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Was genau ist eigentlich die Parkinson-Erkrankung?

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Parkinson ist die häufigste neurologische Erkrankung. In Deutschland leben derzeit etwa 150.000 Menschen mit dieser Diagnose. Vermutlich sind weitere 150.000 Personen erkrankt. Jährlich kommen ca. 13.000 Neuerkrankungen hinzu. Im Volksmund wurde die Erkrankung früher als Schüttellähmung bezeichnet. Lesen Sie hier nähere Informationen zu Entstehung, Verlauf und Symptomen der Erkrankung.

Parkinson ist keine neue Erkrankung des Industriezeitalters. Bereits in ayurvedischen Schriften aus der Zeit 1500 bis 1000 v. Chr. wurden Erkrankungen beschrieben, die mit Symptomen wie Zittern, Steifigkeit und Bewegungsstörungen einhergingen. Auch in medizinischen römischen und griechischen Schriften von 300 bis 200 v. Chr. tauchten ähnliche Beschreibungen von Krankheitsbildern auf. Im 17. Jh. erkannte der Medizinprofessor und Begründer der naturwissenschaftlich ausgerichteten Medizin und klinischen Chemie Franciscus Sylvius unterschiedliche Formen des Zitterns.

1817 veröffentlichte der Londoner Arzt und Apotheker James Parkinson das "Essay on Shaking Palsy", die "Abhandlung über die Schüttellähmung". Als Symptome beschrieb er "Unwillkürliche Zitterbewegung, bei verminderter Muskelkraft, in Körperteilen, die keine Tätigkeit ausführen selbst dann, wenn sie unterstützt werden; mit dem Drang, den Rumpf vorzubeugen und vom Gehen zum Laufschritt überzuwechseln; dabei sind Sinne und Verstand unversehrt". Als Ursache der Erkrankung vermutete er eine Störung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule.

Der französische Nervenarzt Jean Marie Charcot gebrauchte 1884 erstmalig den Begriff "Maladie de Parkinson". 1895 tauchte die Bezeichnung in Vorlesungsaufzeichnungen des französischen Arztes Brissaud auf. Er sah einen ersten Zusammenhang zwischen der "Substantia Nigra" (schwarzen Substanz) im menschlichen Gehirn und Morbus Parkinson. 1919 gelang es dem russischen Neuropathologen Tretiakoff, die Symptome der Parkinsonerkrankung auf die Degeneration der Schwarzen Substanz im Gehirn zurückzuführen.

Die Parkinsonerkrankung ist demnach offensichtlich seit über 3000 Jahren über die Grenzen Europas hinaus bekannt.

Was ist die Substantia Nigra – Schwarze Substanz im Gehirn?

Die Substantia Nigra trägt ihren Namen auf Grund ihres Aussehens. Diese Zellen im Bereich des Mittelhirns haben einen hohen Gehalt an Eisen und Melanin, daher rührt die dunkle Verfärbung. Melanin ist ein Pigment, das beim Menschen die Färbung von Haut, Haaren und Augen bewirkt. Das Eisen bewirkt eine rötliche Verfärbung. In der Untersuchung nach dem Tode erkrankter Menschen zeigt sich das Aussehen dieser Hirnregion deutlich verblasst.

In der Substantia Nigra wird das Dopamin produziert, ein Botenstoff, der für die "Kommunikation" der Nervenzellen untereinander von Bedeutung ist. Über die Nervenenden wird das Dopamin, Acetylcholin und Glutamat an den Corpus Striatum ("gestreifter Körper") – eine weitere Hirnregion – abgegeben. Diese 3 Botenstoffe müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander vorhanden sein. Das Corpus Striatum wiederum steht mit anderen Hirnregionen in Verbindung. Diese bilden gemeinsam Schaltkreise, über die die Feinabstimmung der Muskelbewegungen koordiniert wird.

Jede Bewegung ist ein Zusammenspiel von Anspannung und Entspannung. Wenn Sie Ihren Kopf drehen, müssen sich Muskeln auf der einen Halsseite zusammenziehen, während sich auf der anderen Seite Muskeln entspannen müssen. Nur so ist eine fließende, nicht stockende Bewegung möglich.

Welche Ursachen hat Morbus Parkinson?

Die Substantia Nigra besteht aus rund 400.000 Zellen. Beim gesunden Menschen sterben etwa 2400 Zellen jährlich ab. Bei Betroffenen ist dieser Zelltod deutlich beschleunigt. Daraus resultiert ein Dopaminmangel, der für die motorischen Störungen verantwortlich ist. Das Gehirn verfügt über ausreichend Anpassungsfähigkeiten, um den Zellverlust auszugleichen. Erst wenn zwischen 50 bis 70% der Neuronen (Nervenzellen) abgestorben sind, kommt es zu ersten Symptomen der Parkinsonerkrankung.

Die Ursachen des beschleunigten Zelltodes sind nicht abschließend geklärt. Das Lebensalter scheint eine Rolle zu spielen. Der überwiegende Anteil der Erkrankten ist 60 Jahre und älter. Bei etwa 5 bis 10% der Betroffenen bricht die Parkinsonerkrankung vor dem 40. Lebensjahr aus. Raimund Harmsdorf ("Der Seewolf") erhielt die Diagnose im Alter von 54 Jahren, Papst Johannes Paul II mit Ende 60, Michael J. Fox bereits mit 30 Jahren. Vermutlich ist bei den Früh-Erkrankten eine genetische Veränderung die Ursache.

Ist die Erkrankung voll ausgebildet, kommen die vier Kardinalsymptome zur Ausbildung.

  • Verlangsamte Bewegungsabläufe/Bewegungsarmut – Bradykinese/Akinese
  • Muskelsteifigkeit – Rigor
  • Zittern – Tremor
  • Gang-, Haltungs- und Gleichgewichtsstörungen – posturale Instabilität

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Es wird seit Jahren nach den Ursachen der Erkrankung geforscht. Mit der Identifikation der Ursache wäre auch eine effektive Therapie möglich. Die aktuell verfügbaren Therapien beschränken sich auf die Substitution des fehlenden Dopamins und die Behandlung der Symptome.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 06.03.2014 aktualisiert.

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Kategorien: Krankheiten

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