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Was passiert bei einem Kaliummangel im Körper?

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Kalium ist ein Mineral, das der Körper als Elektrolyt für verschiedene Vorgänge im Körper benötigt. Gemeinsam mit Natrium sorgt es für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt und eine regelmäßige Herztätigkeit. Es kann vom Körper nicht selbst gebildet werden. Lesen Sie hier, wie Sie sich ausreichend mit Kalium versorgen können und welche Konsequenzen ein Kaliummangel bzw. -überschuss haben kann.

Wofür wird Kalium im Körper benötigt?

Kalium hat die wichtige Funktion, den Wasser- und Elektrolythaushalt im Gleichgewicht zu halten. Darüber hinaus sorgt es für regelmäßigen Herzschlag und hält den Blutdruck im Normbereich. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Nervenimpulsen an Nerven und Muskeln.

Kalium befindet sich zu 98% in den Zellen (intrazellulär), lediglich 2% befinden sich im Blut (extrazellulär).

Wie viel Kalium benötigt der Körper?

Wenn bei Ihnen Blut abgenommen wurde, sollte der Kalium-Wert (K+) zwischen 3,5 und 5 mmol/l liegen.

Der tägliche Kaliumbedarf liegt bei mindestens 2g (2000mg). Diese Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE gilt für erwachsene Männer und Frauen jeden Alters gleichermaßen.

Kalium und Natrium hängen eng zusammen. Je mehr Natrium aufgenommen wird, z.B. in Form von normalem Kochsalz, desto mehr Kalium wird ausgeschieden.

Wie entsteht Kaliummangel?

Normalerweise reicht eine ausgewogene Ernährung, um den Körper mit dem benötigten Mineral zu versorgen. Es kommt zu Verlust von Kalium und somit zu erhöhtem Bedarf bei Durchfall und Erbrechen. Bei Diabetikern, die Insulin spritzen müssen, sorgt das Insulin dafür, dass Kalium vermehrt in die Zellen transportiert wird und somit im Blut fehlt.

Auch die dauerhafte Einnahme von "Wassertabletten" (Diuretika) und Abführmitteln kann zu Kaliummangel führen. Starkes Schwitzen, Exsikkose (Austrocknung des Körpers), Stress oder Alkoholmissbrauch bedingen ebenfalls Kaliummangel.

Was passiert bei Kaliummangel?

Der Mangel des Minerals kann bis hin zu Herzrhythmusstörungen führen. Der Herzschlag beschleunigt sich bis hin zum Herzrasen. Es entwickeln sich Ödeme (Wasseransammlungen) z.B. in den Beinen. Fällt der Kaliumwert im Blut unter 2,5 mmol/l, kann dies tödlich sein.

Anfängliche Symptome sind Nervosität und Schlafstörungen, aber auch Schwäche, Müdigkeit, Teilnahms- und Kraftlosigkeit. Hinzu kommen häufig Kopfschmerzen, Kribbeln in den Gliedmaßen und auf der Haut bis hin zu Muskelkrämpfen.

Wie wird Kaliummangel behandelt?

Zunächst sollten Sie darauf achten, genügend Kalium über die Nahrung aufzunehmen. Vor allem in pflanzlichen Nahrungsmitteln ist reichlich K+ enthalten. Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf jeweils 100g des verzehrfertigen Lebensmittels.

Trockenfrüchte sind große Kaliumlieferanten. Durchschnittlich enthalten getrocknete Äpfel etwa 400mg, Pflaumen ca. 700mg und Trockenaprikosen sogar 1600mg K+. Aber auch frisches Obst hilft bei der ausreichenden Versorgung mit dem Elektrolyt: 300 bis 400mg sind in Honigmelone, Aprikosen, Bananen, Pflaumen enthalten.

Kartoffeln, Rote Bete, Kohlrabi, Feldsalat, Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Spinat, Sellerie liefern zwischen 400 und 600mg des Minerals. Hülsenfrüchte und Nüsse versorgen Sie mit mindestens 600mg Kalium. Eine Tafel Vollmilchschokolade enthält etwa 500mg K+, Bitterschokolade sogar mehr als 1000mg.

Wie wird Kaliummangel behandelt?

