Wann kommt die Pflegekasse für Pflegehilfsmittel auf?

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Pflegebedürftige haben Anspruch auf Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, die zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihnen eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen. In diesem Artikel lesen Sie, was Pflegehilfsmittel sind und wann die Pflegekasse dafür die Kosten übernimmt.

Nach § 40 SGB XI Absatz 1 bis 3 haben Pflegebedürftige Anspruch auf Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, die zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen, soweit die Hilfsmittel nicht wegen Krankheit oder Behinderung von der Krankenkasse oder anderen zuständigen Leistungsträgern bezahlt werden.

Was sind Pflegehilfsmittel?

Grundsätzlich sind Pflegehilfsmittel Geräte und Sachmittel, die zur häuslichen Pflege notwendig sind.

Welche Pflegehilfsmittel unterscheiden die Pflegekassen?

Die Pflegekasse unterscheidet 2 Gruppen von Pflegehilfsmitteln:

Zum zumeist einmaligen Verbrauch bestimmte Verbrauchshilfsmittel (zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel), wie z. B. Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen oder Desinfektionsmittel.

Technische Pflegehilfsmittel wie beispielsweise ein Pflegebett, Lagerungshilfen, Rollstühle, Hebegeräte, Gehstöcke, Gehgestelle, Stockhalter, Toilettensitzerhöhungen, Lifte für die Badewanne, ein Duschhocker- oder stuhl, Haltegriffe, orthopädische Hilfsmittel wie Prothesen, drahtlose Technik oder ein Notrufsystem.

Wann kommt die Pflegekasse für die Kosten von Pflegehilfsmitteln auf?

Kosten für Pflegehilfsmittel werden von der Pflegekasse übernommen, wenn keine Leistungsverpflichtung der Krankenkasse oder eines anderen Leistungsträgers besteht.

Das sogenannte Pflegehilfsmittelverzeichnis der Pflegekassen informiert genau darüber, welche Pflegehilfsmittel Pflegebedürftigen zur Verfügung gestellt bzw. leihweise überlassen werden. Es wird von den Spitzenverbänden der Krankenkassen erstellt und enthält ca. 30.000 Hilfsmittel.

Sie finden das Pflegehilfsmittelverzeichnis im Internet, Produktgruppen 50 bis 54.

Wichtig: Welche Hilfsmittel geeignet sind, lässt sich oft nur mit einer kompetenten Beratung beurteilen. Beratung bieten Pflegedienste, Kassen, Verbände oder Selbsthilfegruppen.

Achtung: Der Anspruch auf Pflegehilfsmittel besteht unabhängig von der jeweiligen Pflegestufe.

Wie hoch sind die Zuzahlungen durch die Pflegekassen für die Pflegehilfsmittel?

Bei zum einmaligen Verbrauch bestimmten Verbrauchshilfsmitteln:

Die Kosten für Verbrauchshilfsmittel (zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel) werden bis zu 40 Euro pro Monat von der Pflegekasse erstattet.

Viele Verbrauchshilfsmittel wie etwa Bettschutzeinlagen können nur einmal benutzt werden. Dafür zahlt die Pflegekasse aber maximal 31 Euro im Monat. Wer die Preise im Sanitätsfachhandel kennt, weiß, dass das ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Ein Ausweg für Pflegedürftige: Wenn Sie sich vom Arzt z. B. Bettschutzeinlagen verschreiben lassen, werden diese von der Krankenkasse bezahlt.

Bei technischen Pflegehilfsmitteln:

Zu den Kosten für technische Pflegehilfen muss der Pflegebedürftige einen Eigenanteil von 10 Prozent des Kaufpreises, maximal jedoch 25 Euro, zuzahlen.

Wichtig: Zur Vermeidung von Härten kann die Pflegekasse Pflegebedürftige nach § 62 Abs. 1 Satz 1, 2 und 6 sowie Abs. 2 und 3 SGB V ganz oder teilweise von der Zuzahlung befreien. Wird die Belastungsgrenze von zwei Prozent des Jahresbruttoeinkommens bzw. einem Prozent bei chronisch Kranken überschritten, besteht die Möglichkeit, sich von der Zuzahlung befreien zu lassen.

Da größere technische Pflegehilfsmittel, wie z. B. Rollstühle, meist sehr teuer sind, werden sie Pflegebedürftigen von der Pflegekasse häufig nur leihweise überlassen, sodass eine Zuzahlung entfällt. Vorteil: Dann entfällt der Eigenanteil des Pflegebedürftigen.

Wenn Rollstühle oder Gehhilfen ärztlich verordnet werden, tragen die Krankenkassen die Kosten.

Auch für Pflegehilfsmittel muss ein Antrag gestellt werden

Auch für Pflegehilfsmittel muss ein Antrag gestellt werden. Die Pflegekasse überprüft dann die Notwendigkeit der Versorgung mit den beantragten Pflegehilfsmitteln unter Beteiligung einer Pflegefachkraft oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK). Entsprechende Empfehlungen des Medizinischen Dienstes im Gutachten über die Pflegebedürftigkeit werden als Antrag gewertet.

Wenn die Pflegekasse Leistungen für Pflegehilfsmittel ablehnt, sollten Sie gegen den Bescheid schnellstmöglich Widerspruch einlegen, eine detaillierte Begründung verlangen und den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) hinzuziehen.

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 23.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Pflegehilfsmittel

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