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Was ist der Unterschied zwischen Bronchitis und Lungenentzündung?

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Eine Lungenentzündung ist eine gefürchtete Komplikation bei immobilen oder bettlägerigen Pflegebedürftigen. Durch flache Atmung bei körperlicher Schwäche wird die Lunge nicht ausreichend belüftet. Jährlich versterben etwa 20 000 Menschen an einer Pneumonie. Lesen Sie hier, was der Unterschied zu einer Bronchitis ist und warum eine Pneumonie so gefährlich ist.

Was ist eine Bronchitis?

Eine akute Bronchitis ist die meistgestellte Diagnose in Hausarztpraxen. Dabei handelt es sich um eine Infektion der Atemwege, die sich im Hauptsymptom Husten äußert. Bei ansonsten gesunden Menschen heilt diese innerhalb von zwei bis vier Wochen in vielen Fällen von selbst aus.

Was ist eine Lungenentzündung?

Eine Lungenentzündung geht meist einher mit deutlichem Krankheitsgefühl, Fieber und Schmerzen beim Atmen. Häufig sind Kleinkinder oder Menschen mit deutlich geschwächter Abwehrlage betroffen. Bei einer schweren Lungenentzündung droht die Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Aus einer Bronchitis kann sich eine Pneumonie entwickeln, wenn sich die Entzündung ausweitet.

Wie ist die Lunge aufgebaut?

Grober Aufbau

Die Lunge besteht aus dem rechten und dem linken Lungenflügel. Diese teilen sich auf in die Lungenlappen, rechts drei, links zwei Lappen. Der linke Lungenflügel ist kleiner, da dort das Herz im Brustkorb liegt. Die Lunge ist von außen mit dem Lungenfell überzogen, der Brustkorb ist von innen mit dem Rippenfell überzogen.

Zwischen den beiden Häuten befindet sich der Pleuraspalt, der mit wenigen Millilitern Flüssigkeit gefüllt ist. Dadurch haften diese aneinander und halten die Lunge im gedehnten Zustand. Nach unten wird der Brustkorb durch das Zwerchfell zum Bauchraum abgegrenzt. Tritt durch eine Verletzung des Brustkorbes Luft in den Pleuraspalt, trennen sich Brust- und Rippenfell. Die Lunge fällt in sich zusammen.

Feinaufbau

Der innere Aufbau der Lunge lässt sich in den luftführenden und den gasaustauschenden Bereich einteilen. Der luftführende Teil ist das Bronchialsystem. Diese Röhren werden zusätzlich offengehalten durch Knorpelspangen in den Wänden.

Am unteren Ende der Luftröhre gehen der rechte und linke Hauptbronchus ab und teilen sich auf in drei (rechts) bzw. zwei (links) Lappenbronchien. Diese verzweigen sich immer weiter und enden in den Alveolen (Lungenbläschen), die traubenförmig um die Enden der Bronchiolen (kleinsten Verzweigungen) liegen.

Um die Bläschen herum liegt das Interstitium (Zwischengewebe), in dem Nerven und Blutgefäße verlaufen. Die Lungenbläschen sind von einem feinen Netz von Blutgefäßen umgeben. Dort findet der Gasaustausch statt. Sauerstoff wird aus der Atemluft herausgefiltert und in den Blutkreislauf gegeben. Kohlendioxid wird aus dem Blut an die Ausatemluft abgegeben.

Wie funktioniert die Atmung?

Bei der Einatmung senkt sich das Zwerchfell und heben die Zwischenrippenmuskeln den Brustkorb. Der Innenvolumen im Brustkorb vergrößert sich. Die Lunge folgt der Bewegung und dehnt sich aus. Dadurch entsteht ein Unterdruck in der Lunge, der durch das Ansaugen von Luft ausgeglichen wird.

Die Ausatmung geht überwiegend passiv vonstatten. Die gedehnten Muskeln entspannen sich, der Brustkorb senkt sich, das Zwerchfell wölbt sich wieder nach oben. Das Innenvolumen des Brustkorbes verkleinert sich wieder, die Luft wird aus der Lunge hinausgedrückt. In der Wand der Bronchien befinden sich kleinste Muskeln. Diese ziehen sich zusammen und drücken so die Luft zusätzlich nach außen. Zudem sind die Bronchien mit Flimmerhärchen ausgekleidet, die dafür sorgen, Fremdkörper wie Staub, Pollen oder Bakterien hinaus zu befördern.

Was passiert bei einer Bronchitis?

Eine Bronchitis ist eine Entzündung der luftführenden Lungenbereiche. Bei einer Bronchitis sind die Schleimhäute der Bronchien – die Innenauskleidung – entzündet. Diese Entzündung wird in den meisten Fällen durch Viren verursacht. Die Schleimhäute schwellen an und produzieren zähen Schleim. Erkrankte beginnen zu husten.

