OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Welche Risikofaktoren fördern Arteriosklerose?

Erhalten Sie in unserem Online-Pflegekurs Unterstützung, Information und persönlicher Beratung von Experten.

Arteriosklerose – im Volksmund häufig als Arterienverkalkung bezeichnet – ist eine Erkrankung der Blutgefäße. Sie entwickelt sich langsam und schleichend. Beschwerden treten erst auf, wenn mehr als 70% eines Gefäßes zugesetzt sind. Derzeit sind etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Lesen Sie hier, wie Arteriosklerose entsteht und welche Risikofaktoren diese begünstigen.

Was ist Arteriosklerose?

Arteriosklerose oder auch Atherosklerose ist eine Erkrankung der Arterien, bei der sich der Innendurchmesser der Blutgefäße immer weiter verengt. Im Volksmund wird sie häufig als Arterienverkalkung bezeichnet. Die korrekte Bezeichnung ist "Verhärtung von Blutgefäßen" von arterie = Gefäß und skleros = hart. Die Durchblutung nimmt ab.

Durch die mangelnde Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff können Schlaganfall, Herzinfarkt, die paVK – periphere arterielle Verschlusskrankheit oder in seltenen Fällen ein Nierenversagen ausgelöst werden. Die entstandene Erkrankung hängt vom Ort der Arterienverengung ab.

Wie entsteht Arteriosklerose?

Die Entstehung von Arteriosklerose ist nicht abschließend geklärt. Es wird intensiv in diesem Bereich geforscht. Das Altern an sich gilt bereits als Risikofaktor, da dieses eine Vielzahl an Erkrankungen mit sich bringt.

Neuere Erklärungsansätze vermuten, dass Arteriosklerose eine Autoimmunerkrankung ist, bei der sich das Immunsystem des Körpers gegen die eigenen Gefäßwände richtet.

Ein weiteres Forschungsergebnis besagt, dass Arteriosklerose Folge einer bakteriellen Infektion ist. Das Chlamydia pneumoniae kann chronisch verlaufende Lungenerkrankungen verursachen. Die Erreger werden vom Immunsystem bekämpft und von den Fresszellen aufgenommen. Dort überleben sie und können im Blutkreislauf an den Gefäßwänden Entzündungsreaktionen verursachen. Diese Entzündungen haben die gleichen Auswirkungen wie die der sonstigen, bekannten Risikofaktoren.

Die meisten der bekannten Risikofaktoren sind überwiegend vom Lebensstil abhängig:

  • Blutdruckhochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Störungen des Fettstoffwechsels – erhöhtes LDL-Cholesterin
  • Stress
  • Übergewicht, Bewegungsmangel

Welche Auswirkungen haben die Risikofaktoren?

Durch erhöhten Blutdruck entstehen kleinste Risse und Verletzungen in den Wänden der Arterien. In den geschädigten Gefäßwänden lagern sich Thrombozyten an, die bei der Wundheilung und Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielen. Da diese den Schaden nicht vollends beheben können, lagern sich dort weitere Zellen mit LDL-Cholesterin an. Es bilden sich die sog. Schaumzellen. Diese platzen auf und es lagern sich weitere Zellen und LDL-Cholesterin an. Durch die Entzündung entstehen Plaques, die den Durchmesser der Gefäße verengen.

Durch die Gefäßwandschäden bildet sich dort vermehrt Bindegewebe. Zellen sterben ab, es lagern sich Kalksalze ein. Die Gefäßwände verlieren ihre Elastizität, das Lumen wird immer enger bis hin zum kompletten Verschluss. Durch den dadurch entstehenden Sauerstoffmangel im anliegenden Gewebe können je nach Lokalisation Herzinfarkt, Schlaganfall oder paVK ausgelöst werden.

Ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus begünstigt Störungen des Fettstoffwechsels, somit auch die Erhöhung des LDL-Cholesterins. Bei Personen mit Übergewicht befinden sich in den Fettpolstern am Bauch vermehrt Entzündungsbotenstoffe, die die Entzündungsreaktionen an den Gefäßwänden fördern. Menschen, die sich nicht ausreichend bewegen, leiden häufig an Übergewicht, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck.

Rauchen wie auch Stress stören den Blutkreislauf mehrfach. Die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin bewirken eine Engstellung der Blutgefäße. Deren Ausschüttung wird sowohl durch Stress und Anspannung als auch durch Nikotin gefördert. Die Engstellung der Gefäße lässt den Blutdruck ansteigen.

Durch die verengten Gefäße können die roten Blutkörperchen, die Sauerstoff an sich binden und transportieren, schlechter fließen. Die Sauerstoffversorgung des Gehirns verschlechtert sich. Der Körper reagiert, indem das Knochenmark vermehrt rote Blutkörperchen produziert, um das Sauerstoffdefizit auszugleichen. Das Blut wird dickflüssiger und kann noch schlechter strömen.

Weiterhin bewirkt Tabakrauch, dass die Thrombozyten, die für das Verschließen von Wunden zuständig sind, klebriger werden und sich schneller verklumpen. So können sich Blutgerinnsel bilden und Thrombosen auslösen.

Einige Inhaltsstoffe des Tabakrauches fördern Fettwechselstörungen. Es bilden sich freie Radikale, die mit Cholesterin reagieren und so schädigende Auswirkungen haben. Freie Radikale sind, vereinfacht erklärt, Bruchteile von Molekülen, die sich mit anderen Molekülen verbinden. Es entstehen Kettenreaktionen, in deren Folge funktionelle Moleküle verschwinden und unbrauchbare, schädigende Moleküle gebildet werden.

Wie wird Arteriosklerose behandelt?

