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Zuwendung und Wertschätzung können Alterssuizide verhindern


Fassungslos und bestürzt reagieren wir auf Meldungen, die von einem Selbstmord eines Stars oder Prominenten berichten. Oft sind es junge Leute, die nicht mehr weiter wussten und ihr Leben eigenhändig beendeten. Dass es viel mehr ältere Menschen gibt, die einen Suizid begehen, ist den wenigsten bekannt.

Soziales Problem: Alte Menschen werden als lästig empfunden

Ältere Menschen stehen in unserer Gesellschaft häufig im Abseits. Wenn sie nicht gerade prominent sind, interessieren sich wenige Menschen für ihre betagten Mitbürger. In der eigenen Familie fängt es bereits an: Die erwachsenen Kinder sind oft dermaßen mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, dass scheinbar selten Zeit bleibt, die Eltern zu besuchen oder sie wenigstens regelmäßig anzurufen.

Wenn man bedenkt, wie viele Jahre Eltern in die Erziehung ihrer Kinder investiert haben, und zwar freiwillig und mit Liebe, dann entsteht automatisch die Frage, warum die Kinder nicht das Bedürfnis haben, den Kontakt zu ihren Eltern zu pflegen. Tatsächlich fühlen sich viele belästigt, wenn sie sich um ihre Eltern kümmern sollen. Diese möchten ihren Kindern wiederum nicht zur „Last“ fallen.

Gleichaltrige sterben und hinterlassen Lücken

Fehlende Kontakte, Einsamkeit, Desinteresse an der eigenen Person – das sind nur einige Gründe für ältere Menschen, traurig oder sogar depressiv zu werden. Mit zunehmendem Alter kommt hinzu, dass Verwandte gleichen Alters, Freunde und Bekannte sterben und immer größere Lücken hinterlassen. Wer selbst eher zurückgezogen lebt, weil er den Kontakt zu anderen nicht halten konnte, wird manchmal innerhalb weniger Jahre einsam. Auch durch die Pflege des Partners ist es etlichen Betroffenen nicht immer möglich, einen Bekanntenkreis aufrecht zu erhalten.

Medizinische Hilfe und Einfühlsamkeit gegen Altersbeschwerden

Weitere Ursachen für einen Suizid im Alter können zunehmende Krankheiten sein, vor allem, wenn sie mit heftigen Schmerzen verbunden sind. Hier fehlt oft die Aufklärung, dass man diese Beschwerden deutlich lindern kann, sodass sie nicht länger so stark belasten. Viele ältere Menschen werden zudem auch übermäßig misstrauisch und möchten keine Medikamente nehmen, da sie fürchten, vergiftet zu werden. Hier kann ein einfühlsamer Hausarzt helfen, dem Patienten Ängste zu nehmen und Hoffnung auf ein besseres Lebensgefühl zu geben.

Mehr Respekt und Achtung vor jedem Alter

Jeder kann etwas dazu beitragen, dass die Anzahl der Alterssuizide wieder sinkt. Dazu sollte sich jeder bewusst machen, dass er selbst irgendwann in die Lage kommt, zu der Gruppe älterer Menschen zu gehören. Sind wir dann weniger wert, nur weil wir nicht mehr in dem Maß aktiv sein können, weil wir nicht mehr jung und nicht mehr schön sind? Sind wir es nicht mehr wert, dass man sich mit der gleichen Hingabe um uns kümmert, wie um Säuglinge, Kinder und junge Erwachsene, die täglich Leistungen vollbringen müssen? Messen wir uns nur an dem, was wir tun? Sollte nicht jeder Mensch um seiner selbst willen geachtet und respektiert werden?

Lassen Sie alte Menschen an Ihrem Leben teilhaben

Mit einer veränderten Einstellung gelingt es sicher besser, alte Menschen wieder mehr in den Mittelpunkt unseres Lebens zu rücken, und sie in unseren Alltag zu integrieren, wie es zu Zeiten der Großfamilien selbstverständlich war. Von ihren Erlebnissen können wir lernen, unser eigenes Leben zu gestalten. Alte Menschen haben über viele Jahrzehnte große Schätze an Erfahrungen gesammelt, die wir honorieren sollten, indem wir ihnen zuhören und für ihr Wohlbefinden sorgen. Wer ständig nur um sich selbst kreist, wird in der Einsamkeit enden, die so leicht zu Suiziden führt.

Hören Sie genau zu!

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Eltern, ältere Verwandte, Freunde, Nachbarn und Bekannte. Leben Sie nicht im gleichen Ort oder in der Nähe, telefonieren Sie und lassen Sie die alten Leute an ihrem Leben teilhaben. Hören Sie ihnen zu und bleiben sie wachsam, falls Ihnen Hinweise auf depressive Verstimmungen auffallen.

Nehmen Sie Aussagen ernst, in denen der Wunsch nach dem Tod geäußert wird. Gehen Sie auf Klagen über Krankheitsbeschwerden, insbesondere Schmerzen, ein und versuchen Sie, Hilfestellung zu geben. Begleiten Sie alte Menschen zum Arzt, um behutsam zu vermitteln. Kurz: Helfen Sie, wo Sie nur können, um Situationen zu vermeiden, die zu einem Suizid führen könnten!

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 06.01.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Alterssuizid

 

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