Was ist Mangelernährung und wie gehen Sie dagegen vor?

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Mangelernährung im Alter kann viele Ursachen haben. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt genaue Vorgaben für die richtige Ernährung. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Ursachen es für eine Unterversorgung geben kann und wie Sie Ihrem Angehörigen wieder Appetit machen können.

Mangelernährung als Resultat des Alters

Im Alter lassen die Geschmacks- und Geruchsrezeptoren nach und die Sinne können schwächer werden. Durch den mangelnden Geschmack sinkt auch die Lust auf das Essen an sich. Dazu kommt noch, dass das Hunger- und Durstgefühl mit steigendem Alter nicht mehr so zuverlässig funktioniert wie in jüngerem Alter. Aufgrund dessen sind viele ältere Menschen oft auch dehydriert.

Mangelernährung führt immer zu einem Defizit an Nährstoffen und am Ende zu einer Unterernährung, die sich vor allen Dingen an einer Gewichtsabnahme bemerkbar macht.

10 Regeln der DGE

Dass man im Alter weniger Nahrung benötigt als in jungen Jahren, stimmt so nicht. Unter Umständen sinkt der Kalorienbedarf dadurch, dass sich die älteren Personen weniger bewegen, aber die zehn Regeln der deutschen Gesellschaft für Ernährung gelten für Personen jeden Alters.

  1. Vielseitig essen = abwechslungsreich essen
  2. Getreideprodukte und Kartoffeln = vor allen Dingen Vollkornprodukte und Kartoffeln enthalten kaum Fett, dafür Vitamine. 30 Gramm Ballaststoffe aus Vollkornprodukten sollten es täglich sein
  3. 5 am Tag: Sie sollten fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag zu sich nehmen, dazu gehören auch Säfte und Suppen
  4. Täglich Milchprodukte und 1-2 mal pro Woche Fisch und Fleisch, Wurstwaren und Eier nur in Maßen
  5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel: 60-80 Gramm Fett reichen pro Tag
  6. Zucker und Salze in Maßen: Gezuckerte Getränke sollten Sie vermeiden und wenn Sie salzen, nur jodhaltiges Salz verwenden und häufiger mit Kräutern würzen
  7. Trinken Sie mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag, hier am besten Wasser
  8. Schmackhaft und schonend zubereiten: Garen Sie Speisen bei niedrigen Temperaturen mit möglichst wenig Wasser und Fett
  9. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen: Essen Sie nicht nebenbei, sondern bewusst
  10. Auf das Gewicht achten: 30 bis 60 Minuten Sport am Tag und eine ausgewogene Ernährung für das richtige Körpergewicht

Wenn Sie sich und Ihr Angehöriger an diese Regeln halten, sollte es nicht zu einer Mangelernährung kommen.

Wie erkennen Sie die Mangelernährung?

Oft werden Gewichtsabnahmen erst bemerkt, wenn die Kleidung nicht mehr passt. Achten Sie also bei Ihrem Angehörigen stets darauf, dass er sein Gewicht kontrolliert. Beachten Sie Alarmsignale wie das Ablehnen von Nahrung und körperliche Schwäche. Wenn Ihr Angehöriger eine Teilnahmslosigkeit ausstrahlt und die Augen eingefallen wirken, sind dies klare Hinweise auf eine Mangelernährung.

Was tun gegen Mangelernährung?

Wenn Sie erkannt haben, dass Ihr Angehöriger sich nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, sollten Sie eingreifen. Mangelernährung kann sehr gefährlich sein und Folgeerkrankungen mit sich bringen. Erinnern Sie den Angehörigen oft daran, dass er doch ein Glas Wasser oder Saft zu sich nehmen sollte, um eine Dehydrierung zu vermeiden.

Sie erkennen eine mangelnde Versorgung mit Wasser daran, dass der Urin dunkel gefärbt ist und dass die Person verwirrt ist. Die Haut ist bei einer Dehydrierung scheinbar dünn wie Papier und in Falten gelegt.

Machen Sie Ihrem Angehörigen Lust auf Essen

Wenn Ihr Angehöriger grundsätzlich keinen Spaß mehr am Essen hat, können Sie mit einigen Tricks versuchen, ihn zum Essen zu bringen. Wenn Sie die Zeit dazu finden, kochen Sie so gut es geht mit der mangelernährten Person zusammen. Die Gerüche und das Probieren von Zutaten kann sich positiv auf den Appetit auswirken.

Lassen Sie den Angehörigen von Gemüse und Obst probieren und bereiten Sie vorerst kleine Portionen zu, um den Magen nicht zu überlasten. Lassen Sie die Person auch an Gemüse und Obst riechen, um den Geruchssinn zu schulen. Führen Sie regelmäßige Essensrituale ein. Essen Sie zu den gleichen Uhrzeiten und nehmen Sie, wenn es geht, an den Mahlzeiten teil. Viele Senioren verlieren den Spaß am Essen auch durch Einsamkeit.

Wenn die Gewichtsabnahme radikal und in kurzer Zeit aufgetreten ist, sollten Sie, wenn noch nicht geschehen, unbedingt Kontakt zu einem Arzt aufnehmen, damit dieser das Gewicht und den Gesundheitszustand kontrollieren kann.

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 15.04.2015 aktualisiert.

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