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Wie können Sie das Sturzrisiko älterer Menschen senken?

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Laut jährlicher Statistik stürzen 35% der Menschen über 65 Jahren mindestens einmal, von Personen über 80 sogar die Hälfte. Sturzfolgen sind häufig der Auslöser für eine beginnende Pflegebedürftigkeit. Stürze lassen sich nicht komplett verhindern, aber es ist möglich, das persönliche Sturzrisiko eines älteren Menschen zu senken. Lesen Sie hier, wie Sie die Sturzgefahr Ihres Angehörigen senken können.

Auch das Bundesgesundheitsministerium misst dem Sturzrisiko im Alter eine hohe Bedeutung bei. Aus diesem Grunde wurde das DNQP – Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung – beauftragt, einen entsprechenden Standard zu entwickeln.

Pflegedienste und stationäre Einrichtungen sind verpflichtet danach zu arbeiten. Auch für den privaten häuslichen Bereich lassen sich eine Menge guter Tipps und Hilfen ableiten. Zunächst wurde eine 10-Punkte-Checkliste entwickelt, um das Risiko einzuschätzen.

An Hand dieser Liste können Sie die Punkte herausfiltern, die das Gefährdungspotenzial Ihres Angehörigen darstellen. Hier finden Sie Hinweise für den häuslichen Bereich, wie Sie die entsprechenden Risikofaktoren entschärfen können.

1. Funktionsbeeinträchtigungen und -einbußen

Da es durch Vorerkrankungen häufig zu Einbußen der körperlichen Kraft und des Gleichgewichts kommt, ist es wichtig, verbliebene Fähigkeiten im persönlichen Rahmen zu erhalten und nach Möglichkeit zu verbessern. Dabei gilt der Grundsatz: Von selber wird’s nur schlechter. Sowohl die körperliche Kraft als auch die Balance sollten trainiert werden.

Die Initiative Aktiv in jedem Alter, ein Verband aus Ärzten, Sport- und Pflegewissenschaftlern und Therapeuten hat ein Übungsprogramm zusammengestellt, das mit wenig Aufwand zu Hause durchgeführt werden kann. Es lässt sich den jeweiligen körperlichen und geistigen Fähigkeiten der Senioren anpassen.

2. Sehbeeinträchtigung

Lassen Sie das Augenlicht Ihrer Angehörigen regelmäßig kontrollieren. Sortieren Sie unpassende, alte Brillen aus. Häufig werden alte Brillen gesammelt und auch teilweise gebraucht. Im Alter nimmt die Sehfähigkeit von selbst ab. Es ist wichtig, dass diese entsprechend überprüft und korrigiert wird. Veraltete Sehhilfen schaden mehr, als dass sie nutzen.

3. Eingeschränkte kognitive Fähigkeiten

Die Abnahme der geistigen Fähigkeiten beispielsweise bei Demenz führt zur Verkennung von riskanten Situationen. Deshalb ist auch hier das physische Training wichtig, damit betroffene Senioren über eine gute körperliche Verfassung verfügen. So ist es möglich, Sturzrisiken zu kompensieren. Gleichzeitig sollte das Gefahrenpotenzial der Wohnung reduziert werden.

4. Erkrankungen, die zu kurzzeitigen Ohnmachten führen können

Dazu gehören beispielsweise Diabetes mellitus, Epilepsie oder Herzrhythmusstörungen. Diese müssen regelmäßig ärztlich überwacht werden. Auch hier gilt: Je besser die körperliche Gesamtverfassung, desto besser können Ausfälle kompensiert werden.

5. Inkontinenz

Menschen, die unter Problemen leiden, Urin oder Stuhl zu halten, müssen mit passendem Inkontinenzmaterial versorgt werden. Häufig werden dünne Slipeinlagen getragen, obwohl bei plötzlichem Harndrang etliche Milliliter Urin ungewollt verloren gehen können.

Diese können von zu dünnen Einlagen nicht aufgenommen werden. Vorlagen, die der abgehenden Urinmenge angepasst sind, sorgen für Sicherheit. Betroffene müssen bei Harndrang nicht überstürzt zur Toilette eilen und in Gefahr geraten, dabei zu stürzen.

Der Weg zu Bad oder Toilette sollten frei von Stolperfallen und ausgeleuchtet sein. Sorgen Sie dafür, dass im Bad ausreichend Platz und Haltemöglichkeiten sind.