Der Körper versucht durch ruckartigen Ausstoß der Atemluft, Krankheitserreger und Schleim loszuwerden. Der Husten beginnt meist trocken, nach einigen Tagen wird Schleim ausgehustet. Die Ausheilung kann mit schleimlösenden Medikamenten unterstützt werden.

Bei geschwächten Personen oder einer vorgeschädigten Lunge können zusätzlich Bakterien die Bronchien befallen. Wird grün-gelblicher oder mit Blutspuren durchzogener Schleim abgehustet, ist dies ein Anzeichen für einen bakteriellen Infekt. Diese Form der Bronchitis muss mit einem Antibiotikum behandelt werden.

In seltenen Fällen kann eine Bronchitis durch Pilze verursacht werden. Eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut – Soor – kann die Luftröhre hinabwandern und eine Bronchitis verursachen.

Was ist eine Pneumonie?

Eine Lungenentzündung betrifft die gasaustauschenden Areale der Lunge. Die Alveolen und das Interstitium sind betroffen. Die Wände der Lungenbläschen im betroffenen Bereich sind verdickt. Die Alveolen füllen sich mit Schleim, wodurch die Funktion der Lungenbläschen weiter beeinträchtigt wird. Der betroffene Bereich steht für den Gasaustausch nicht zur Verfügung. Der Körper wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Eine Pneumonie wird überwiegend durch Bakterien verursacht. Typische Symptome sind starkes Krankheitsgefühl, hohes Fieber und Schüttelfrost und Schmerzen bei der Atmung. Der ausgehustete Schleim ist eitrig, gelb-grün oder rostfarben. Der Körper versucht, das Sauerstoffdefizit durch beschleunigte Atmung und erhöhten Puls auszugleichen.

Reicht dies nicht aus, sinkt der Sauerstoffgehaltes des Blutes. Lippen und Finger- und Zehennägel verfärben sich bläulich. Es droht Sauerstoffmangel der Organe, dieser kann lebensbedrohlich werden. Ein Krankenhausaufenthalt wird unerlässlich. Die Diagnostik einer Pneumonie erfolgt über das Abhören und Röntgen der Lunge und Blutentnahme.

Warum sind bettlägerige Pflegebedürftige besonders pneumoniegefährdet?

Bei überwiegend liegenden Menschen kann sich die Lunge nicht optimal ausdehnen. Hinzu kommt der Muskelabbau bei Schwäche und Bettlägerigkeit. Auch die Atemmuskulatur ist geschwächt, die Atmung wird flacher. Durch mangelnde körperliche Belastung fehlt dem Körper der Anreiz, vertieft zu atmen. Tiefere Bereiche der Lunge werden nicht ausreichend belüftet. Schleim sammelt sich in den Alveolen, Bakterien können sich vermehren.

Was müssen Sie bei der Pflege von Menschen mit Pneumonie beachten?

Bei einer Pneumonie wird ein Antibiotikum und evtl. ein schleimlösendes Medikament verordnet. Sie sollten die Ausheilung mit Unterstützung der Atmung fördern.

  • Lagern Sie die erkrankte Person unbedingt mit erhöhtem Oberkörper. Dies hilft der Lunge sich zu entfalten und erleichtert die Atmung. Gleichzeitig sorgen Sie so dafür, dass Schleim besser ausgespuckt werden kann.
  • Sprechen Sie die Trinkmenge mit dem behandelnden Arzt ab. Achten Sie auf Einhalten der empfohlenen Menge. Eine Pneumonie belastet auch das Herz. Eine geschwächtes, krankes Herz kann durch zu viel Flüssigkeit überfordert werden. Gleichzeitig sorgt aber Flüssigkeit dafür, dass der Schleim verflüssigt wird und besser abgehustet werden kann.
  • Bitten Sie den behandelnden Arzt um Verordnung eines Schmerzmittels. Schmerzen beim Atmen sorgen für eine flache Schonatmung. Die Belüftung der Lunge wird zusätzlich beeinträchtigt.
  • Tragen Sie zum eigenen Schutz Einweghandschuhe beim Umgang mit dem Sputum (ausgeworfenen Schleim). Dieser ist infektiös, vermeiden Sie eigenen Ansteckung.
  • Achten Sie auf tiefe Einatmung. Singen Sie gemeinsam, führen Sie Atemübungen durch wie gegen Widerstand pusten, mit dem Strohhalm im Glas „blubbern“ usw.
  • Sorgen Sie für ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum. Trockene Luft reizt die Atemwege zusätzlich.
  • Fördern Sie Atmung und Entspannung durch Atemstimulierende Einreibung. Diese beruhigt, fördert das Wohlbefinden und hilft, die Atmung zu vertiefen.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 23.04.2015 aktualisiert.

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