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Wie wird Diabetes mellitus behandelt?

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Diabetes ist mittlerweile zur Volkskrankheit in Deutschland geworden. Etwa sechs Millionen Menschen leiden daran. Der Lebensstil im Hinblick auf Ernährung und Bewegung spielt eine große Rolle. Auch Stress scheint eine maßgebliche Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel zu haben. Lesen Sie hier, was der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und 2 ist und wie die Therapie verläuft.

Was ist der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und 2?

Diabetes Typ1 wird auch als „Jugenddiabetes“ bezeichnet. Die Erkrankung beginnt meist bereits vor dem 20. Lebensjahr. Bei dieser Diabetesform liegt eine Schädigung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse vor. Die Zellen sind nicht mehr in der Lage, Insulin in ausreichendem Maße zu produzieren.

Als Ursache wird eine Autoimmunerkrankung vermutet. Das körpereigene Immunsystem richtet sich gegen die Bauchspeicheldrüse und zerstört die insulinproduzierenden Zellen. Therapie ist der Ersatz des fehlenden Insulins. Betroffene müssen lebenslang Insulin spritzen.

Diabetes Typ2 ist auch unter der Bezeichnung „Alterszucker“ bekannt. Die Bezeichnung ist jedoch irreführend. Ein hohes Lebensalter ist nur eine Ursache für die Diabeteserkrankung Typ2. Hauptursache ist Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel. Auch eine erbliche Veranlagung spielt eine Rolle. Durch einen ausgewogenen Lebensstil lässt sich auch bei entsprechender Veranlagung der Ausbruch der Erkrankung verhindern oder zumindest hinauszögern.

Beim Typ2 sinkt die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber dem Hormon Insulin. Der Botenstoff sorgt dafür, dass die im Darm zu Glukose umgebauten Kohlenhydrate in die Körperzellen aufgenommen werden. Dort wird sie zu Energie verbrannt. Sind die Zellen unempfindlich gegenüber Insulin, kann die Glukose nicht in die Zellen aufgenommen werden. Die Glukose verbleibt im Blut, der Blutzuckerspiegel steigt an.

Wie wird Diabetes Typ2 behandelt?

Ziel der Therapie ist es, den Blutzuckerspiegel im Normbereich zu halten, um Spätfolgen zu verhindern. Zur Überwachung wird sowohl der aktuelle Blutzuckerwert als auch der „Langzeitzuckerwert“ HbA1c kontrolliert. In der Diabetesbehandlung spielt die Compliance (Kooperationsbereitschaft) der Betroffenen eine große Rolle. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft DDG empfiehlt eine Diabetes-Therapie in drei Stufen.

Stufe 1: Schulung und Aufklärung

Im Vordergrund steht die Reduktion des Körpergewichtes. Bei übergewichtigen Menschen schütten die Fettzellen Hormone aus, die die Aufnahmebereitschaft der Muskel- und Leberzellen für Glukose weiter verschlechtern. Hinzu kommt die Umstellung der Ernährung auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit kontrollierter Kohlenhydratzufuhr. „Leere“ Kohlenhydrate, die keine weiteren Nährstoffe enthalten, müssen vermieden werden. Körperliche Bewegung verbrennt Fett, fördert die Durchblutung, senkt den Blutdruck und sorgt für Wohlbefinden.

Hinzu kommt die medikamentöse Therapie mit Metformin. Das Medikament sorgt dafür, dass in der Leber weniger Glukose produziert wird. Auch die Aufnahme der Glukose aus dem Darm wird verzögert. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel gesenkt.

Stufe 2: weitere medikamentöse Therapie

Sinkt der HbA1c-Wert unter der Therapie nicht unter 7%, wird der Einsatz eines weiteren, zusätzlichen Antidiabetikums empfohlen. Es gibt unterschiedliche Medikamente mit verschiedenen Wirkungsweisen.

Dazu gehören die Anregung der Insulinproduktion durch die Bauchspeicheldrüse und die Verzögerung der Aufnahme der Glukose aus dem Darm. Auch die Insulinempfindlichkeit der Zellen kann medikamentös verbessert werden, die Glukoseproduktion der Leber verringert oder die Ausscheidung von Zucker über die Nieren erhöht werden. So soll der Zuckerspiegel im Blut gesenkt werden.

Stufe 3: Insulintherapie

Ist es nicht möglich, mit Hilfe der Tabletten den HbA1c-Wert unter 7% zu senken, sollte eine Therapie mit Insulin begonnen werden. Dazu sind mehrmals täglich Blutzuckerkontrollen erforderlich. Insulinmenge, Mahlzeiten und Blutzuckerwert müssen aufeinander abgestimmt werden. Dabei gilt es, gefährliche Unterzuckerungen zu vermeiden.

Welche Auswirkungen hat Stress auf den Blutzucker?

Stress sorgt für die vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Dieses wiederum erhöht die vermehrte Abgabe von Glukose ins Blut und die Neuproduktion von Glukose durch die Leber.

Die Bauchspeicheldrüse steigert die Insulinproduktion, um die erhöhte Glukosemenge verarbeiten zu können. Durch den ständig erhöhten Insulinspiegel sprechen die Körperzellen nicht mehr auf das Hormon an. Die Durchlässigkeit und Aufnahmebereitschaft der Zellen für Glukose sinkt. Der Blutzuckerwert im Blut steigt dauerhaft an, es entsteht Diabetes.

Wie können Sie Ihren diabeteserkrankten Angehörigen unterstützen?

  • Für Diabetiker und Angehörige werden Diabetesschulungen angeboten. Nehmen Sie daran teil und lassen Sie sich über eine geeignete Ernährung informieren. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung senkt Ihr persönliches Risiko, an Diabetes zu erkranken.
  • Lassen Sie sich zeigen, wie eine Blutzuckerkontrolle durchgeführt und wie Insulin gespritzt wird, auch wenn Ihr Angehöriger sich selbst versorgt. Es kann Situationen geben, in denen es wichtig ist, dass Sie mit dem Messgerät und dem Insulin-Pen umgehen können.
  • Unterstützen Sie Ihren Angehörigen dabei, sich mehr zu bewegen. Ein regelmäßiger Spaziergang tut auch Ihnen gut.
  • Sorgen Sie für einen ausgewogenen Lebensstil. Stress erhöht den Blutzuckerspiegel durch die Ausschüttung von Stresshormonen.
  • Gleichzeitig kann Stress dazu führen, die Diabetestherapie zu vernachlässigen. Regelmäßige Mahlzeiten fallen aus, es wird vergessen, den Blutzucker zu messen und Insulin zu spritzen. Es bleibt keine Zeit für Bewegung.
  • Wie bei vielen anderen Erkrankungen auch besteht eine wirksame Therapie nicht darin, auf Zucker zu verzichten. Erst eine gesamte Umstellung des Lebensstils wird dauerhafte Einstellung der Blutzuckerwerte im Normbereich erreichen.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Diabetes

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