Welche Folgen hat Bettlägerigkeit?

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Bettlägerig werden ist ein schleichender Prozess zunehmender Ortsfixierung. Er beginnt häufig mit körperlicher Schwäche, Schmerzen, einer Erkrankung oder einem Unfall. Der persönliche Bewegungsradius wird eingeschränkt bis hin zur Fixierung an einen Ort. Dies kann der Rollstuhl, das Sofa oder das Bett sein. Lesen Sie hier, welche Folgen und Risiken Ortsfixierung birgt.

Bettlägerigkeit oder Ortsfixierung ist ein schleichender Prozess, dem aktiv entgegengesteuert werden muss. Ortsfixierung bedeutet, dass eine pflegebedürftige Person nicht in der Lage ist, selbständig aus eigener Kraft ihren Aufenthaltsort zu wechseln.

Bedingt durch körperliche Schwäche, einen Sturz, Schmerzen oder eine Erkrankung werden manche Bewegungen zunehmend anstrengender. Wird dem nicht aktiv entgegengesteuert, kommt es durch Bewegungsarmut zu gravierenden Folgen.

Diese bewirken wiederum, dass Bewegungen noch anstrengender oder schmerzhafter werden. Aktivitäten werden immer weiter eingeschränkt, das Sturzrisiko steigt, die körperliche und seelische Verfassung verschlechtert sich. Die Motivation und Kraft zur Eigenbewegung reduziert sich. Es entsteht eine Eigendynamik, die bis hin zur Fixierung an einen Ort führt. Dabei macht es keinen Unterschied, ob dies der Rollstuhl, das Sofa oder das Bett ist.

Folgen von Bettlägerigkeit bzw. Ortsfixierung

Die Pflegewissenschaftlerin Dr. Angelika Abt-Zegelin beschäftigt sich seit Jahren mit Gründen und Folgen der Ortsfixierung und der Suche nach Möglichkeiten, dieser entgegenzuwirken. Dabei hat sie eine ganze Liste der negativen Folgen von Ortsfixierung bis hin zur Bettlägerigkeit herausgearbeitet:

  • Abnahme der Muskeltätigkeit
  • Muskelatrophie (“Muskelschwund”) durch mangelnde Beanspruchung und Training
  • Elektrolytveränderungen, Verschiebung der Körperflüssigkeiten
  • Abnahme der Herzleistung
  • Verminderung der Atmung, Ansammlung von Schleim in der Lunge
  • Gefahr der Thrombose
  • Verhornungsstörung der Haut
  • Anstieg des Dekubitusrisikos
  • Abnahme der Magensekretion, Anstieg der Obstipationsneigung (“Darmverstopfung”)
  • Verschlechterung der Wahrnehmung durch mangelnde äußere Reize und Anregung
  • Kognitive Veränderungen (Veränderung der Denkfähigkeit)
  • Psychische Veränderungen

Offensichtlich ist die Palette der negativen Folgen der Ortsfixierung breit und betrifft unterschiedliche Bereiche des Lebens. Entsprechend müssen auch Maßnahmen zur Bewegungsförderung an verschiedenen Punkten ansetzen. Dazu gehört zunächst, dass pflegebedürftige Menschen überhaupt einen Anreiz haben, sich zu bewegen. Hinzu kommt je nach Beschwerde- und Krankheitsbild eine gute Behandlung der bestehenden Erkrankungen. Auch eine optimale Schmerztherapie steigert die Bewegungsfähigkeit. Nicht zuletzt hat auch ein aktives Bewegungstraining seinen Platz.

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.06.2015 aktualisiert.

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