Welche Pflegekosten sind steuerlich absetzbar?

Erhalten Sie in unserem Online-Pflegekurs Unterstützung, Information und persönlicher Beratung von Experten.

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt die Pflegekosten nur selten ab. Sie und Ihr Angehöriger können jedoch steuerlich die Kosten für Pflegepersonal und für Haushaltshilfen geltend machen. Zwischen 20% der Kosten und 4000 Euro können durch das Finanzamt abgezogen werden.

Der anrechenbare Pflegeaufwand

Um den Betrag zu erhalten, den Sie absetzen können, müssen Sie wie folgt vorgehen: Von Ihren Ausgaben ziehen Sie zunächst ab, was die Pflegeversicherung Ihres Angehörigen übernommen hat. Weiterhin das Pflegegeld und unter Umständen das Einkommen aus einer Pflegezusatzversicherung. Wenn Ihr Angehöriger in einem Heim lebt, müssen Sie außerdem die sogenannte Haushaltsersparnis von 640 Euro abziehen. Weiterhin gibt es einen Betrag, der "zumutbare Belastung" genannt wird. Sie errechnet sich aus der Höhe Ihres Einkommens und Ihres Familienstands.

Zu den anrechenbaren Aufwendungen gehören die Heim-Unterbringung, der Pflegedienst, Tages-, Nacht- und Kurzzeit-Pflege sowie ambulante Pflegekräfte. Wenn Ihr Angehöriger auch eine Behinderung hat, kann dies durch den Behindertenpauschal-Betrag gelten gemacht werden.

Unterschied bei eigener Pflegeaufwendung und Pflegeaufwendung für Dritte

Ihr Angehöriger kann die Pflegekosten als außergewöhnliche Belastung und als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen. Die außergewöhnliche Belastung gilt, wenn Ihr Angehöriger in seinem Alltag deutlich eingeschränkt ist. Alternativ auch, wenn ein sogenannter "Schweregrad der Pflegebedürftigkeit" festgestellt wurde.

Als Pflegende/r können Sie zusätzlich zur außergewöhnlichen Belastung und zu den haushaltsnahen Dienstleistungen auch noch den Pflegepauschalbetrag geltend machen. Für Sie gelten als außergewöhnliche Belastungen die laufenden Unterhaltskosten für Ihren Angehörigen und die Krankheitskosten. Sie können Unterhaltsaufwendungen, zum Beispiel für bzw. in Form von Wohnung, Ernährung und Kleidung bis zu einem Betrag von 8000 Euro jährlich absetzen.

Außergewöhnliche Belastungen

Wenn Sie und Ihr Angehöriger sehr hohe Pflegekosten zu tragen haben, können Sie diese als sogenannte "außergewöhnliche Belastungen" geltend machen. Dazu gehören Heimkosten, Pflegekosten und Krankheitskosten, die zum Beispiel für Medikamente anfallen. Sie müssen für eine Geltendmachung jede einzelne Ausgabe durch Belege nachweisen.

Damit Sie den Eigenanteil überschreiten, ist es am sinnvollsten, alle Belege über den Zeitraum eines Kalenderjahres hinweg zu sammeln. Das Finanzamt definiert zunächst einen Eigenanteil, für den Sie und Ihr Angehöriger selbst aufkommen müssen. Je nach Ihrer persönlichen Situation liegt der Eigenanteil zwischen einem und sieben Prozent der Einkünfte. Die Schwankungen werden durch den Familienstand, Kinder und das Gesamteinkommen bestimmt.

Der Pflegepauschalbeitrag

Wenn Sie Ihren Angehörigen pflegen, erhalten sie einen sogenannten Pflegepauschalbetrag von 924 Euro, wenn Sie Ihre Ausgaben nicht einzeln durch Belege nachweisen. Da in vielen Fällen mehr Kosten anfallen, raten wir Ihnen zum Sammeln und Einreichen der Einzelbelege. Sie müssen zwar mittlerweile diese Belege nicht mehr bei der Steuererklärung beilegen, das Finanzamt kann sie jedoch nachträglich zur Überprüfung anfordern.

