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Was ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit – paVK?

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Die paVK bezeichnet eine Verengung der Arterien, die entgegengesetzt der Körpermitte liegen. Die Erkrankung betrifft vor allem die Beine, im Volksmund auch „Schaufensterkrankheit“ genannt. In Deutschland sind etwa 20% der Personen über 70 Jahre daran erkrankt, Männer häufiger als Frauen. Lesen Sie hier wichtige Informationen über Entstehung, Risikofaktoren und Verlauf der Krankheit.

Die paVK ist eine Erkrankung der Arterien, die in der Peripherie – also in den "Randgebieten" des Körpers liegen. Gemeint sind damit die kleinen und kleinsten Gefäße in Armen und vor allem Beinen. Die Erkrankung verläuft in vier Stadien und bleibt zunächst meist unbemerkt. Weniger als die Hälfte aller über 65-jährigen, die gelegentlich Beinbeschwerden haben, suchen einen Arzt auf. Somit ist die paVK häufig ein Zufallsbefund. Dabei ist die paVK häufiger Verursacher einer lebensbedrohlichen Akutsituation wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Gefäßverschluss in den Beinen.

Wie entsteht die paVK?

Die paVK entsteht zu 90% auf Grund von Arteriosklerose. Die Arterien sind durch Ablagerungen verengt, die betroffenen Bereiche werden nicht ausreichend durchblutet. Das Gewebe wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dadurch entwickeln sich zunächst Schmerzen durch die Minderdurchblutung, im weiteren Verlauf kommt es zu Gewebeschädigungen.

Welche Risikofaktoren begünstigen die paVK?

Die wichtigsten Risikofaktoren sind dieselben wie auch bei der Arteriosklerose:

  • Blutdruckhochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Störungen des Fettstoffwechsels – erhöhtes Cholesterin

In welchen Stadien verläuft die paVk?

  • 1. Stadium – häufig symptomfrei

    Es bestehen erste Gefäßverengungen, diese bereiten aber in der Regel noch keine Beschwerden. Ab und an treten Schmerzen in den Beinen auf. Diese werden meist nicht als Symptom für eine ernsthafte Erkrankung erkannt. Wird die paVK bereits in diesem Stadium diagnostiziert, handelt es sich meist um einen Zufallsbefund.

    Tipp: Klagt Ihr Angehöriger wiederholt über Beinschmerzen, nehmen Sie dies ernst und sprechen sie mit Ihrem Arzt darüber. Facharzt für diese Erkrankungen ist der Angiologe.

    2. Stadium – "Schaufensterkrankheit"

    Die von den verengten Gefäßen durchblutete Muskulatur wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dieses Stadium wird auch als "Claudicatio intermittens" (intermittierendes Hinken) bezeichnet. Besonders beim Bergauflaufen, Treppensteigen oder beim Sport treten Schmerzen in den Waden, Oberschenkeln oder im Gesäß auf. Diese werden verursacht durch den Sauerstoffmangel im Gewebe. Die Schmerzen werden als krampfartig oder stechend-klopfend beschrieben. Die Unterschenkel und besonders die Füße sind blass und kalt.

    Betroffene müssen immer wieder Gehpausen einlegen. Nach einer Unterbrechung von einigen Minuten gehen die Schmerzen zurück, der Weg kann fortgesetzt werden. Häufig wird die benötigte Gehpause als Blick in Schaufensterauslagen überspielt. Daher stammt die Bezeichnung Schaufensterkrankheit.

    Normalerweise kann man an bestimmten Stellen wie Kniekehle, Fußrücken oder Leiste den Puls fühlen. Bei Verengung oder Verschluss der Arterien sind diese nicht mehr tastbar.

    Das zweite Stadium wird nochmals in 2 Ausprägungen unterteilt. Stadium 2a: die schmerzfreie Gehstrecke beträgt mindestens 200 Meter. Stadium 2b: Die Strecke, die ohne Schmerzen zurückgelegt werden kann, liegt unter 200 Metern.

    Tipp: Beobachten Sie Ihren Angehörigen beim Gehen. Wie lange kann er durchgehend laufen, werden Pausen eingelegt? Warum bleibt er stehen? Wann treten Schmerzen auf?

    Stadium 3 – Ruheschmerz

    In dieser Phase schmerzen Zehen und Füße bereits im Ruhezustand. Die Beschwerden nehmen besonders nachts beim Liegen zu. Betroffene lassen häufig die Beine aus dem Bett heraushängen oder werden durch die Schmerzen nachts wach und setzen sich auf die Bettkante. Durch die Tieflagerung der Füße strömt wieder Blut ein, die Beschwerden gehen zurück.

    Tipp: Verfügt Ihr Angehöriger über ein verstellbares Pflegebett, stellen Sie das Fußende tief. Achten Sie auf weite, weiche, bequeme Schuhe. Druckstellen durch enge Schuhe müssen unbedingt vermieden werden.

    Vorsicht! Legen Sie keine Wärmflasche oder ähnliches an die Füße, auch wenn diese sich kalt anfühlen. Durch von außen zugeführte Wärme benötigt das Gewebe vermehrt Sauerstoff. Die gut gemeinte Maßnahme kann zu Gewebeschädigungen führen.

    Stadium 4 – Gewebeschädigung

    Das betroffene Gewebe ist geschädigt und hochempfindlich. Durch die Minderblutung und daraus resultierende Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen heilen kleinste Verletzungen nicht. Es bilden sich Geschwüre oder Nekrosen (abgestorbene Gewebeteile). Diese können bis hin zu Amputationen führen.

    Tipp: Lassen Sie Fußpflege nur von einer erfahrenen Podologin durchführen. Kontrollieren Sie die Füße regelmäßig auf Druckstellen oder kleine Verletzungen. Entstandene Wunden gehören schnellstens in die Hände von Spezialisten, z. B. in einer Fußambulanz.

    Wie wird die paVK diagnostiziert?

    Zur Diagnostik gehört die medizinische Anamnese, die körperliche Untersuchung, die Überprüfung der Pulse in Füßen und Beinen. Hinzu kommt die Doppler-Sonographie, mit der ohne Belastung für Betroffene die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Beinen überprüft werden kann. Bestehen eindeutige Verdachtsmomente, kommen Untersuchungen wie CT und MRT hinzu. Diese werden mit Kontrastmitteln durchgeführt.

    Welche Therapiemöglichkeíten gibt es?

    Die Therapie der paVK steht auf "2 Beinen": Die kausale Therapie verfolgt das Ziel, die Risikofaktoren zu reduzieren. So wird das Fortschreiten der Erkrankung eingedämmt. Dazu gehört die exakte Einstellung von Blutdruck, Blutfetten und Blutzucker.

    Hinzu kommt die symptomatische Therapie. Diese befasst sich damit, bereits entstandene Schädigungen zu behandeln. Dazu gehört die medikamentöse Therapie, das Gehtraining und invasive ("in den Körper eindringende") Verfahren wie die Erweiterung verengter Gefäße durch Katheter. Auch Operationen, in denen verschlossene Gefäße überbrückt werden, zählen zu den invasiven Verfahren.

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Kategorien: Krankheiten

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