Zunächst sollten Sie darauf achten, über die Nahrung reichlich Mineralstoffe zu sich zu nehmen. Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse. Ist Ihr Kalium-Blutwert erniedrigt, wird der behandelnde Arzt Ihnen Kalium-Brausetabletten verordnen.

Bei sehr niedrigen Werten kann das Mineral auch als Infusion verabreicht werden. Nehmen Sie die Brausetabletten über den angeordneten Zeitraum und nur auf ärztliche Anordnung. Nach einigen Wochen sollte eine erneute Blutentnahme zur Kontrolle der Elektrolyte erfolgen.

Wie kommt es zu einem Kaliumüberschuss?

Ist die Konzentration von Kalium im Blut zu hoch, nennt man dies auch Hyperkaliämie. Diese wird zunächst per Blutuntersuchung diagnostiziert. Werte im Blut über 5mmol/l belegen eine Hyperkaliämie.

Die Ursachen lassen sich in drei Bereiche aufteilen: übermäßige Kaliumzufuhr, zu geringe Ausscheidung oder vermehrte Kaliumfreisetzung aus den Zellen in das Blut.

Normalerweise reguliert der Körper über die Nahrung zu viel aufgenommenes Kalium selbst und scheidet es über die Nieren mit dem Urin aus. Wird Kalium regelmäßig in hohen Dosierungen über Brausetabletten oder Infusionen zugeführt, reichert es sich im Blut an.

Wurden Ihnen oder Ihrem Angehörigen wegen einem Kaliummangel Brausetabletten (z.B. Kalinor-Brause) verordnet, sollten nach einigen Wochen die Blutwerte kontrolliert werden. Die Tabletten sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, sollten aber nicht ohne ärztliche Anordnung und Kontrolle eingenommen werden.

Vorliegende bestimmte Nieren- und Nebennierenerkrankungen führen dazu, dass Kalium nicht ausreichend ausgeschieden wird. Auch manche Medikamente können zu verminderter Kaliumausscheidung führen.

Dazu gehören Chemotherapeutika bei Krebserkrankungen, manche blutdrucksenkenden (ACE-Hemmer), schmerz- oder entzündungshemmenden Medikamente und kaliumsparende Diuretika. Lesen Sie die Beipackzettel regelmäßig eingenommener Medikamente!

Durch großflächige Verbrennungen oder Verletzungen, schwere Infektionen oder Übersäuerung des Blutes kommt es zur Zerstörung der roten Blutkörperchen. Das in den Zellen enthaltene Kalium gelangt so in den extrazellulären Raum.

Wie bemerken Sie einen Kaliumüberschuss?

Die Symptome sind unspezifisch, ähnlich denen bei Kaliummangel. Im EKG sind für den Arzt deutliche Veränderungen erkennbar. Der Herzschlag verlangsamt sich, in schweren Fällen kommt es zu Rhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand. Anfängliche Symptome können sein: Kribbeln und Missempfindungen auf der Haut, Schwäche und Abgeschlagenheit, Muskelschwäche bis hin zu Lähmungen.

Wie wird eine Hyperkaliämie behandelt?

In leichten Fällen wird zunächst versucht, die Kaliumzufuhr über die Nahrung und Medikamente zu reduzieren. Wenn Sie Gemüse vor dem Kochen einige Stunden wässern und das Wasser weggießen, wird die Konzentration des Minerals deutlich reduziert. Die verursachenden Medikamente werden vom behandelnden Arzt abgesetzt oder umgestellt.

Eine schwere Hyperkaliämie mit Veränderungen der Herztätigkeit oder anderen schweren Symptomen ist ein medizinischer Notfall. Es stehen unterschiedliche medikamentöse Therapien zur Verfügung. Dazu gehören Diuretika, die die Ausscheidung von Kalium steigern. Auch die Gabe von Insulin in Kombination mit Glukoseinfusionen (Traubenzucker) senkt die Kaliumkonzentration im Blut.

In sehr schweren Fällen, wenn der Blutwert nicht schnell gesenkt werden kann, kann für einige Stunden eine Dialyse-Behandlung (Blutwäsche) erfolgen.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 09.03.2014 aktualisiert.

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Kategorien: Mangelernährung

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