Sie müssen für diesen Beitrag allerdings nachweisen, dass Ihr Angehöriger nicht nur pflegebedürftig, sondern auch hilflos ist.

Wenn Sie mehrere Angehörige pflegen sollten, können Sie den Pflegepauschalbeitrag auch mehrere Male beantragen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Wenn Sie eine Haushaltshilfe im Rahmen eines Minijobs beschäftigen, können Sie nur 510 Euro jährlich sparen. Achten Sie dabei darauf, dass Barzahlungen nicht berücksichtigt werden. Um die Beträge steuerlich geltend zu machen, müssen Sie Überweisungen nachweisen können.

Haushaltsnahe Dienstleistungen werden durch einen Steuernachlass von zwanzig Prozent der Kosten gefördert. Allerdings liegt der höchstmögliche Nachlass bei 4000 Euro. Seit 2009 muss Ihr Angehöriger für diese Förderung keine Pflegebedürftigkeit mehr nachweisen. Auch findet keine Unterscheidung mehr nach verschiedenen Pflegestufen statt.

Beachten Sie, dass Sie die haushaltsnahen Dienstleistungen nur dann steuerlich absetzen können, wenn Sie in Ihrem Haushalt oder im Haushalt Ihres Angehörigen stattfinden.

Wir klären Sie auf was im Pflegefall zu tun ist! Jetzt informieren!

Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 15.04.2015 aktualisiert.

Schlagwörter: ,

Kategorien: Steuern

Bewerten Sie diesen Artikel

Vielen Dank.


Versicherung & Finanzen


Pflege Newsletter

– 100 % kostenlos
– jederzeit kündbar
– keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte


Fachbegriffe erklärt

Das Glossar erläutert alle wichtigen Fachbegriffe zur Pflege auf einfache und verständliche Art. Zum Glossar



Wir klären Sie kostenlos auf,
was im Pflegefall zu tun ist!

Jetzt informieren!

Mehr zum Thema

Wann ist das Pflegegeld zu versteuern, wann nicht?

Das Pflegegeld ist eine Sozialleistung. Alle Sozialleistungen sind prinzipiell nicht zu versteuern. Dennoch kann es sein, dass die Beträge, die für die Pflege gezahlt… Artikel lesen ›

Schwerbehinderung: Steuerliche Nachteilausgleiche für behinderte Menschen

Steuerliche Nachteilausgleiche: Dafür benötigt der Betroffenen einen Schwerbehindertenausweis, den er vom Versorgungsamt erhält. Für schwerbehinderten Menschen gelten je nach dem Grad der Behinderung unterschiedliche… Artikel lesen ›

Setzen Sie Kosten der Pflege bei Ihrer Steuererklärung ab

Die Pflege ist vielfach sehr kostspielig und meist deckt das Pflegegeld die anfallenden Kosten bei Weitem nicht ab. Wenn Ihnen Kosten entstehen, so können… Artikel lesen ›

Häufig gestellte Fragen

Muss Pflegegeld versteuert werden?

Wie trage ich Pflegegeld bei der Einkommensteuererklärung ein?

Gehört Pflegegeld zum Einkommen?

Ähnliche Kurse

Wann ist das Pflegegeld zu versteuern, wann nicht?

Schwerbehinderung: Steuerliche Nachteilausgleiche für behinderte Menschen

Setzen Sie Kosten der Pflege bei Ihrer Steuererklärung ab

Machen Sie als Angehörige Kosten der Pflege steuerlich geltend

Krankheitsbedingte Heimkosten steuerlich absetzen

Steuern

Die Steuererklärung ist für viele Deutsche ein leidiges Thema. Noch schwieriger wird es, wenn man eine pflegebedürftige Person betreut. Wir haben für Sie die wichtigsten Themen zusammengefasst, die Ihnen zeigen sollen, wie und welche Pflegekosten Sie steuerlich absetzen können.

Alle Beiträge zum Thema ›

OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.