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Was bedeutet der glykämische Index GLYX für Diabetiker?

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Der glykämische Index, auch GLYX oder GI genannt, ist in den letzten Jahren als angeblicher Geheimtipp für erfolgreiche Diäten bekannt geworden. Der Begriff des glykämischen Index wurde Anfang 1980 als Maßeinheit für die Wirkung kohlenhydrathaltiger Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel eingeführt. Lesen Sie hier, was der GLYX bedeutet und welche Bedeutung er auf die Stoffwechsellage hat.

Was besagt der glykämische Index GI?

Der GI ist eine Maßeinheit, um die Auswirkung kohlenhydrathaltiger Lebensmittel auf den Blutzucker zu beurteilen. Die Angabe erfolgt in Prozent. Es wird überprüft, wie schnell und wie hoch der Blutzucker nach Verzehr eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels ansteigt. Grundlage ist die Auswirkung der Aufnahme von 50g Traubenzucker – Glukose – auf den Blutzuckerspiegel. Glukose hat den höchsten GI. Dieser Wert wird mit 100% angegeben. Daran orientieren sich die Messwerte aller anderen Lebensmittel. Nahrungsmittel wie Fisch, Fleisch oder Öle, die keine oder nur sehr wenige Kohlenhydrate enthalten, haben keinen GI.

Welchen Effekt haben Lebensmittel mit hohem GI?

Beim Verzehr von Nahrungsmitteln mit einem hohen GI kommt es zum schnellen Anstieg des Blutzuckers. In Folge schüttet die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin aus. So soll erreicht werden, dass die Glukose aus dem Blut schneller in die Körperzellen aufgenommen wird. Auch sorgt Insulin für die Anlage von Fettpolstern als Reserve. Durch die beschleunigte Aufnahme des Zuckers in die Zellen sinkt der Blutzucker wieder, teilweise bis hin zur Unterzuckerung.

Durch den gesunkenen Blutzuckerspiegel kommt es häufig zu Heißhungerattacken. Untersuchungen haben gezeigt, dass wiederum vermehrt Lebensmittel mit einem hohen GI bevorzugt werden. Der Blutzucker steigt, die Insulinproduktion wird angekurbelt. So erklärt sich, wieso nach dem Verzehr bestimmter Mahlzeiten sehr schnell wieder ein Hungergefühl eintritt. Demnach führen Nahrungsmittel mit hohem GI zu einer instabilen Stoffwechsellage mit starken Blutzuckerschwankungen. Auch eine Gewichtszunahme wird begünstigt.

Die europäische Studiengruppe für Diabetes und Ernährung rät zum bevorzugten Verzehr von Lebensmitteln mit niedrigem GI. Dadurch ließen sich Blutzucker- und Blutfettwerte verbessern. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO und die australische Gesellschaft für Ernährung schließen sich dieser Empfehlung an.

Wie werden Lebensmittel nach den GLYX-Werten eingeteilt?

Die Einteilung von Lebensmitteln nach dem glykämischen Index erfolgt in drei Gruppen. Interessanterweise haben Zucker oder Honig einen niedrigeren GI als Toast oder Baguette.

  • hoher GI > 70, beispielsweise Traubenzucker, Baguette, Toast, weißer Reis, Kartoffelpüree aus der Türe, Pommes frites, Kartoffelchips…
  • mittlerer GI 55 – 70, dazu gehören Zucker, Honig, Haferflocken, Marmelade, Cola, Graubrot, Basmatireis, Müsli…
  • niedriger GI < 55, Möhren, Erbsen, Salzkartoffeln, Äpfel, Pfirsiche, Erdnüsse, Nudeln "al dente", parboiled Reis…

Ausführliche Tabellen mit GI-Werten bestimmter Lebensmittel sind im Internet verfügbar.

Welche Kritiken gibt es?

Besonders US-amerikanische Wissenschaftler weisen darauf hin, dass der GI einzelner Lebensmittel immer auch von anderen Faktoren abhängig ist. Die Auswirkung des GI auf den Stoffwechsel wird teilweise als nicht ausreichend belegt angesehen. So schwankten die Werte bei derselben Testperson bei unterschiedlichen Messungen. Auch die Zubereitung eines Nahrungsmittels, die Verarbeitung und die Zusammensetzung der Kost beeinflussen den GI.

Die Ursachen für die unterschiedliche Wirkung auf den Blutzuckerspiegel ließen sich bisher nicht plausibel erklären. Der Gehalt an Ballaststoffen und die Art des Kohlenhydrates (kurzes oder langes Molekül) bieten keine ausreichenden Anhaltspunkte.

Auch die Idee, Lebensmittel mit niedrigem GI als Diätkonzept zur Gewichtsreduktion zu verwenden, wird von manchen Ernährungswissenschaftlern als fraglich angesehen. Sie weisen darauf hin, dass Gewichtsreduktion in erster Linie von der aufgenommenen Menge an Energie – Kilokalorien – abhängig ist. Diese muss reduziert werden, um eine effektive, dauerhafte Gewichtsabnahme zu erreichen.

Wie lauten die Empfehlungen für Diabetiker?

Laut Studienergebnissen bewirkt die Reduktion des GI der Mahlzeitenzusammensetzung um 20% eine um 10% bessere Einstellung des Blutzuckers. Diabetikern wie auch Menschen ohne Stoffwechselerkrankungen wird empfohlen, sich ausgewogen zu ernähren. Es kommt auf eine gute Zusammensetzung der Kost an: Vollkornbrot statt weißem Toast oder Baguette, viel frisches Obst und Gemüse, gute pflanzliche Fette, nicht zu viel Fleisch und Wurst, regelmäßig Fisch.

So wird dafür gesorgt, dass der Körper ausreichend mit allen benötigten Nährstoffen versorgt wird. Durch eine gute Kombination der Nahrungsmittel ist der Körper in der Lage, auch mal Lebensmittel mit hohem GI zu kompensieren.

Diabetiker und deren Angehörige werden mit der Zeit selbst feststellen, nach welchen Nahrungsmitteln ihr Blutzucker "in die Höhe schießt". Diese Lebensmittel müssen nicht unbedingt komplett gemieden werden. Sie sollten aber mit Bedacht gegessen werden und auf jeden Fall bei der Menge des gespritzten Insulins berücksichtigt werden.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Diabetes

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