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Wann die Fixierung Ihres Angehörigen erlaubt ist

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Wenn Ihr Angehöriger sich selbst gefährdet, kann eine Fixierung angeordnet werden. Unter welchen Umständen sie möglich ist, wie lange Sie gilt und welche rechtlichen Hintergründe Sie berücksichtigen müssen, lesen Sie hier.

Wer muss der Fixierung zustimmen?

Fixierung ist nach dem Strafgesetzbuch Freiheitsberaubung. Erlaubt ist sie, wenn Ihr Angehöriger sich dafür ausspricht oder wenn ein Gericht sie anordnet. Dafür muss Ihr Angehöriger nicht geschäftsfähig sein. Wenn eine später notwendige Fixierung zu erwarten ist, kann Ihr Angehöriger schon im Voraus eine Einwilligungserklärung abgeben.

Wenn der Betreute die Fixierung nicht einsieht, gilt: Bei einer einmaligen oder kurzfristigen Fixierung genügt die Einwilligung des Betreuers. Eine längere, über einen Tag hinaus gehende Fixierung oder eine regelmäßige Fixierung muss das Betreuungsgericht genehmigen. Als regelmäßig gilt eine Fixierung zur immer selben Zeit oder zu bestimmten Anlässen. Dies kann vorliegen, wenn Ihr Angehöriger sich nachts desorientiert verhält und die Nachtruhe von anderen Patienten stört.

Das Gericht muss rasch durch den Arzt über die Fixierung informiert werden. Besonders gilt dies, wenn die Fixierung mehr als 48 Stunden erfolgt oder immer wieder vorgenommen wird. Das Gericht setzt sich damit auseinander, ob die Fixierung und der sonst zu erwartende Schaden in einer Verhältnismäßigkeit zueinander stehen. Es bedarf einer schriftlichen, ärztlichen Anordnung. Der Arzt darf dabei keine Ferndiagnose über das Telefon abgeben.

Der rechtliche Hintergrund

Eine Fixierung setzt voraus, dass alle weniger einschränkend wirkenden Maßnahmen nicht erfolgreich waren. Es muss eine Interessensabwägung stattgefunden haben. Die Gesundheit kann beispielsweise höher wiegen als die Freiheit Ihres Angehörigen, wenn dieser suizidgefährdet ist oder sich in Verwirrtheit durch häufiges Weglaufen und Stürze gefährdet.

Weiterhin ist eine Fixierung erlaubt, wenn die Gefahr von Eigen- oder Fremdgefährdung besteht. Sie kann notwendig sein, wenn sonst Sachgegenständen zerstört werden würden. Ebenfalls, wenn der Patient gegen therapeutische Maßnahmen vorgeht, beispielsweise, wenn Ihr Angehöriger Katheter immer wieder herausreißt.

Verschiedene Fixierungsmaßnahmen

Es wird zwischen direkter, räumlicher und chemischer Fixierung unterschieden.

Bei der direkten Fixierung werden zum Beispiel Bettseitenstützen angebracht, sodass das Aufstehen verhindert wird. Die räumliche Fixierung kann das Einsperren im Zimmer, die Benutzung von speziellen Schlössern, das Wegnehmen von benötigten Gehhilfen oder Kleidung beinhalten. Als chemische Fixierung bezeichnet man die kontinuierliche Gabe von ruhigstellenden Medikamenten.

Überprüfung

Fixierungen können unter Umständen zu tödlichen Unfällen führen. Deshalb muss entweder eine Sitzwache eingesetzt werden oder aber zumindest eine regelmäßige Überprüfung etwa alle 15 Minuten erfolgen. Alle zwei Stunden muss die Fixierung genauer überprüft werden.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.04.2015 aktualisiert.

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