Bei der Therapie der Arteriosklerose müssen zunächst die Risikofaktoren minimiert werden. Man unterscheidet zwischen kausaler und symptomatischer Therapie. Die kausale Therapie hat das Ziel, die Ursachen der Arteriosklerose zu behandeln. Dazu gehören die Einstellung des Blutdruckes, der Blutzuckerwerte und die Regulierung des Fettstoffwechsels.

Weiterhin sollten Betroffene ihren Lebensstil überdenken. Dazu gehört an erster Stelle die Reduktion von Stress. Negativer Stress ist in den meisten Fällen die Ursache für erhöhtes Körpergewicht und die damit verbundenen Stoffwechselerkrankungen. Auch ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Gewichtszunahme, hoher Blutdruck und erhöhter Tabakkonsum sind Begleiterscheinungen eines gestressten, ungesunden Lebensstiles.

Gelingt es, die "Notbremse" zu ziehen, reduzieren sich die Begleitsymptome automatisch. Ist es erst zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gefäßverschluss in den Beinen gekommen, sind Betroffene gezwungen, ihren Lebensstil anzupassen. Die Folgen lassen sich jedoch nicht mehr rückgängig machen.

Die symptomatische Therapie verfolgt das Ziel, den Blutfluss zu verbessern. Dies kann medikamentös, invasiv oder operativ geschehen. Die Einnahme geringer Dosen von Acetylsalicylsäure z.B. (ASS 100) bewirkt, dass die Thrombozyten nicht so schnell verklumpen. So wird der Bildung von Blutgerinnseln vorgebeugt.

Bei den invasiven Verfahren wird der Blutfluss in betroffenen Arterien mittels eines Katheters verbessert. Je nach Ort der Verengung stehen zwei Verfahren zur Verfügung. Bei der Ballondilatation wird ein Katheter in die Arterie eingeführt, an dessen Spitze ein kleiner Ballon sitzt.

Am Ort der Verengung wird dieser langsam gefüllt und dehnt so die Arterie an der betroffenen Stelle. Damit diese sich nicht gleich wieder verengt, wird ein Stent am Ort platziert. Dies ist ein feinmaschiges, röhrenförmiges Netz. Alternativ können die Ablagerungen mittels Laser, einem Messer oder einem Bohrkopf an der Spitze des Katheters abgetragen werden.

Bei fortgeschrittener Arteriosklerose muss eine Bypass-Operation erfolgen. Dabei wird ein Stück einer Vene oder ein synthetischer Schlauch eingesetzt, um die verschlossene Arterie zu überbrücken.

Wie kann man Arteriosklerose vorbeugen?

Die beste Möglichkeit der Vorbeugung ist – wie bei vielen anderen Erkrankungen auch – ein gesunder, entspannter Lebensstil. Dazu gehört zunächst ausgewogene, vielseitige Ernährung mit pflanzlichen Fetten. Regelmäßige Bewegung – 20 Minuten mehrmals in der Woche – hält die Gefäße frei. Gewichtsregulierung und Raucherentwöhnung helfen ebenfalls dabei, den Körper ausreichend zu durchbluten.

Auch hier gilt: Stressminderung ist die beste Vorbeugung – wie auch Therapie. Wenn es ihnen gelingt, ihren persönlichen Stress zu reduzieren, erledigen sich häufig Risikofaktoren wie starkes Rauchen, unausgewogene Ernährung oder Bewegungsmangel quasi von selbst.

Wir klären Sie auf, was im Pflegefall zu tun ist! Jetzt informieren!

Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 06.03.2014 aktualisiert.

Schlagwörter:

Kategorien: Krankheiten

Bewerten Sie diesen Artikel

Welche Risikofaktoren fördern Arteriosklerose?
Vielen Dank.


Pflege Newsletter

– 100 % kostenlos
– jederzeit kündbar
– keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte

Auf welche Leistungen habe ich Anspruch? Wie stelle ich einen Antrag bei meiner Pflegekasse? Wie wird ein Pflegegrad ermittelt?

Kostenlose Online-Beratung!


Fachbegriffe erklärt

Das Glossar erläutert alle wichtigen Fachbegriffe zur Pflege auf einfache und verständliche Art. Zum Glossar

Inhalte der Online-Pflegekurse

Informieren Sie sich hier über die Inhalte der Online-Pflegekurse für die Pflege Angehöriger. Jetzt informieren

Mehr zum Thema

Wie entstehen die Koronare Herzkrankheit (KHK) und Angina Pectoris?

In Deutschland sind Herz-Kreislauferkrankungen nach wie vor die häufigste Todesursache. Die Arteriosklerose ist die am meisten auftretende Form der Herzerkrankungen. Dabei kommt es zur… Artikel lesen ›

Wie wird paVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) diagnostiziert

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist eine Verengung der Arterien, vor allem in den Beinen, im Volksmund auch Schaufensterkrankheit genannt. Es kommt zu Sauerstoffmangel im… Artikel lesen ›

Bewegungstraining bei paVK – worauf müssen Sie achten?

Etwa 20% der Menschen über 70 Jahre in Deutschland leiden an der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit paVK. Dies ist eine Erkrankung der Arterien, bei der… Artikel lesen ›

Ähnliche Kurse

Wie entstehen die Koronare Herzkrankheit (KHK) und Angina Pectoris?

Wie wird paVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) diagnostiziert

Bewegungstraining bei paVK – worauf müssen Sie achten?

Was ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit – paVK?

Krankheiten

Krankheiten

Einer Pflegebedürftigkeit liegt immer mindestens eine Haupterkrankung zu Grunde. Die häufigsten Ursachen sind Demenz, Alzheimer, Parkinson und Schlaganfall. Hinzu kommen eine Ganze Reihe von Begleitkrankheiten.

Alle Beiträge zum Thema ›

OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.