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Wie wird paVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) diagnostiziert

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Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist eine Verengung der Arterien, vor allem in den Beinen, im Volksmund auch Schaufensterkrankheit genannt. Es kommt zu Sauerstoffmangel im umliegenden Gewebe. Etwa 20% der Bevölkerung über 70 Jahre sind in Deutschland betroffen, teilweise, ohne es zu wissen. Lesen Sie hier, auf welche Anzeichen Sie achten sollten und wie die Diagnostik einer paVK abläuft.

Gerade im Anfangsstadium der paVK wird die Erkrankung eher zufällig diagnostiziert. Viele Betroffene gehen erst bei andauernden Beschwerden zum Arzt. Je eher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Therapiemöglichkeiten. In 90% der Fälle ist eine Arteriosklerose die Ursache für eine paVK.

Auf welche Anzeichen sollten Sie bei sich oder Ihrem Angehörigen achten?

  • Schmerzen Ihnen beim Laufen manchmal die Beine? Bessern sich die Beschwerden, wenn Sie eine Pause einlegen?
  • Ist es Ihnen manchmal unangenehm, wenn Sie die Beine hochlegen? Bessert sich das Befinden, wenn Sie die Beine herunterhängen lassen?
  • Sind die Füße manchmal blass und kalt?
  • Haben Sie manchmal Gefühlsstörungen in den Füßen?
  • Ist die Haut an den Füßen oder Unterschenkeln verdickt, rissig oder sehr trocken?
  • Wachsen die Fußnägel verdickt oder unregelmäßig?

Bei Bestehen einer oder mehrerer dieser Anzeichen sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen und um Abklärung bitten.

Welche Befunde werden beim Arzt erhoben?

Medizinische Anamnese:
Dabei spielen die Dauer der Beschwerden eine Rolle, ebenso die Strecke, die ohne Schmerzen am Stück gegangen werden kann.

Körperliche Untersuchung:
Zunächst wird die betroffene Extremität angeschaut. Wie sind Hautfarbe und Temperatur, gibt es Wunden? Wie ist die Muskulatur aufgebaut? Gibt es Verdickungen der Haut oder gestörtes Nagelwachstum?

Der Arzt wird die Pulse an Beinen und Füßen ertasten (Palpation). Dabei sind 4 Arterien von Bedeutung: in der Leiste, in der Kniekehle, am Fußrücken und hinter dem Innenknöchel. Mit einem Stethoskop wird die vermutete betroffene Stelle abgehört (Auskultation). Durch die Engstelle im Gefäß entsteht ein Strömungsgeräusch, wenn das Blut diese passiert.

Auch kann ein Gehtest auf einem Laufband durchgeführt werden. Dabei wird überprüft, welche Strecke ein Betroffener schmerzfrei gehen kann. Dieser Befund ist für die Stadieneinteilung der paVK von Bedeutung.

Die Lagerungsprobe nach Ratschow gibt Hinweise auf eine paVK. Dabei lässt ein Betroffener bei hochgelagerten Beinen etwa eine Minute lang die Füße kreisen. Bei einer paVK wird das betroffene Bein blasser. Werden die Beine anschließend wieder herunter hängen gelassen, tritt durch die vermehrte Durchblutung am nichtbetroffenen Bein deutlich schneller eine Rötung ein. Im betroffenen verbessert sich die Durchblutung deutlich langsamer.

Blutuntersuchungen:
Besonders der Blutzucker und die Blutfette sind im Rahmen der Diagnostik einer paVK von Bedeutung. Diese gehören zu den Risikofaktoren einer Arteriosklerose, die zu 90% Ursache einer paVK ist.

Dopplerdruck-Messung ABI:
Mit einer Blutdruckmanschette und einer Dopplersonographie-Sonde wird beim liegenden Patienten der Blutdruck an Oberarm und Fußknöcheln gemessen. Die Ultraschallsonde liefert auch dann noch Werte, wenn der Puls nicht mehr ertastet oder mittels Stethoskop gehört werden kann. Bei gesunden Gefäßen sind die Werte annähernd gleich. Bei einer Differenz wird der Ankle-Brachial-Index ABI (Knöchel-Arm-Index) bestimmt. Liegt dieser unter 1, liegt eine paVK vor.

So berechnen Sie Ihren ABI: Blutdruck Arm 125/ 80, Knöchel 100/60. Teilen Sie den oberen Wert des Knöchels durch den des Armes. 100:125=0,8. Es besteht eine leichte paVK. Diese schmerzfreie, einfache Untersuchung weist eine paVK bereits nach, wenn der Betroffene noch beschwerdefrei ist.

Farbcodierte Duplex-Sonographie:
Mittels Ultraschall kann der Blutfluss in den Gefäßen, Verlauf von Arterien, Sklerosen und Verschlüsse dargestellt werden. Die farbcodierte Duplex-Sonographie nimmt die Bilder und Bewegungen in den Blutgefäßen auf und stellt Venen und Arterien farblich dar. Das Gerät berechnet, ob der Blutstrom auf den Schallkopf hin oder von ihm weg verläuft. Dementsprechend werden Arterien und Venen in unterschiedlichen Farben dargestellt. Verengungen, Stauungen oder Aussackungen an den Gefäßwänden können so sichtbar gemacht werden.

MRT:
Bei einer MRT-Untersuchung wird über eine Vene ein Kontrastmittel eingespritzt. Es verteilt sich im ganzen Körper und macht so alle Blutgefäße sichtbar. Die Darstellung erfolgt über ein Magnetfeld. Diese Untersuchungsmethode wird angewandt, wenn die Ergebnisse aus der Duplex-Sonographie nicht ausreichen oder eine Operation geplant ist.

Angiographie:
Diese Untersuchung kann gleichzeitig zur Therapie genutzt werden. Dabei wird über einen Katheter in die Leistenarterie Kontrastmittel eingespritzt. Zeigen sich Verengungen oder Verschlüsse, können diese in derselben Sitzung mittels eingeführten Werkzeugs über den Katheter entfernt werden.

Diese Untersuchungen liefern genaue Beschreibungen des Zustands der Blutgefäße. So ist es möglich, das Stadium der paVK zu bestimmen. Entsprechend dem Stadium der paVK wird die erforderliche Therapie angesetzt. Im fortgeschrittenen Stadium mit nichtheilenden Wunden ist in manchen Fällen die Amputation der betroffenen Gliedmaßen die letzte Möglichkeit. Aus diesem Grunde ist es von großer Bedeutung, dass Sie sich selbst bzw. Ihren Angehörigen gut beobachten und bei ersten Hinweisen frühzeitig Ihren Arzt aufsuchen.

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Kategorien: Krankheiten

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