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Wie verläuft die Diagnostik bei Multipler Sklerose – MS?

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MS ist eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems (ZNS). Durch Entzündungsherde an den Nervenzellen kommt es zu sehr unterschiedlichen neurologischen Ausfallserscheinungen. Diese deuten – einzeln betrachtet – nicht eindeutig auf das Bestehen einer MS hin. Lesen Sie hier, welche Untersuchungen im Rahmen einer MS-Diagnostik durchgeführt werden und wie diese ablaufen.

Der Facharzt für MS ist der Neurologe. Dieser ist Spezialist für Erkrankungen des Nervensystems. Besteht der Verdacht auf neurologische Ausfallserscheinungen, lassen Sie sich frühzeitig zu einem Facharzt überweisen. Die DMSG – Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft – hält eine Liste mit auf MS spezialisierten Kliniken und Arztpraxen bereit.

Anamnese

Zunächst wird der Arzt Sie nach Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte befragen. Eventuell hatten Sie früher schon einmal Beschwerden, die Hinweise auf einen MS-Schub geben könnten. Häufig geht man wegen verschwommenem Sehen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in der Hand nicht unbedingt zum Arzt, wenn die Beschwerden nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Je genauer Sie vergangene Situationen schildern können, desto besser kann der Arzt zuordnen, ob bereits schon einmal ein MS-Schub stattgefunden hat.

Körperliche Untersuchung

Der Arzt führt eine neurologische Untersuchung durch. Diese dient dazu, für MS typische Ausfälle zu erkennen und andere Erkrankungen auszuschließen. Folgende Dinge werden untersucht:

  • Muskelkraft: wie stark ist beispielsweise der Händedruck des Betroffenen, ist die Kraft auf beiden Seiten gleich
  • Feinmotorik: Geschicklichkeit der Finger, Mimik und Motorik des Mundes
  • Koordination: wie ist das Zusammenwirken des Zentralen Nervensystems und der Muskulatur innerhalb eines gezielten Bewegungsablaufes
  • Sensibilität: wie ist die Wahrnehmung von Tast-, Schmerz-, Temperatur- und Berührungsreizen, welche Stärke und Ort von Vibration z. B. durch eine Stimmgabel wird wahrgenommen
  • Muskelspannung: diese ist bei MS-Erkrankten häufig erhöht und wird als Steifigkeit oder Spannungsgefühl in den Beinen beschrieben
  • Reflexe: häufig sind die Reflexe bei MS-Erkrankten nicht seitengleich, oder es kommt zu Reflexen, die bei einem gesunden ZNS nicht vorhanden sind

In der Regel wird auch ein Augenarzt hinzugezogen. Dieser überprüft die Eintrittsstelle des Sehnervs in die Netzhaut, die Sehschärfe, die Augenmuskeln und das Gesichtsfeld. Das Gesichtsfeld ist der Bereich zu beiden Seiten hin, den man sehen kann, ohne die Augen zu bewegen.

Lumbalpunktion – Liquoruntersuchung

Liquor ist eine helle, klare Flüssigkeit, die in den Hirnkammern gebildet wird. Dieser bildet einen Schutzmantel für Gehirn und Rückenmark. Bei MS finden sich im Liquor Entzündungszellen und für MS typische Antikörper.

Liquor wird mittels einer Lumbalpunktion entnommen. Dabei wird beim sitzenden, vorgebeugten Patienten eine spezielle Hohlnadel zwischen den unteren Lendenwirbelkörpern in den Wirbelkanal geschoben. Das Rückenmark endet oberhalb und wird dabei nicht verletzt. Es werden einige Milliliter entnommen.

In Folge der Untersuchung können Kopfschmerzen und Übelkeit auftreten. Betroffene sollten sich nach einer Lumbalpunktion einige Stunden hinlegen und viel trinken.

MRT – Kernspintomographie

Beim MRT können Vernarbungen, kleine Entzündungen und aktive Entzündungsherde im ZNS dargestellt werden. Wird diese Untersuchung wiederholt, kann so im Vergleich mit den vorherigen Befunden der Krankheitsverlauf kontrolliert werden.

Elektrophysiologische Untersuchung

Mittels einer elektrophysiologischen Untersuchung werden die sogenannten "evozierten Potenziale" gemessen. Die Reizweiterleitung im ZNS erfolgt über elektrische Impulse. Bei MS sind diese durch die Schädigung der Myelin-Scheide, die die Nervenbahnen umgibt, verlangsamt. Ähnlich wie bei einem EEG werden Elektroden am Kopf oder an Armen und Beinen angesetzt. Diese können die Zeit messen von Auslösung eines Reizes bis zu dessen Ankunft im Gehirn. 3 Bereiche werden untersucht:

  • visuell evozierte Potenziale: Gemessen wird die Zeit, die ein optischer Reiz benötigt, um in der entsprechenden Hirnregion anzukommen. Dieser Reiz wird beispielsweise durch das Schauen auf ein Schachbrett ausgelöst.
  • somatosensorisch evozierte Potenziale: Nerven an Unterschenkel oder Handgelenk werden leicht elektrisch stimuliert. Es wird die Zeit gemessen, die der Reiz benötigt, um eine Änderung der Hirnströme auszulösen.
  • akustisch evozierte Potenziale: Diese dienen zur Überprüfung des Hörnervs. Beide Ohren werden einzeln untersucht. Auf ein Ohr wird ein "Klicklaut" gegeben, während das andere durch ein Rauschen abgelenkt wird. Es wird die Zeit gemessen vom akustischen Signal bis zu dessen Ankunft in der entsprechenden Hirnregion.

Die Diagnose MS wird gestellt, wenn die unterschiedlichen Untersuchungsergebnisse und die Symptome zusammenpassen.

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Kategorien: Multiple Sklerose

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