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Wie erkennen Sie Schmerzen bei Menschen mit Kommunikationsstörungen?

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Menschen mit eingeschränkter Kommunikation sind häufig nicht in der Lage, Schmerzen eindeutig zu signalisieren. Angehörige bemerken vielleicht Appetitmangel, Antriebsarmut, Unruhe oder Abwehrverhalten, bringen diese Symptome aber nicht unbedingt mit einer Schmerzproblematik in Verbindung. Lesen Sie hier, wie Sie erkennen können, ob Ihr Angehöriger unter Schmerzen leidet.

Putz der von der Wand abbröckelt.Foto: © extrabrandt | Pixabay.com

Um Schmerzen bei Menschen zu erkennen, die diese selbst nicht äußern können, wird die systematische Erfassung vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege – DNQP – empfohlen. Dazu eignet sich die ECPA-Skala zur Messung von Schmerzen von Menschen mit eingeschränkter Kommunikation. Diese Skala sammelt Anhaltspunkte in unterschiedlichen Bereichen des Lebens, die Hinweise auf Schmerzen geben. Diese werden ermittelt über die aufmerksame Beobachtung des Pflegebedürftigen.

ECPA – Beobachten Sie Ihren Angehörigen bei unterschiedlichen Gelegenheiten

Die ECPA – Skala liefert Ergebnisse auf Basis der Beobachtung Ihres Angehörigen in drei Dimensionen:

  • außerhalb der Pflege
  • während der Pflege
  • Auswirkung auf sonstige Aktivitäten

In jeder Dimension sollten Sie auf unterschiedliche Dinge achten.

1. Außerhalb der Pflege

Verbale Äußerungen: Bemerken Sie Schmerzäußerungen, wenn Sie Ihren Angehörigen ansprechen, in seiner Nähe sind, oder spontanes Weinen, Schluchzen, Schreien oder Stöhnen?

Blick und Mimik: Ist der Gesichtsausdruck angespannt, verzieht Ihr Angehöriger das Gesicht zu Grimassen, ist der Blick verkrampft, ängstlich oder sogar starr?

Spontane Ruhehaltung: Vermeidet Ihr Angehöriger bestimmte Positionen, wählt er eine bestimmte Schonhaltung, ist er ruhelos und findet keine Lage oder ist er völlig bewegungslos?

2. Während der Pflege

Abwehrverhalten bei der Pflege: Wirkt Ihr Angehöriger ängstlich, ist er unruhig, aggressiv, schreit, stöhnt oder jammert?

Reaktion auf Mobilisation: Scheint Ihr Angehöriger Pflege und Mobilisation zu fürchten, klammert er mit den Händen, sucht eine Schonhaltung oder wehrt sich gegen Mobilisation und Pflege?

Reaktion auf die Pflege schmerzhafter Zonen: Gibt es unspezifische Reaktionen während der Pflege, bemerken Sie Reaktionen beim flüchtigen oder gezielten Berühren bestimmter Bereiche, dürfen Sie sich manchen Körperzonen gar nicht nähern?

verbale Äußerungen: Bemerken Sie Schmerzäußerungen, wenn Sie Ihren Angehörigen ansprechen, bei ihm sind, oder gar spontanes Jammern, Schluchzen, Stöhnen oder Schreien?

3. Verhalten bei anderen Aktivitäten

Appetit: Zeigt Ihr Angehöriger reduzierten Appetit, isst trotz gutem Zuredens nur einen Teil der Mahlzeit oder gar nur wenige Bissen? Lehnt er jegliche Nahrung ab?

Schlaf: Leidet Ihr Angehöriger unter Einschlafschwierigkeiten oder erwacht zu früh, wird er nachts häufig wach oder schläft auffallend wenig?

Bewegung: Werden bestimmte Bewegungen vermieden, bewegt sich Ihr Angehöriger auffallend langsam oder wenig, wirkt er unruhig oder im Gegenteil apathisch, wird er zunehmend immobil?

Kommunikation und Kontaktaufnahme: Fällt es Ihnen schwer, zu Ihrem Angehörigen in Kontakt zu kommen, meidet Ihr Angehöriger Kontakte, zieht sich zurück?

Beobachten Sie Ihren Angehörigen zu den beschriebenen Gelegenheiten für einige Tage. Notieren Sie die gezeigten Verhaltensweisen und besprechen Sie diese mit dem behandelnden Arzt oder einem Schmerztherapeuten. Wird eine Schmerzbehandlung angesetzt, führen Sie diese Schmerzskala unbedingt für einige Tage weiter. Vergleichen Sie die Ergebnisse. So können Sie beurteilen, ob die Schmerztherapie den gewünschten Erfolg bringt.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.03.2016 aktualisiert.

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Kategorien: Krankheiten, Schmerzen

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