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Wie Sie Demenzkranken mit Schluckstörungen das Essen anreichen

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Im fortgeschrittenen Stadium einer Demenz bestehen häufig Schluckstörungen, die eine Mahlzeit zur Schwerstarbeit werden lassen. Es kommt zu Hustenanfällen bis hin zum Erstickungsgefühl für den Betroffenen. Damit dies nicht passiert, geben wir Ihnen zehn Tipps, wie Sie Verschlucken beim Essen, Hustenanfälle und Luftnot reduzieren können.

Schwer demenzkranke Menschen müssen ohne Ablenkung essen

Schwer an Demenz erkrankte Menschen sind meist nicht mehr in der Lage, selbständig zu essen. Sie müssen das Essen angereicht bekommen. Es ist wichtig, dass bei der Mahlzeit eine ruhige Atmosphäre mit wenig Ablenkung oder Irritation herrscht, damit Menschen mit einer schweren Demenz sich vollständig auf die Mahlzeit konzentrieren können.

Nahrungsmittel rutschen leicht in die Luftröhre

Die Mahlzeiten erfordern von pflegenden Angehörigen sehr häufig viel Zeit und Geduld. Sie können sich zur anstrengendsten Pflegesituation des Tages entwickeln. Denn rutschen die Nahrungsmittel in die Luftröhre oder sogar bis in die Lunge, kann eine sogenannte Aspirationspneumonie entstehen, eine Lungenentzündung durch das „Einatmen“ von Fremdkörpern.

Im Mund verbleibende Lebensmittel können schmerzhafte Zahnfleischentzündungen bis hin zum Mundsoor, einer Pilzinfektion der Mundschleimhaut, verursachen. So können Sie Schluckstörungen und deren Folgen reduzieren oder ganz vermeiden:

Der Demenzkranke sollte beim Essen so aufrecht wie möglich sitzen

  1. Bringen Sie Ihren Angehörigen in eine aufrechte Sitzposition. Isst Ihr Angehöriger im Bett, stellen Sie das Kopfende so hoch wie möglich. Wird das vollständige Aufrichten im Bett nicht toleriert, sollte der Winkel des Kopfendes um mindestens 45 Grad erhöht sein. Optimal sind 75 Grad. Beim Sitzen im Rollstuhl oder am Tisch sollte sich die Rückenlehne in einer Position zwischen 60 und 90 Grad befinden. Der Kopf sollte leicht nach vorne geneigt sein. Unterstützen Sie Ihren Angehörigen an den Seiten und unter den Armen mit Kissen. Verhindern Sie, dass er zur Seite wegrutscht oder umfällt.

  1. Reichen Sie kleine Portionen an. Füllen Sie den Löffel lieber mehrmals, und warten Sie ab, bis der Mund vollständig geleert ist.

  1. Animieren Sie Ihren Angehörigen zum Schlucken. Wenn Demenzkranke vergessen zu schlucken, können sie durch leichtes Bestreichen der Haut am Hals mit Daumen und Zeigefinger der Pflegeperson beidseits der Speiseröhre stimuliert werden. Auf keinen Fall darf die Nase zugehalten werden, um den Schluckakt auszulösen. Dies erzeugt Panik und Aggression.

  1. Fängt Ihr Angehöriger an zu reden, unterbrechen Sie die Mahlzeit. Sprechen Sie so wenig wie möglich beim Essen. Das Konzentrieren auf Reden und Essen ist sehr schwer. Beim Reden mit vollem Mund rutschen die Lebensmittel in die Luftröhre. Lehnt Ihr Angehöriger es ab, weiter zu essen, beenden Sie die Mahlzeit und versuchen es zu einem späteren Zeitpunkt.

Flüssiges andicken und Krümeliges vermeiden

  1. Dicken Sie dünnflüssige Lebensmittel an. Dünne Flüssigkeiten verlaufen im Mund und lassen sich schlechter kontrollieren. Sämige Lebensmittel können leichter geschluckt werden. Suppen und Getränke können Sie direkt beim Kochen oder anschließend mit speziellen Andickungspulvern wie Agar-Agar oder Gelatine dickflüssiger machen. Diese Pulver sind geschmacksneutral und können in heiße und kalte Flüssigkeiten eingerührt werden.

  1. Meiden Sie krümelige Lebensmittel. Nüsse, Reis, Knäckebrot oder Zwieback sind nicht für Menschen mit Schluckstörungen geeignet, weil sie sehr leicht, klein und dadurch schwer zu steuern sind. Es können kleine Krümel „absplittern“, die unkontrolliert in die Luftröhre rutschen.

Manchmal stört die Zahnprothese beim Essen

  1. Testen Sie, ob Ihr Angehöriger besser mit oder ohne Zahnprothese essen kann. Manchmal stört eine Prothese im Mund den Schluckakt und löst einen Würgereiz aus. In diesem Fall nehmen Sie die Prothese zu den Mahlzeiten aus dem Mund. Bieten Sie weiche Speisen an, die auch ohne Prothese gegessen werden können.

  1. Achten Sie darauf, dass der Mund nach Beendigung der Mahlzeit vollständig geleert ist. Entfernen Sie bei Bedarf verbliebene Speisereste aus dem Mund. Diese zersetzen sich bei Verbleib in der Mundhöhle und können Mundsoor und Zahnfleischentzündungen verursachen. Auch kann es passieren, dass Ihr Angehöriger sich später daran verschluckt oder diese ausspuckt.

Bei Verschlucken nicht auf den Rücken klopfen!

  1. Lassen Sie Ihren Angehörigen nach dem Essen mindestens 20 Minuten aufrecht sitzen. Achten Sie auf seine Stimme. Klingt sie gurgelnd oder belegt, animieren Sie ihn nochmals zum Schlucken oder Husten. Bringen Sie ihn erst wieder in eine liegende Position wenn Sie sicher sind, dass sich keine Lebensmittel mehr im Mund befinden.

  1. Klopfen Sie beim Verschlucken niemals auf den Rücken und heben Sie nicht die Arme Ihres Angehörigen. Dadurch rutschen die Speisen noch tiefer in die Lunge. Neigen Sie den Kopf Ihres Angehörigen nach vorne und klopfen Sie die Brust – nicht den Rücken! – kräftig von unten nach oben ab.

Schafft Ihr Angehöriger es nicht, abzuhusten oder zu schlucken und kommt es zu Atemnot und Erstickungsanfällen, rufen Sie den Rettungswagen! Dann muss die Luftröhre und Lunge abgesaugt werden, um Speisereste zu entfernen, eine Lungenentzündung zu verhindern und die normale Atmung wieder herzustellen.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 23.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Demenz, Schluckstörungen

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