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Wie erkennen Sie eine Hypoglykämie – Unterzuckerung – bei Diabetikern?

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Der Blutzuckerspiegel im Körper hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Besonders Menschen mit Diabetes sind gefährdet, eine Unterzuckerung zu erleiden. Dies kann eintreten durch erhöhten Verbrauch bei körperlicher Aktivität, zu hohe Insulindosierung oder eine Mahlzeit mit zu geringem Kohlhydratanteil. Lesen Sie hier, wie Sie eine Hypoglykämie erkennen und welches die wichtigsten Maßnahmen sind.

Unterzuckerung – die häufigste akute Komplikation bei Diabetikern

Das Risiko einer Hypoglykämie bei Diabetikern besteht bei Blutzuckerwerten unter 65 mg%. Eine sichere Unterzuckerung liegt vor bei Werten unter 40 mg%. Die Zellen werden nicht ausreichend mit Energie versorgt. Tritt dieser Energiemangel auch im Gehirn auf, droht ein lebensbedrohlicher Hypoglykämischer Schock, umgangssprachlich auch "Zuckerschock" genannt.

Menschen, die lange mit einem unerkannten Diabetes gelebt haben, haben sich häufig an dauerhaft erhöhte Werte von etwa um 300 mg% gewöhnt. Diese Menschen können bei neu eingeleiteter Therapie des Diabetes Werte um 90 bis 120 mg% als Unterzuckerung empfinden. Es können Symptome wie bei einer Hypoglykämie auftreten. Der Körper muss sich zunächst an die niedrigeren Werte gewöhnen.

Symptome einer Hypoglykämie häufig unspezifisch

Die Symptome einer Unterzuckerung können teilweise unspezifisch sein, sodass eine Kontrolle des Wertes nicht immer gleich naheliegend ist. Deshalb sollten Sie es sich zur Angewohnheit machen, bei Ihrem Angehörigen den Blutzucker zu messen, wenn er Ihnen "irgendwie komisch" vorkommt. Dies ist die sicherste Methode, eine Hypoglykämie festzustellen.

Lassen Sie sich in die Durchführung der Blutzuckerkontrolle und die Technik des Messgerätes einweisen, auch wenn Ihr Angehöriger sich selbst oder durch einen Pflegedienst versorgt wird. In einem Akutfall werden Sie wohl kaum in Ruhe die Bedienungsanleitung lesen können.

Mögliche Symptome einer Hypoglykämie

Die folgenden Anzeichen können Anzeichen für einen zu niedrigen Blutzucker sein:

  • Heißhunger, Übelkeit, Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit, Nervosität, Reizbarkeit, Aggressivität
  • Zittern, Schweißausbrüche
  • Herzrasen, erhöhter Blutdruck
  • auffallend weite Pupillen
  • Konzentrationsschwäche, Koordinationsstörungen, Verwirrtheit

Weitere, schwere Symptome einer lebensbedrohlichen Hypoglykämie können sein:

  • Doppelbilder
  • Sprachstörungen
  • Krampfanfälle
  • Halbseitenlähmung
  • Hypoglykämischer Schock: Bewusstseinsstörung mit Störungen der Atem- und Kreislauffunktion

Bei schweren Symptomen Rettungswagen 112 rufen

Treten die oben aufgezählten schweren Symptome auf, sollten Sie in jedem Fall den Notruf auslösen. Gerade bei Bewusstseinsstörungen kann es sehr gefährlich sein, Traubenzucker oder ähnliches einzuflößen. Durch den Ausfall der körpereigenen Schutzreflexe kann es zur Aspiration kommen. Das eingeflößte Lebensmittel landet durch "Verschlucken" statt in der Speiseröhre in den Atemwegen. Ihr Angehöriger benötigt die Infusion von Glucose über die Vene. Bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage und warten Sie auf den Notarzt.

Maßnahmen bei einer Hypoglykämie

Sorgen Sie im Vorfeld dafür, dass stets zuckerhaltige Getränke oder Traubenzucker im Haushalt vorrätig sind. Bleiben Sie im Akutfall vor allen Dingen ruhig. Sind Sie selber nervös und aufgebracht, wird es Ihnen schwerfallen, ruhig auf Ihren Angehörigen einzuwirken oder den Blutzucker zu kontollieren.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Angehöriger zunächst 2 "schnellwirkende" Broteinheiten BE zu sich nimmt. Die zusammengesetzten Ketten der Kohlenhydrate sind kurz und werden direkt durch die Mundschleimhaut aufgenommen. Dazu zählt vor allem Zucker oder Traubenzucker. Eine Broteinheit steigert den Blutzucker um 20 – 45 mg%. Das entspricht etwa 2 Teelöffel Zucker oder Traubenzucker oder 250 ml Cola (nicht Cola light!) oder Fruchtsaft.

Allerdings werden die kurzkettigen Kohlenhydrate schnell vom Körper wieder abgebaut. Aus diesem Grunde sollte Ihr Angehöriger anschließend noch 1 bis 2 BE in langkettigen Kohlenhydraten zu sich nehmen. Dies ist beispielsweise eine Scheibe Vollkorn- oder Graubrot mit Belag. So hält Ihr Angehöriger den Blutzucker längerfristig stabil.

Blutzuckerwerte regelmäßig mit dem Arzt besprechen

Es ist sinnvoll, dass Ihr Angehöriger seine Werte und die gespritzten Einheiten regelmäßig in einem Diabetiker-Tagebuch notiert. Dies sollte in regelmäßigen dem Internisten oder Diabetologen vorgelegt werden. Notieren Sie bei auffallend niedrigen Werten die Begleitumstände, sodass dies in der Therapie berücksichtigt werden kann. Treten wiederholt auffallend niedrige Blutzuckerwerte auf, sollte die Diabetes-Therapie dringend angepasst werden.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Diabetes

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