentlichen Einfluss darauf, welche Arten von Mikroben im Darm vorwiegend anzutreffen sind. Ein regelmäßiger, hoher Konsum von überwiegend rotem Fleisch verändert demzufolge die Darmflora zugunsten von Arten, die vermehrt das gefäßschädliche TMAO produzieren.

Nahrungsergänzungsmittel fällt in Ungnade

Bisher galt L-Carnithin eigentlich als gesundheitswirksamer Stoff. Als Nahrungsergänzungsmittel wurde es bisher zur Steigerung der Fettverbrennung vertrieben. Die Ergebnisse bisheriger Untersuchungen zeigen nun, dass das L-Carnithin die Vermehrung von Mikroben im Darm fördert, welche das Arteriosklerose fördernde Abbauprodukt TMAO erzeugen.

Dies erklärt auch die Tatsache, dass Veganer und Vegetarier seltener an Herzerkrankungen leiden als Fleischesser. Zwar ist L-Carnitin für unseren Fettstoffwechsel notwendig, seine Funktion als Fatburner ist allerdings umstritten. Dennoch erhoffen sich manche Ausdauersportler durch eine zusätzliche Aufnahme Leistungssteigerungen. Fakt ist, dass der Körper einen Teil dieser Substanz selbst bildet, den anderen Teil nehmen wir mit unserer Nahrung auf – vor allem mit rotem Fleisch.

Fazit:

Diese Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen L-Carnithin und einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen sind für die gegenwärtige Forschung und Entwicklung von besonderer Bedeutung. Durch eine gezielte Veränderung der Darmflora ergeben sich völlig neue Möglichkeiten für die Prävention und Therapie von Herzerkrankungen.

Andererseits gerät nun die Einnahme von L-Carnithin als Nahrungsergänzungsmittel in die Diskussion. Sollte eine Dauereinnahme die Vermehrung von Darmmikroben fördern, welche besonders viel TMAO produzieren, erhöht sich dadurch das Risiko für Arteriosklerose massiv. Es gilt also, hierzu umfangreiche Untersuchungen anzustellen.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.04.2015 aktualisiert.

Kategorien: Ernährung

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