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Was tun gegen Mundsoor bei Pflegebedürftigen?

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Wenn Mund und Rachen gerötet und mit einem weißen Belag überzogen sind, der beim Abschaben eine blutende Schleimhaut hinterlässt, steckt eine Infektion mit Hefepilzen dahinter. Diese sind immer in unserem Körper vorhanden, doch wenn er geschwächt ist, kann es zu einer übermäßigen Besiedelung kommen. Was können Sie tun, wenn Ihr pflegebedürftiger Angehöriger unter Mundsoor leidet?

Mundsoor entsteht durch Hefepilze

Hefepilze sind an sich nichts Schädliches. Erst wenn die Schleimhaut durch Medikamente, schlecht sitzende Prothesen oder ständige Mundtrockenheit angegriffen ist, wird sie in ihrer gesunden Funktion gestört und anfällig für Infektionen.

Ältere und pflegebedürftige Menschen haben zudem oft ein schwächeres Immunsystem, das einen Soor begünstigt. Die Hefepilze, auch Candida genannt, haben nun die Chance, sich deutlich zu vermehren und das physiologische Gleichgewicht der Mundhöhle zu stören. Dabei sind gleich mehrere Arten des Hefepilzes beteiligt, von denen Candida albicans der häufigste ist.

Hefepilze können sich ausbreiten und große Schäden anrichten

Problematisch wird es, wenn sich der Mundsoor in den Rachen ausbreitet, denn dann kommt es zu Schluckstörungen. Verteilen sich die Hefepilze bis in den Darm und lösen sogar bei sämtlichen Organen eine Infektion aus, kommt es zu einer Sepsis, die tödlich enden kann. Eine rasche und gründliche Behandlung beseitigt den Mundsoor jedoch, bevor er tiefgreifende Ausmaße annimmt. Mithilfe eines Abstrichs kann der Arzt innerhalb weniger Minuten eine eindeutige Diagnose stellen und entsprechende Maßnahmen und Medikamente verordnen.

Einige Krankheiten führen leicht zu Mundsoor-Rückfällen

Bevor eine Therapie eingeleitet wird, muss der Arzt den Patienten gründlich untersuchen, um eine versteckte Krankheit ausschließen zu können, zum Beispiel Diabetes mellitus oder eine Immunschwäche-Erkrankung. Diese können ebenfalls einen Mundsoor hervorrufen, oft von einer hartnäckigen Sorte, die immer wieder auftritt.

So behandeln Sie die Pilz-Infektion im Mundbereich

Der Befall mit Hefepilzen im Mundbereich kann recht einfach mit pilzabtötenden Mundspüllösungen oder Lutschtabletten beseitigt werden. Sie enthalten meist die Wirkstoffe Nystatin oder Amphotericin B. Kann Ihr Angehöriger nicht mehr selbst seinen Mund spülen, können Sie eine Suspension oder ein länger haftendes Gel verordnen lassen, mit dem Sie seine Zunge und Mundhöhle auspinseln. Sollte der Pflegebedürftige eine Prothese tragen, muss auch diese regelmäßig gereinigt und mit einer Chlorhexidin-Lösung gespült werden. Zahnbürsten wechseln Sie bitte häufiger als gewohnt, vor allem aber, wenn die Infektion abgeheilt ist.

So beugen Sie einem Mundsoor vor

Sorgen Sie bei einem chronisch trockenen Mund Ihres Angehörigen dafür, dass er regelmäßig etwas trinkt. Sollte der Mund weiterhin trocken bleiben, gibt es einen künstlichen Speichelersatz in Form von Spray wie Glandosane® oder Saliva medac®, das die Schleimhäute länger feucht hält. Zwischendurch können Sie dem Pflegebedürftigen auch etwas Rahm oder Mascarpone auf die Zunge streichen. Beides verhindert eine weitere Verdunstung der Mundfeuchtigkeit.

Kann Ihr Angehöriger noch lutschen, sind zuckerfreie Bonbons oder Kaugummis eine Option. Geben Sie bitte keinen Kamillentee, da er zusätzlich austrocknet, und keine zucker- oder säurehaltigen Getränke, die den Zähnen schaden würden. Stattdessen können Sie eine Aromalampe mit Zitronenöl aufstellen. Der Duft regt die Speichelproduktion an.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Mundpflege

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