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Wie können Sie die Sturzgefährdung Ihres Angehörigen beurteilen?

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Stürze im Alter stellen ein hohes Risiko dar. Laut Statistik stürzen jährlich etwa 35% der über 65–jährigen bzw. 50% der über 80–jährigen. 10% der Stürze verursachen behandlungsbedürftige Verletzungen, davon etwa 135.000 Oberschenkelhalsbrüche im Jahr. Ca. 3000 Menschen versterben jährlich an Sturzfolgen. Lesen Sie hier, wie Sie die Sturzgefährdung Ihres Angehörigen einschätzen können.

Die Sturzvermeidung im Alter hat einen hohen Stellenwert. Folgen wie Knochenbrüche, Prellungen und Wunden können Bettlägerigkeit verursachen. Danach fällt es häufig schwer, wieder "richtig auf die Beine zu kommen". Die Mobilität bleibt dauerhaft eingeschränkt. Hinzu kommt Angst vor erneuten Stürzen, dies bewirkt Unsicherheit, die wiederum das Sturzrisiko steigert.

Das DNQP – Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege – hat im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums einen Expertenstandard entwickelt. Dieser soll helfen, das Sturzrisiko im Alter zu senken. Pflegedienste und stationäre Einrichtungen sind verpflichtet, danach zu arbeiten.

Zur Einschätzung der Sturzgefährdung wurde eine 10-Punkte-Checkliste entwickelt. Darin wird zwischen intrinsischen und extrinsischen Risikofaktoren unterschieden. Intrinsische Faktoren sind in der Person bedingt, extrinsische in der Umgebung.

Intrinsische Faktoren

  1. Funktionsbeeinträchtigungen und- einbußen
    Bedingt durch Vorerkrankungen können körperliche Probleme vorliegen, die die Gangunsicherheit und das Gleichgewicht beeinträchtigen. Dazu gehören unter anderem Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS), Parkinson, Rheuma, Arthrose. Auch Kraftlosigkeit und Schwäche lassen die Sturzgefährdung steigen.
  2. Sehbeeinträchtigung
    Das Augenlicht im Alter verändert sich. Es wird mehr Licht zum deutlichen Sehen benötigt. Das Gesichtsfeld wird kleiner. Es dauert länger, bis sich die Augen auf einen Gegenstand scharfstellen können. Die Blendempfindlichkeit nimmt zu, Sehschärfe und Tiefenwahrnehmung nehmen ab.
    Häufig besitzen ältere Menschen eine ganze Sammlung an Brillen. Dabei handelt es sich teilweise um alte Sehhilfen, deren Gläser längst nicht mehr zur aktuellen Sehschärfe passen. Oft werden auch "geerbte" Brillen von Angehörigen benutzt. Sehhilfen sind teuer und somit zu schade zum Entsorgen. Das Risiko unpassender Brillen wird dabei häufig unterschätzt.
  3. Eingeschränkte kognitive Fähigkeiten
    Durch den Abbau geistiger Fähigkeiten sinkt die Kompetenz, gefährliche Situationen zu beurteilen. Risiken werden nicht als solche erkannt. Gerade Demenzkranke im mittleren bei fortgeschrittenen Stadium sind vermehrt sturzgefährdet.
  4. Erkrankungen, die zu kurzzeitigen Ohnmachten führen können
    Dazu gehört beispielsweise Diabetes. Durch Unterzuckerung kann Schwindel bis hin zum Kollaps ausgelöst werden. Auch Epilepsie und Herzrhythmusstörungen gehören dazu.
  5. Inkontinenz
    Inkontinenz meint die Beeinträchtigung der Fähigkeit, Urin oder Stuhl zu halten. Wird Harndrang spät bemerkt oder tritt er sehr plötzlich auf, kommt es zu überstürzten Toilettengängen. Dabei sind Stürze keine Seltenheit.
  6. Sturzanamnese Vorausgegangene Stürze steigern das Sturzrisiko. Dabei spielen zwei Kriterien eine Rolle. Zum einen steigt die Angst vor erneuten Stürzen, dadurch kommt es häufig zu übervorsichtigem oder unsicherem Fortbewegen. Zum anderen hinterlassen Sturzverletzungen wie Knochenbrüche oder Wunden körperliche Folgen, durch die das Gehen eingeschränkt wird.

Extrinsische Faktoren

  1. Verwendung von Hilfsmitteln
    Allein die Tatsache, dass Ihr Angehöriger ein Hilfsmittel wie Gehstock, Rollator oder Gehstützen zum Fortbewegen benötigt, ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die Gehfähigkeit eingeschränkt ist. Auch der nicht sachgemäße Umgang mit den Gehhilfen steigert das Risiko. Wird beispielsweise ein Rollator zum Aufstehen nicht festgestellt, birgt er ein hohes Risiko in sich.
  2. Kleidung und Schuhe
    "Ausgelatschte" Schuhe, die nicht richtig am Fuß sitzen oder offene Pantoffeln steigern die Gefahr, darüber zu stolpern und hinzufallen. Auch schlecht sitzende Kleidung wie zu lange oder zu weite Röcke oder Hosen oder Reißverschlüsse, die sich zum Toilettengang schlecht öffnen lassen, bilden ein Risiko, zu fallen.
  3. Medikamente
    Eine Faustregel besagt, dass das Sturzrisiko steigt, wenn 3 oder mehr Tabletten täglich eingenommen werden. Dies können Nebenwirkungen von Medikamenten sein, aber auch Wechselwirkungen, die durch die unterschiedlichen Wirkstoffe entstehen.
  4. Gefährdungspotential der Umgebung
    Ist draußen Schnee und Eis, ist offensichtlich, dass es riskant ist, das Haus zu verlassen. Aber auch die Wohnung selbst bietet Gefahren. Dazu gehören Stolperfallen durch Teppiche, lose Kabel oder hochstehende Leisten in Türrahmen. Aber auch schlecht ausgeleuchtete Ecken, mit Möbeln vollgestellte, schwer zugängliche Räume oder ungünstig erreichbare Schrankfächer lassen die Sturzgefahr steigen.

Wie können Sie ein vorliegendes Sturzrisiko senken?

Wenn Sie sehen, dass ein oder mehrere Faktoren auf Ihre Angehörigen zutreffen, sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um das Sturzrisiko zu senken. Dazu gehören die Anpassung der Brille an die vorhandene Sehkraft, das Besorgen fester, gut sitzender Schuhe, die gute Ausleuchtung der Wohnung oder das Training im Umgang mit den benötigten Hilfsmitteln.

Auch ist es wichtig, die körperliche Konstitution des älteren Menschen zu verbessern. Dazu eignen sich spezielle Übungen zur Steigerung von Kraft und Balance. Je besser trainiert der Muskelapparat eines Menschen ist, desto besser kann er sich aufrecht halten. Das gleiche gilt für die körperliche Balance. Hat ein alter Mensch ein gutes körperliches Gleichgewicht, kann er sich besser halten, wenn er stolpert.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 13.01.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Sturzvermeidung

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