6. Sturzanamnese

Vorausgegangene Stürze lassen sich nicht rückgängig machen. Die Angst vor erneuten Stürzen kann überhand nehmen. Auch hier spielt die bestmögliche körperliche Verfassung eine große Rolle. Je stabiler das Gleichgewicht und die Kraft, desto geringer die Sturzgefährdung.

Diese sollten, wie unter Punkt 1 bemerkt, regelmäßig trainiert werden. Betroffene gewinnen wieder an Sicherheit und die Angst vor erneuten Stürzen wird mit der Zeit einer gesunden Vorsicht und Besonnenheit weichen.

7. Verwendung von Hilfsmitteln

Sorgen Sie dafür, dass der Umgang mit Hilfsmitteln geübt wird. Ein Rollator macht nur Sinn, wenn er sachgemäß eingesetzt wird, sonst bedeutet er ein zusätzliches Risiko. Senioren müssen beispielsweise darauf achten, dass sie den Rollator stets gebremst abstellen. Sonst kann er wegrollen, wenn sie sich beim Aufstehen darauf stützen.

Verstellbare Hilfsmittel wie Gehstöcke oder Rollatoren müssen in der Höhe korrekt angepasst werden. Dies übernimmt das ausliefernde Sanitätshaus.

8. Kleidung und Schuhe

Schuhe müssen fest am Fuß sitzen. Besonders im Haus werden oft offene Pantoffeln getragen. Diese können – wie lose Schuhriemen – zur gefährlichen Stolperfalle werden. Sorgen Sie dafür, dass Schuhe gut am Fuß sitzen, nicht zu eng oder zu weit sind und einfach zu schließen sind. Klettverschlüsse sind leichter zu handhaben als Schleifen oder Reißverschlüsse. Gute Schuhhäuser geben Schuhe zur Ansicht mit nach Hause, damit diese in Ruhe anprobiert werden können.

Kleidung sollte ebenfalls gut sitzen und leicht zu öffnen sein. Zu lange oder zu weite Hosen oder Röcke können ebenfalls Stürze verursachen. Röcke oder Hosen mit Gummibund oder Klettverschluss lassen sich leichter und schneller öffnen und an- und ausziehen.

9. Medikamente

Sorgen Sie dafür, dass dem Hausarzt oder dem behandelnden Facharzt alle eingenommenen Medikamente bekannt sind. Der Neurologe sollte wissen, welche Tabletten vom Urologen verschrieben wurden. Es kann sonst zu Doppelmedikationen durch verschiedene Ärzte kommen. Manche Wirkstoffe bewirken Wechselwirkungen mit anderen Tabletten. Lesen Sie auch selbst die Beipackzettel und achten Sie auf Neben- und Wechselwirkungen.

10. Gefährdungspotenzial der Wohnung

Sorgen Sie dafür, dass Stolperfallen in der Wohnung weitmöglichst reduziert werden. Hochstehende Teppichkanten, Türleisten oder lose Kabel gehören zu den Klassikern, die in den meisten Haushalten beachtet werden.

Aber haben Sie auch schon daran gedacht, für eine gute Beleuchtung zu sorgen? Ältere Menschen benötigen mehr Licht, um gut sehen zu können. Stellen Sie in dunklen Ecken Bewegungsmelder mit Licht auf, sodass die Beleuchtung bei Betreten dieser Bereiche eingeschaltet wird.

Überlegen Sie mit Ihren Angehörigen gemeinsam, welche Gegenstände in den Schränken regelmäßig benutzt werden. Sorgen Sie dafür, dass diese in Reichweite eingeräumt werden. So vermeiden Sie gefährliche Balanceakte auf Stühlen oder Trittleitern.

Grundsätzlich gilt die Faustregel: Hinzufügen hilft mehr als Wegnehmen. Meist haben ältere Menschen in ihren Wohnungen bestimmte Stellen, an denen sie sich gewohnheitsmäßig festhalten. Räumt man eine Kommode weg, die scheinbar im Weg steht, kann dies auch in engen Wohnungen zu einer Verunsicherung führen.

Bringen Sie lieber Haltegriffe oder kleine Handläufe an, die für zusätzlichen Halt sorgen. Besonders im Badezimmer sollten ausreichende Haltemöglichkeiten vorhanden sein.

Trotz aller Vorsich lassen sich manche Stürze nicht verhindern.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.03.2014 aktualisiert.

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Kategorien: Sturzvermeidung

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